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Verbraucher: Was die Wirtschaft von Senioren lernen kann

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Was die Wirtschaft von Omi lernen kann

07.01.2008, 14:27 Uhr | bri/dpa, t-online.de

Einkaufen ist für alte Menschen oft eine Last. (Foto: ddp)Einkaufen ist für alte Menschen oft eine Last. (Foto: ddp)Hannelore Bayer mag den Begriff "Senior" nicht. Trotzdem ist die 66-Jährige als sogenannter "Senior-Scout" für die Nürnberger Agentur für Generationenmarketing (A.GE) unterwegs. Sie hilft, Firmen für ihre reifere, zum Teil äußerst zahlungskräftige Kunden zu gewinnen. Seit vier Jahren schon testet sie Produkte für die Bedürfnisse älterer Menschen, spricht mit Herstellern und kauft anonym in Kaufhäusern ein. Dabei stört sich die Nürnbergerin weniger an den Problemen, auf die sie mit zunehmendem Alter stößt. Der 66-Jährigen missfällt vor allem die penetrante Produktwerbung für Senioren. Denn Alte mögen nicht auf ihr Alter hingewiesen werden.



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Preise kaum zu entziffern

Dass unsere Gesellschaft immer älter wird, ist mittlerweile bekannt. Dass diese ältere Gesellschaft anders umworben werden muss, ist zu den Herstellern bisher kaum durchgedrungen. Für Hannelore Bayer ist es zum Beispiel ein Ärgernis, wenn Preise nicht ohne Brille zu entziffern sind. Die Zahlen seien schlicht zu klein geschrieben, kritisiert die 66-Jährige. Auch auf Sitzgelegenheiten muss die Nürnbergerin in vielen Geschäften verzichten. Kleine Stolpersteine, die das Einkaufen für ältere Menschen zur Last machen.

Ältere Menschen sorgen für den größten Umsatz

Andreas Reidl, Inhaber der A.GE, spricht von einem großen Nachholbedarf bei deutschen Unternehmen. Nach einer Erhebung des Bundesverbands der Deutschen Industrie aus dem Jahre 2007 gibt die Generation 50-Plus rund eine halbe Milliarde Euro pro Jahr aus. Das ist rund die Hälfte des Konsums hierzulande. "Für Unternehmen wird es überlebenswichtig sein, ältere Menschen für ihre Produkte zu gewinnen", sagt Reidl. Dabei sei es entscheidend, die stetig wachsende Zielgruppe der über 50-Jährigen auch richtig anzusprechen.

"Oldie" ist für Alte out

Bezeichnungen wie "Oldie" oder "Senior" gefallen Hannelore Bayer zum Beispiel überhaupt nicht. "Lieber würde ich in einem Restaurant einen Kinderteller bestellen, als die Senioren- Portion zu wählen." Als eine weitere Form von Diskriminierung empfindet sie auch Telefone mit überdimensional großen Tasten. Natürlich sehe sie den Nutzen der Produkte. Dennoch wolle sie nicht ständig auf ihr Alter aufmerksam gemacht werden. Die 66-Jährige hält durchaus Schritt mit der Entwicklung der Technik. Computer und Internet sind für sie kein Fremdwörter.

Hersteller müssen sich anpassen

Laut Reidl nimmt die Zahl jüngerer Konsumenten ab, die Zahl älterer zu und die Geschäfte müssen sich darauf einstellen. "Die Konsumwelt wird übersichtlicher", sagt der Experte für Generationenmarketing. Regale würden wieder kleiner und neue Produkte kämen nicht mehr so schnell auf den Markt. Auch die Fachsprache im Elektronikmarkt wird nach Meinung Reidls zunehmend verschwinden. "Entscheidend wird für die älteren Menschen die Produktdarbietung sein." Vorbei die Zeiten, in denen spindeldürre Schaufensterpuppen die Mode der Saison präsentierten.

Senior-Scouts sollen Herstellern helfen

Immerhin hat die deutsche Wirtschaft nach Reidls Einschätzung inzwischen verstanden, dass sie mit einer immer älteren Kundschaft konfrontiert sein wird. "Woran es derzeit hapert, ist die Umsetzung." Nach Reidls Erfahrung tappen rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen im Dunkeln, wie sie die ältere Generation für die eigenen Produkte gewinnen kann. Erste Hinweise liefern "Senior Scouts" wie Hannelore Bayer. Ginge es nach ihr, gäbe es in Geschäften ein paar Plätze zum hinsetzen und an heißen Tagen auch ein Glas Wasser dazu. Die Preisschilder wären nicht mehr unleserlich klein und die Verkäuferin nicht vierzig Jahre jünger.

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