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Acrylamid-Belastung: Krebsgift in Lebkuchen und Spekulatius

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VERBRAUCHER-TIPPS  

Krebsgift Acrylamid in Weihnachtsgebäck

04.12.2007, 16:45 Uhr | bri

Lebkuchen (Foto: dpa)Lebkuchen (Foto: dpa)Das verdirbt einem den Appetit aufs Fest: Die Verbraucherschutz- organisation Foodwatch hat wieder Krebs erregendes Acrylamid in Lebkuchen und Spekulatius gefunden. Foodwatch hatte elf Lebkuchen und sieben Spekulatius-Sorten im Labor untersuchen lassen. Die gemessenen Werte fielen extrem unterschiedlich aus. In einigen Produkten fand das Labor nur geringe Mengen von weniger als 30 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Gebäck. Bei Markenlebkuchen waren die Werte jedoch über 15 Mal so hoch.

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Spekulatius stärker belastet

Acrylamid entsteht beim Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel und hat sich im Tierversuch als Krebs erregend erwiesen. Seit 2002 nimmt Foodwatch alljährlich Weihnachtsgebäck unter die Lupe. Bei Spekulatius ist die Belastung im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bei vier der sieben getesteten Produkte waren die Werte höher als 2006.

Es geht auch mit weniger Chemie

Besser sieht es bei den Lebkuchen aus: Erstmals enthalten zwei Drittel der getesteten Lebkuchen weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Gebäck. "Das zeigt, es geht auch mit wenig Acrylamid. Nur leider werden die Hersteller dafür nicht belohnt, weil von außen nicht erkennbar ist, ob das Produkt stark oder kaum belastet ist", sagt Matthias Wolfsschmidt, Leiter der Testkampagne. Negativ fielen dagegen die "Echte Delikatess Lebkuchen - neue Rezeptur" von Pulsnitzer auf. Der gemessene Wert war fast 20 Mal so hoch, wie bei den "Weissella Feine Oblaten Lebkuchen" von Weiss.

Schon kleinste Mengen sind gefährlich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen maximalen Verzehr von einem Mikrogramm Acrylamid pro Kilo Körpergewicht am Tag. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält den Stoff für extrem gefährlich. Es könne gar kein gesundheitlich unbedenklicher Grenzwert in Lebensmitteln festgelegt werden, weil schon bei kleinsten Mengen Risiken bestehen, heißt es aus dem BfR. Die Werte der WHO seien nur ein praktikabler Richtwert.

Besonders für Kinder gefährlich

Legt man den Richtwert der WHO zugrunde, dürfte ein 20 Kilogramm schweres Kind täglich nicht mehr als anderthalb Stück "Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen" essen. Außerdem wäre der Verzehr anderer Röstprodukte wie Toast oder Pommes Frites tabu.

Forderung nach niedrigeren Grenzwert

Die Tests zeigen, dass Hersteller Backwerk mit weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Lebensmittel herstellen können. Der von der Bundesregierung festgelegte Signalwert für Lebkuchen liegt jedoch bei 1.000 Mikrogramm. Erst ab dieser Menge gelten sie als sehr stark belastet und Hersteller werden aufgefordert, den Wert zu senken. Bei Spekulatius liegt der Grenzwert bei 560. Foodwatch hält diese Signalwerte für viel zu hoch und fordert niedrigere Werte.

Vergolden statt bräunen

Acrylamid entsteht beim Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Es ist also nicht nur im industriell gefertigten Essen enthalten, sondern auch in Bratkartoffeln, Kartoffelpuffern und selbstgemachten Pommes. Jeder kann selbst etwas tun, um Acrylamid zu vermeiden. "Man sollte Kartoffel- und Getreideprodukte nicht zu scharf anbraten. Vergolden statt bräunen, heißt hier die Devise", rät Andrea Schauff, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hessen. Zudem kann der Verbraucher beim Einkauf Brotlaibe und Kuchenstückchen meiden, die braune Stellen aufweisen.

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