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Verbraucher: Fleisch von geklonten Tieren in den USA im Handel

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VERBRAUCHER-TIPPS | LEBENSMITTEL  

Essen aus Frankensteins Küche?

16.01.2008, 10:29 Uhr | afp / tze

Landet bald Wurst von geklonten Tieren in der Fleischtheke? (Foto: ddp)Landet bald Wurst von geklonten Tieren in der Fleischtheke? (Foto: ddp)In den USA dürfen künftig Milch und Fleisch von geklonten Tieren in die Läden kommen, ohne dass sie gekennzeichnet werden müssen. Die amerikanische Lebensmittelbehörde hält den Verzehr für unbedenklich. Möglicherweise wird Klonfleisch auch bald in der EU zugelassen und könnte dann auch in Deutschland auf den Tellern landen. Für viele Verbraucher ist das eine Schreckensvision, weil Kritikern zufolge die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit nicht klar sind. Bei Klonfleisch handelt es sich nicht um ein genverändertes Nahrungsmittel. Vielmehr wird beim Klonen aus dem Erbgut eines Tieres eine genetisch identische Kopie gezüchtet.

US-Behörde: "Keine Gefahr für den Menschen"

Die Washingtoner Behörde für Lebensmittelaufsicht (FDA) gab am 15. Januar nach sechsjähriger Prüfung die Erlaubnis für den Verkauf der umstrittenen Produkte für den menschlichen Verzehr. Eine ausführliche Risikoabschätzung habe ergeben, dass Lebensmittel aus geklonten Rindern, Schweinen und Ziegen keine Gefahr für den Menschen darstellten, erklärte die FDA. Eine Kennzeichnungspflicht sei nicht nötig, da sich die betreffenden Produkte "nicht von jenen unterscheiden, die aus konventionell gezüchteten Tieren hergestellt" würden.

Kritiker: Folgen sind nicht überschaubar

Verbraucherschützer kritisierten die Entscheidung der Behörde scharf. Der Experte Michael Hansen von der Organisation Consumers' Union kritisierte, die Studien der FDA stützten sich auf zu kleine Stichproben. "Es sind noch zu viele Fragen offen", sagte Hansen. Joe Mendelson vom Center for Food Safety wies darauf hin, dass die Mehrheit der US-Verbraucher Produkte aus geklonten Tieren ablehnten. "Die Öffentlichkeit verlangt mehr Informationen, ehe Klone in die Nahrungsmittelkette kommen." Die Verunsicherung der Verbraucher lasse auch mögliche Schäden für den Export von US-Nahrungsmitteln erwarten.

Bis zum flächendeckenden Verkauf können Jahre vergehen

Kritiker in den USA bezeichnen geklonte Nahrungsmittel in Anspielung auf Frankenstein als "Frankenfoods" und warnen vor nicht abschätzbaren Folgen für die Gesundheit. Experten zufolge dürfte es indes noch Jahre dauern, bis wirklich Milch und Fleisch von geklonten Tieren in die Kühltheken der Läden kommen. Klonen ist ein aufwändiges und teures Verfahren. Die FDA geht in ihrer Studie davon aus, dass das Klonverfahren vor allem zur Herstellung wertvoller Zuchttiere verwendet würde. Nicht diese Tiere selbst, sondern vor allem die Produkte ihrer dann konventionell gezeugten Nachkommen würden in den Handel gelangen, erklärte die FDA.

EU entscheidet im Mai über Freigabe

Für Nahrungsmittel aus geklonten Schafen und anderen Tieren gab die FDA mangels ausreichender Studienergebnisse noch keine Erlaubnis zum Verkauf. Sie stellte es Lebensmittelproduzenten frei, ihre Nahrungsmittel freiwillig zu kennzeichnen und damit die Kunden über den Einsatz von Klon-Tieren zu unterrichten. In der Europäischen Union wird der Verkauf geklonter Tierprodukte derzeit geprüft; eine Entscheidung wird für Mai erwartet. Ein geklontes Tier ist die im Labor hergestellte exakte genetische Kopie eines anderen.

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