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Streit zwischen Krankenkasse und Frauenärzten  

Profitieren Kliniken von ungeplanten Kaiserschnitten?

07.03.2016, 19:37 Uhr | dpa

Profitieren Kliniken von ungeplanten Kaiserschnitten?. Kaiserschnitt: Schon jedes dritte Baby in Deutschland kommt per Operation zur Welt.  (Quelle: dpa)

Schon jedes dritte Baby in Deutschland kommt per Operation zur Welt. Ungeplante Kaiserschnitte werden für die Krankenkassen teurer als geplante. (Quelle: dpa)

In Deutschland gibt es immer mehr Notfall-Kaiserschnitte als geplante Kaiserschnitte. Das belegen Daten der Techniker Krankenkasse (TK). Woran liegt das? Die Kasse unterstellt, dass Kliniken davon finanziell profitieren. Der Berufsverband der Frauenärzte weist diese Darstellung zurück und führt medizinische Gründe ins Feld.

Die Wende im Jahr 2009 erschien der Techniker Krankenkasse verdächtig. Von 2005 bis 2008 hätten sich ungeplante und geplante Operationen bei Kaiserschnitt-Geburten die Waage gehalten. Das Gleichgewicht habe sich ab 2009 verschoben – seitdem Kliniken für einen Notfall-Kaiserschnitt einen höheren Preis abrechnen können. Laut TK lag das Verhältnis von ungeplanten zu geplanten Kaiserschnitt-OPs im Jahr 2014 bei 56 zu 44 Prozent.

Differenz von rund 700 Euro bei der Abrechnung

"Hier ist der wirtschaftliche Anreiz offenbar ausschlaggebend", meint Frank Verheyen. Er ist Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen der TK (WINEG). Eine durchschnittliche, ungeplante Kaiserschnitt-Geburt kann mit fast 3400 Euro abgerechnet werden, eine geplante OP dagegen mit knapp 2700 Euro. Vor der Neuregelung hatten die gesetzlichen Krankenkassen einen Kaiserschnitt einheitlich vergütet.

Der TK seien zusätzliche Kosten in Höhe von knapp 3,7 Millionen Euro entstanden. Hochgerechnet auf die gesetzliche Krankenversicherung komme von 2010 bis 2014 eine Summe von 31,5 Millionen Euro zusammen, so Verheyen.

Frauenärzte-Sprecher: Babys kommen oft früher als geplant

Der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, Christian Albrig, kontert mit medizinischen Gründen. Es sei für Ungeborene besser, so lange wie möglich im Mutterleib zu bleiben. Deshalb würden geplante Kaiserschnitte inzwischen meistens für die 40. Schwangerschaftswoche terminiert. In vielen Fällen setze die Geburt dann doch früher ein. Wenn aus zwingenden Gründen eine natürliche Geburt nicht möglich sei, werde aus dem geplanten Kaiserschnitt ein "geordneter sekundärer Kaiserschnitt". 

Dieses Argument vertritt auch der Chefarzt der Frauenklinik des Bethesda-Krankenhauses Hamburg-Bergedorf, Martin Neuß: "Es ist doch klar, dass dann Frauen häufiger ungeplant mit Blasensprung oder Wehenbeginn nachts oder am Wochenende, auf jeden Fall aber ungeplant kommen." Er ergänzt: "Natürlich verursacht eine ungeplante Operation in der Nacht, oder am Wochenende oder irgendwie im Plan eingeschoben, deutliche Mehrkosten."

Fast jedes dritte Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt

Insgesamt ist in Deutschland die Kaiserschnittrate seit der Jahrtausendwende rasant gestiegen und hat sich mittlerweile auf hohem Niveau eingependelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Kaiserschnittrate 2014 bundesweit bei rund 31,8 Prozent. 2000 waren es noch 21,5 Prozent. 

 (Quelle: Techniker Krankenkasse) (Quelle: Techniker Krankenkasse)

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