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Verhütung per App: Wie sicher ist diese Methode?

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Nicht für jede Frau geeignet  

Verhütung per App: Wie sicher ist diese Methode?

06.03.2017, 11:36 Uhr | sah, dpa/tmn

Verhütung per App: Wie sicher ist diese Methode?. Ein Pärchen schaut im Bett auf ein Handy und ein Tablet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/bowdenimages)

Die Auswahl an Verhütungs-Apps ist groß: Es gibt einfache Pillen-Erinnerungen, Menstruationskalender und komplexe Apps für die Familienplanung (Quelle: bowdenimages/Thinkstock by Getty-Images)

Sie haben die Pille im wahrsten Sinne des Wortes "satt" und suchen alternative Verhütungsmittel? Oder Sie wollen schwanger werden und die fruchtbaren Tage ermitteln? Verhütungs-Apps können dann für manche Frauen die Lösung sein.

Natürliche Familienplanung (NFP) heißt hier das Stichwort. Dabei helfen mittlerweile eine Reihe von Smartphone-Apps – diese können sowohl zur Familienplanung als auch zur natürlichen Verhütung genutzt werden.

Bei der NFP-Methode wird nur an den wenigen fruchtbaren Tagen im weiblichen Zyklus zusätzlich verhütet, an unfruchtbaren Tagen verzichten Sie ganz darauf. Wer mitten in der Familienplanung steckt, weiß durch diese Methode, wann die höchste Wahrscheinlichkeit besteht, schwanger zu werden und sollte diese Tage entsprechend mit dem Partner nutzen.

Wann Sie ungefähr fruchtbar sind, können Sie mit der sogenannten symptothermalen Methode feststellen. Dafür notieren Sie zunächst, in welchem Abstand Sie Ihre Periode bekommen. Zusätzlich messen Sie jeden Morgen um die gleiche Zeit Ihre Körpertemperatur.

Anzeichen für Fruchtbarkeit

"Die natürliche Verhütung basiert auf der Tatsache, dass sich die Körpertemperatur mit dem Eisprung um 0,2 bis 0,5 Grad erhöht und bis kurz vor der Menstruation erhöht bleibt", erklärt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Ein zusätzlicher Anhaltspunkt ist der Zervixschleim. Das ist das Sekret, das von den Drüsen des Gebärmutterhalses ausgeschieden wird. Der Schleim sieht im Laufe des Zyklus' unterschiedlich aus. Seine Beschaffenheit lässt ebenfalls Rückschlüsse auf die Fruchtbarkeit zu.

Das zeichnet gute Verhütungs-Apps aus

Smartphone-Apps können helfen, bei all dem nicht den Überblick zu verlieren, indem Sie Ihre Daten darin eingeben. Einige Apps übernehmen dann auch die Auswertung. Ines Thonke von Profamilia rät, vor dem Download genau hinzusehen: Informationen über das Programm wie Hersteller, versteckte Kosten oder Datenschutz sollten bei seriösen Apps einzusehen sein. Bei Verhütungs-Apps ist außerdem eine Übersicht der Funktionen und die Angaben über die zugrundeliegende Messmethode wichtig.

Sicherheit ist nicht bewiesen

Populär sind beispielsweise myNFP, ovuview oder iNFP – unabhängige, wissenschaftliche Studien zur Sicherheit der Apps gibt es bislang jedoch nicht. Für Aufsehen sorgte vor kurzem die App Natural Cycles, die damit wirbt, als erste Smartphone-App vom Tüv Süd als sicheres Verhütungsmittel zertifiziert zu sein.

Bei der Zertifizierung von "Natural Cycles" hat der Tüv Süd jedoch nur bestätigt, dass die App die Anforderungen der europäischen Medizinprodukterichtlinie erfüllt – über die Sicherheit der Verhütungsmethode kann er keine Aussagen treffen, erklärt Sprecher Thomas Oberst.

Welche Probleme können auftreten?

Es gibt einige Probleme, die bei der natürlichen Familienplanung auftreten können. Wie hoch die Körpertemperatur beim Messen morgens ist, hängt nämlich von vielen Faktoren ab: Infektionen, Stress, Alkohol, wenig Schlaf oder Sport am Abend sind nur einige davon.

"In all diesen Fällen kann man keine zuverlässige Aussage darüber treffen, ob die Temperaturerhöhung durch die Lebensbedingungen verursacht ist oder durch den Eisprung", informiert Albring.

Für wen ist die Verhütung per App geeignet?

Geeignet ist die Methode daher nur für Frauen, die einen regelmäßigen Zyklus haben und mehr oder weniger zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen.

Richtig angewendet sei die Methode aber sehr sicher, erklärt Günter Freundl, der für die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin natürliche Verhütungsmethoden untersucht. Belastbare Studien gebe es allerdings bisher nur zu speziellen Zykluscomputern, die deutlich teurer sind als Smartphone-Apps.

Egal, ob Sie Ihre Daten auf Papier notieren, eine App oder einen Zykluscomputer verwenden – über eines sollten Sie sich im Klaren sein, wenn Sie mit NFP verhüten wollen: Ein Zyklus dauert 24 bis 32 Tage. An rund 10 bis 18 Tagen könnten Sie schwanger werden. In dieser Zeit führt an der Verhütung mit Kondom oder Diaphragma kein Weg vorbei.

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