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Testsiegel-Schwindel: Stiftung Warentest wehrt sich gegen irreführende Werbung

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Verbraucher-Tipps  

Stopp dem Schwindel mit Testsiegeln

18.01.2008, 10:31 Uhr | dpa, ug, bri

Nicht alle Händler werben korrekt mit Testnoten. (Foto: Stiftung Warentest; Montage T-Online)Nicht alle Händler werben korrekt mit Testnoten. (Foto: Stiftung Warentest; Montage T-Online)Testurteil "sehr gut", "gut" oder "mangelhaft"? Rund ein Drittel der Deutschen richtet sich laut einer Umfrage des Allensbacher Instituts nach den Testsiegeln von Stiftung Warentest oder Öko-Test. Kein Wunder, dass die Hersteller sehr gern mit diesen Testurteilen werben. Doch immer wieder gibt es Fälle von Etikettenschwindel. Jetzt will Stiftung Warentest die Werbung mit ihren Testurteilen beschränken. Das kündigte die für Produkttests zuständige Projektleiterin, Birgit Rehlender, in einem Interview mit der Lebensmittel Zeitung an. Wir haben Experten gefragt, wie aufschlussreich die Testsiegel wirklich sind und wie Hersteller damit Verbraucher täuschen.




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Discounter prüfen ihre Werbung

Die Stiftung Warentest reagiert damit auf die weit verbreitete Praxis der Supermarktketten, die getestete Charge nicht mit anzugeben und Handelsmarken trotz verschiedener Inhaltsstoffe mit einem einheitlichen Testurteil zu bewerben. "Manche verwenden einen veralteten Schriftzug, andere geben sich als Testsieger aus, obwohl sie es nicht sind oder andere genauso gut abschneiden", sagt Heike van Laak von Stiftung Warentest. Bislang gibt es für die Hersteller und Supermarktketten nur Empfehlungen, wie sie mit den Testsiegeln werben können, nun sollen klarere Bestimmungen dem Test-Missbrauch vorbeugen. Discounter wie Lidl und Penny hätten bereits reagiert und überprüften die Werbung mit den Noten der Stiftung Warentest.

So werden Verbraucher getäuscht

Das Problem: Die Hersteller werben gern mit den Siegeln, aber nicht immer korrekt. "Es werden beispielsweise nur Teilergebnisse veröffentlicht oder Ergebnisse alter Tests, teilweise werden sogar Labels selbst gedruckt, die so ähnlich aussehen, wie die der Stiftung Warentest", sagt Christian Fronczak vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Er rät: "Deshalb sollte man sich gut einprägen, wie das echte Label aussieht". Außerdem würden auf den Verpackungen mit einem Testergebnis geworben, das ein anderes Produkt des Anbieters betreffe, oder es werde ein positives Einzelurteil in der Werbung herausgestellt und der falsche Eindruck geweckt, es handele sich um ein Gesamturteil.

Teures Produkt mit falschem Siegel

Einige Hersteller sind besonders dreist: Sie nehmen ein positives Testsiegel und kleben es auf ein anderes Produkt. Das war beispielsweise bei einer Wandfarbe des Herstellers J.W. Ostendorf der Fall, die es im Februar 2007 bei Penny im Angebot gab. Darauf prangte ein Siegel der Stiftung Warentest, wonach diese Farbe 2004 mit "gut" bewertet wurde. Sofort prüfte Stiftung Warentest in einem Schnelltest, ob das auch stimmt. Ergebnis: Lug und Trug. Zwar prangte auf dem Etikett das Siegel der Stiftung Warentest mit der Aufschrift "Baugleich mit Diffutan-Super Umweltfarbe ELF". Diese Farbe schnitt tatsächlich im Oktober 2004 mit einem "gut" ab, war jedoch etwa doppelt so teuer. "Im Schnelltest zeigte sich dann, dass die neue Farbe nicht so gut abdeckt, wie jene vom Oktober 2004. Wir kamen beim Test auf ein Deckvermögen der Klasse III und nicht die bessere Klasse II, wie angegeben war", so Ronald Dammschneider von Stiftung Warentest. Die Farbenfirma bestreitet in einer Stellungnahme den Vorwurf von Stiftung Warentest und verweist auf eigene Qualitätskontrollen, die angeblich eine Deckkraft der Klasse II bestätigen.

Etikettenschwindel ist keine Seltenheit

"Vor allem bei Produkten, die auf einer Rezeptur basieren, kommen solche Veränderungen vor", sagt Dammschneider. So geschehen 2005 mit Olivenöl: Im aktuellen Test mit "mangelhaft" bewertet, stand das Öl mit noch mit einem "sehr gut" im Regal. 2006 fiel ebenfalls eine Farbe auf: Baufix Wandfarbe wurde bei Lidl mit einem Warentest-Siegel vom Oktober 2004 beworben. Doch auch dies war Etikettenschwindel, denn bei der Farbe wurde inzwischen die Rezeptur verändert.

Verwirrende Fülle von Testsiegeln

Rund 1000 verschiedene Labels - Umweltkennzeichen, Prüfzeichen, Gütezeichen, Eigenmarken und andere - gibt es zurzeit auf dem Markt. Das Spektrum reicht von eigenen Herstellerlabels bis hin zu unabhängig vergebenen und überwachten Qualitätszeichen, wie die der Stiftung Warentest oder von Öko-Test. Ein Lichtschalter, der mindestens 45.000 Mal einwandfrei funktioniert, erhält das Prüfzeichen des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik - besser bekannt als VDE-Zeichen. Das T-Shirt, das ohne krebs- oder Allergie auslösende Farbstoffe gefärbt ist, entspricht dem "Öko-Tex Standard 100". Und wer beim Bonbonlutschen keinen Karies riskieren möchte, muss auf das Zahnmännchen achten, denn das kennzeichnet Bonbons und Süßwaren, die ohne Zucker hergestellt wurden.

Erst informieren, dann kaufen

Fazit für die Verbraucher: Nicht blind dem Testsiegel vertrauen, sondern sich informieren, wer getestet hat, und nach welchen Kriterien. All dies ist in einschlägigen Test-Zeitschriften nachzulesen. "Vor allem bei kostspieligeren Anschaffungen kann es sich lohnen, sich vorher genau zu informieren", rät Fronczak. Für weitere Informationen über die verschiedenen Label und Testsiegel empfiehlt er unter anderem die Internetseiten www.label-online.de und www.nachhaltigkeitsrat.de.

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