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Frühgeburt-Risiko verringern: Diese Faktoren können Sie beeinflussen

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Geburtsmedizinerin erklärt  

So lässt sich das Risiko einer Frühgeburt verringern

17.11.2014, 16:24 Uhr

Frühgeburt-Risiko verringern: Diese Faktoren können Sie beeinflussen. Frühgeburt: Risikoschwangerschaften müssen besonders intensiv betreut werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Risikoschwangerschaften müssen besonders intensiv betreut werden. Aber auch Scheideninfektionen während der Schwangerschaft können Frühgeburten auslösen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jedes zehnte Baby in Deutschland kommt zu früh zur Welt. Als Frühchen gelten Kinder, die vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Ihr Leben ist akut gefährdet, und oft haben sie später noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Zahl der Frühgeburten zu verringern. Einige Faktoren können Schwangere selbst beeinflussen.

Babett Ramsauer, Leitende Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin am Vivantes Klinikum in Berlin-Neukölln, nennt die häufigsten Gründe für Frühgeburten: Erkrankungen der Schwangeren, bei denen man schnell entbinden muss, Scheideninfektionen, Mehrlingsschwangerschaften, höheres Alter der werdenden Mutter, Übergewicht, Rauchen und anatomische Ursachen. Die soziale Situation spiele ebenfalls eine Rolle. Schwangere mit wenig Bildung und Einkommen gingen oft seltener zu Vorsorgeuntersuchungen, bei denen Risiken für eine Frühgeburt erkannt werden können. Ein Gegensteuern sei zu einem frühen Zeitpunkt oft noch möglich.

Im Vorfeld des Weltfrühgeborenentags 2014 in Berlin erläuterte Ramsauer im Gespräch mit t-online.de die Möglichkeiten, Frühgeburten zu verhindern.

Bakterielle Infektionen gefährden das Ungeborene

Ein erhebliches Risiko stellen Infektionen der Geschlechtsorgane dar, beispielsweise durch Chlamydien. "Nach Möglichkeit sollten Frauen nicht während einer Infektion schwanger werden." Es gibt Indikatorstreifen, mit denen man zuhause den pH-Wert des Scheidenmilieus selbst testen kann. Auch während der Schwangerschaft können sich Bakterien einnisten. Weil solche Unannehmlichkeiten gerne verdrängt werden und appelliert Ramsauer an Schwangere, mit Symptomen wie Jucken, Brennen oder Ausfluss umgehend zum Arzt zu gehen.

Bei Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen, lässt sich in einer frühen Phase der Schwangerschaft den Muttermund mit einem kleinen operativen Eingriff verschließen. So können Bakterien nicht in die Gebärmutter aufsteigen. "Ein solcher Muttermundverschluss ist ratsam bei Schwangeren, die schon einmal Fehl- oder Frühgeburten durch Infektionen erlitten haben."

Mit dem Alter steigt das Risiko einer Frühgeburt

Generell rät die Geburtsmedizinerin, die Familienplanung nicht so lange hinauszuzögern. Das beste Alter für ein Kind liege für Frauen um die 25 Jahre. In Deutschland wird schon jedes fünfte Kind von einer Mutter über 35 geboren. Damit steigt das Risiko für Frühgeburten. "Der Zusammenhang ist nicht eindeutig. Das ist auch nicht durch schwächeres Bindegewebe erklärbar." Fest steht, dass mit zunehmendem Alter Erkrankungen wie Bluthochdruck wahrscheinlicher werden.

"Wir lassen viel mehr Frühgeburten zu"

"Nicht außer Acht lassen darf man, dass wir heute auch mehr Frühgeburten zulassen", betont Ramsauer und führt aus, dass Risikoschwangerschaften dank der verbesserten medizinischen Möglichkeiten in Kauf genommen werden. Früher hätten Ärzte Frauen mit Diabetes, Bluthochdruck und gravierenden Stoffwechselerkrankungen oder nach Organtransplantationen abgeraten, schwanger zu werden. Inzwischen haben auch sie eine Chance, Kinder zu bekommen.

