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Verbraucherschutz: EU warnt vor giftiger Zahnpasta aus China

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Verbraucher  

EU warnt vor giftiger Zahnpasta aus China

20.07.2007, 10:59 Uhr | AFP

Giftige Zahnpasta aus China ist in einigen europäischen Ländern in den Handel gelangt. Sie enthält Diethylenglykol, einen giftigen Bestandteil von Frostschutzmitteln oder Bremsflüssigkeit. In Italien war vor rund einer Woche ein Mann ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er sich die Zähne mit gefälschter Colgate-Zahncreme aus China geputzt hatte. Er erlitt eine allergische Reaktion. In Spanien wurden knapp 700.000 gefälschte Tuben aus den Regalen genommen, nachdem das Gesundheitsministerium die giftige Chemikalie nachgewiesen hatte. Insgesamt zogen die Behören 20 Marken aus dem Verkehr, die vor allen in Billigläden und auf Märkten verkauft wurden. In England tauchten ebenfalls giftige, gefälschte Tuben der Marke "Sensodyne" in Billigläden auf. Obwohl in Deutschland noch keine Fälle bekannt geworden sind, ist anzunehmen, dass die giftige Zahnpasta auch hier in die Läden gekommen ist.

Zahnpasta nicht herunterschlucken

Die EU-Kommission hatte die Mitgliedsländer bereits vor einer Woche über die giftige Zahnpasta aus China informiert, nachdem die spanischen Behörden vorerst zwei Marken vom Markt genommen hatten, in denen Diethylenglykol entdeckt worden war. Die Gesundheitsbehörden ermittelten einen Anteil von bis zu zehn Prozent der Substanz in den Zahncremes. Chinesische Firmen nehmen sie als Ersatz für das harmlose Glycerin. EU-Verbraucherschutzministerin Megleva Kuneva erklärte damals, es bestehe keine akute Gesundheitsgefahr, dennoch stelle die Zahnpasta ein "unannehmbares Risiko" dar. Experten zufolge ist das Gesundheitsrisiko gering, solange die Zahnpasta nicht heruntergeschluckt wird.

Genau auf die Beschriftung achten

Über gefälschte Colgate-Zahncreme in Deutschland lägen keine Informationen vor, erklärte die Colgate-Palmolive GmbH in Hamburg. Das Original sei leicht zu erkennen: Der Text auf der Tube wie auf der Verpackung sei Deutsch, auf der Verpackung seien Name und Adresse der deutschen Niederlassung aufgedruckt, nämlich "Colgate-Palmolive, D-Hamburg", hieß es. In Spanien und USA waren die gefälschten Colgate-Tuben unter anderem an der Herkunftsbezeichnung "Made in South Africa" zu erkennen, wie verschiedene spanische Medien melden. Die Marke Colgate jedoch gar nicht in Südafrika produziert. In Spanien wurden zudem Tuben der Marken "Spearmint" und "Spearmint Tri Leaf" mit der Herstellerangabe "Shanghai Whitecat Shareholding Co" aus dem Handel gezogen. Auffällig ist auch die Mengenangabe "17 g". "Das ist in Deutschland keine gängige Größe für Zahnpastatuben", erklärt Sylvia Mauer vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Generell sollten Verbraucher misstrauisch werden, wenn auf Zahnpastatuben Hinweise in der Landessprache fehlen und keine Hersteller-Hotline angegeben ist. Auch beim Einkauf im Urlaubsland sollte man auf solche Details achten.

Hochgiftige Chemikalie

Die Chemikalie Diethylenglykol ist hochgiftig und kann Leber, Niere und das zentrale Nervensystem schädigen. Der süßlich schmeckende Industriealkohol führte bereits zu mehreren Vergiftungsepidemien. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben auf Grund des toxischen Wirkstoffs in Arzneimitteln innerhalb der vergangenen 15 Jahre mehr als 500 Menschen, darunter vor allem Kinder. In den 80er Jahren wurde die gesundheitsgefährdende Chemikalie in gepanschten Weinen aus Österreich und Deutschland entdeckt. Millionen Flaschen Wein flogen vom Markt. Chinesische Zahnpasta-Hersteller beteuern, geringe Mengen der Chemikalie seien harmlos. Glykol-Zahnpasta aus China ist auch in den USA, in Kanada, Japan, Panama und der Dominikanischen Republik aufgetaucht.

Immer wieder gefährliche Produkte aus China

EU-Kommissarin Kuneva will bei einem China-Besuch ab Samstag auf strengere Kontrollen bei Alltagsprodukten dringen. Im vergangenen Jahr stammte fast die Hälfte von insgesamt 930 beanstandeten Waren aus China, meldete die EU-Kommission. Betroffen waren vor allem Spielzeuge (24 Prozent), Elektrogeräte (19 Prozent) und Kosmetika (fünf Prozent). Die EU-Kommission hatte bereits im Januar 2006 eine bessere Zusammenarbeit mit China beim Verbraucherschutz vereinbart. Seitdem bemüht sich Brüssel nach Angaben der Kommissionssprecherin unter anderem um die Ausbildung chinesischer Inspektoren.

Kontrollen sind lückenhaft

Der Schutz der europäischen Verbraucher sei "oberste Priorität" für die EU, sagte die Kommissionssprecherin. Zugleich räumte sie ein, dass die Kontrollen gefährlicher Importe aus China nicht hundertprozentig funktionierten: "Das System existiert, aber es hat Schwächen", sagte sie mit Blick auf die Umsetzung durch die chinesischen Behörden. Sind gefälschte oder gefährliche Produkte erstmal in einem europäischen Land angekommen, lässt sich die Weiterverbreitung nur noch schwer überwachen. "Wenn Ware einmal in der EU ist, kann alles frei gehandelt werden", verdeutlicht Mauer. Folglich müssten die Kontrollen an den Außengrenzen der Europäischen Union verschärft werden.

"Made in China" hat schlechten Ruf in USA

In den USA stammen sogar 60 Prozent aller Produkte, die zurückgerufen werden, aus China. Im vergangenen Jahr waren es 467 Fälle, doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Dort hatte die Lebensmittelaufsichtsbehörde FDA bereits Anfang Juni vor giftiger Zahnpasta aus China gewarnt. Sie empfahl den Verbrauchern, jede Tube mit der Bezeichnung "Made in China" wegzuwerfen. Die FDA nannte elf Zahnpasta-Marken, in denen Diethylenglykol nachgewiesen wurde. In den USA waren in den vergangenen Wochen außerdem verseuchter Fisch, Reifen mit Sicherheitsmängeln und vergiftetes Tierfutter aus China aufgetaucht.

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