Solche Risikoschwangerschaften müssen sorgfältig betreut werden. Oft ist dennoch mit einer vorzeitigen Geburt zu rechnen. "Man versucht, das Kind möglichst bis zur 34. Schwangerschaftswoche im Mutterleib heranreifen zu lassen." In dieser Phase sei die Lungenreife abgeschlossen und das Baby habe gute Entwicklungschancen. Die größten Sorgenkinder sind Frühchen, die mit kaum mehr als 500 Gramm Geburtsgewicht schon nach 24 Wochen zur Welt kommen.

So können Ärzte die Geburt verzögern

Bei vorzeitigen Wehen können Ärzte mit Wehenhemmern oder Progesteron-Substitution gegensteuern. "Die Zufuhr des Hormons Progesteron mit Pillen oder Zäpfchen bewirkt eine Ruhigstellung der Gebärmutter", erklärt die Ärztin. "Wehenhemmer setzt man heutzutage nur noch für kurze Zeit ein, um den Wehenzyklus zu durchbrechen. Oft dürfen die Frauen bald danach wieder nach Hause."

Ratsam sei, Frauen mit einer Hochrisikoschwangerschaft in eine Fachklinik mit Frühgeborenenstation zu verlegen. Dort gebe es nicht nur bessere medizinische Möglichkeiten zur Versorgung von Frühchen, sondern auch die nötige Expertise bei der Einschätzung, ob eine Geburt hinausgezögert werden kann oder nicht. Ramsauer kritisiert: "In Deutschland gibt es zu viele kleine Geburtsklinken."

Mehrlinge bei Kinderwunschbehandlungen

Mehrlingsschwangerschaften gehen immer mit einem Risiko für Frühgeburten einher. Das liegt an der erhöhten Druckbelastung für die Gebärmutter, die vorzeitige Wehen auslösen kann. Deshalb werden in Deutschland bei Kinderwunschbehandlungen üblicherweise nur zwei befruchtete Eizellen eingesetzt, obwohl bis zu drei zulässig sind. Aber Drillingsschwangerschaften stellen die Mutter und die Ärzte vor eine große Herausforderung. Dass Drillinge bis zur 37. Woche im Mutterleib bleiben, sei äußerst selten. Ramsauer gibt zu bedenken: "Auch 'späten' Frühgeborenen geht es meistens nicht so gut wie voll ausgetragenen Kindern."

So beugen Schwangere einer Frühgeburt vor

Im Normalfall gilt: Frauen, die gewissenhaft alle Untersuchungen der Schwangerschaftsvorsorge wahrnehmen, tragen damit einen großen Teil zum Schutz ihres Babys bei. Dabei kann der Frauenarzt vorbestehende Risiken abschätzen, Entzündungen erkennen und mit Antibiotika behandeln, Zervixverkürzung oder vorzeitige Wehen feststellen. Er wird sich auch nach der Belastung am Arbeitsplatz erkundigen und kann die Schwangere nötigenfalls durch ein Beschäftigungsverbot schützen.

Gesunde Ernährung ist das A und O, wenn ein Baby unterwegs ist. "Schwangere müssen auch ausreichend trinken, denn Flüssigkeitsmangel kann vorzeitige Wehen auslösen", warnt Ramsauer. Für Sport gilt: Frauen können ihr gewohntes Sportprogramm weiter ausüben, wenn sie auf Belastungsgrenzen achten. Von Risikosportarten wie Reiten, Skifahren oder Kampfsport rät sie allerdings ab. Saunabesuche seien prinzipiell möglich, sollten aber nicht übertrieben werden.

Kann Sex in der Schwangerschaft das Baby gefährden? Die Ärztin weiß, dass diese Furcht viele Schwangere beschäftigt, und gibt Entwarnung: "Erwiesenermaßen wird bei normalem Schwangerschaftsverlauf durch Sex keine Frühgeburt ausgelöst." Diese Gefahr besteht allerdings für Frauen, die bereits eine Fehl- oder Frühgeburt hatten.

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