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Auf Burger verzichten fürs gute Gewissen?

12.07.2011, 19:15 Uhr | ug, afp

Muss ich beim Verzehr von Burgern ein schlechtes Gewissen haben? (Foto: imago)Muss ich beim Verzehr von Burgern ein schlechtes Gewissen haben? (Foto: imago)Schnell ins Auto steigen und einen Burger aus dem Fast-Food-Restaurant mitnehmen - für viele ist das selbstverständlich. Doch ist das in Zeiten von Lebensmittelkrisen wirklich zu verantworten? Entstehen doch allein bei der Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch 36 Kilogramm Kohlendioxid. Damit ist der Genuss dieser Fleischmenge so klimaschädlich wie eine Autofahrt von 250 Kilometern, so japanische Forscher. Zudem explodieren derzeit die Reis- und Weizenpreise weltweit, zu Tausenden gehen die Armen in den Entwicklungsländern aus Protest gegen unbezahlbare Lebensmittel auf die Straße. Mancher Verbraucher hierzulande fragt sich, ob er als Einzelner etwas tun kann in dieser Krise - zum Beispiel durch verantwortungsbewusstes Einkaufen. Wir sagen Ihnen, worauf man beim verantwortungsvollen shoppen achten sollte und bei welchen Lebensmittel es wirklich sinnvoll ist.

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Hilft der Verzicht auf bestimmte Produkte?

Es gibt Produkte, deren Herstellung große Rohstoffmengen verschlingt - Fleisch zum Beispiel. Dabei machen die Produktion und der Transport des Futters demnach mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs aus. Als Hauptursache für den Treibhauseffekt bei der Herstellung gilt jedoch das Methan, das bei der Verdauung entsteht, so das Magazin "New Scientist". Pflanzen, die ins Viehfutter wandern, könnten als Nahrungsmittel deutlich mehr Menschen satt machen als das damit gewonnene Fleisch, sagt Andreas Eickelkamp von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Aber: "Mit Fleischverzicht wird die Welt nicht gerettet." Eickelkamp plädiert für einen maßvollen Fleischkonsum zweimal die Woche. Das kommt auch der Gesundheit zugute.

Reisverbot wegen Krise?

Für die Welternährung bringt es nichts, auf den Verzehr von Reis, Mais oder Weizen zu verzichten: Ein Grundnahrungsmittel muss schließlich durch ein anderes ersetzt werden, so dass sich die Nachfrage nur verschiebt, wie Eickelkamp sagt. Ein Großteil des Reis' in Deutschland werde gar nicht aus Asien importiert, wo derzeit die große Knappheit herrscht, sondern unter anderem aus den USA, sagt auch Marita Wiggerthale, Handelsexpertin von Oxfam Deutschland.

Fair gehandelte Produkte gegen Armut

Gerechte Preise ermöglichen den Bauern in Entwicklungsländern ein Einkommen, das die Ernährungssituation vor Ort verbessert. Fair gehandelte Ware "schafft Stabilität vor Ort und kann Armut verhindern helfen", sagt Eickelkamp. Wiggerthale fügt hinzu: "Nur Fair Trade gibt den Verbrauchern die Gewissheit, dass die Waren unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurden."

Ist Fair-Trade immer teurer?

Fair-Trade-Ware ist im Verhältnis zu konventionell gehandelten Lebensmitteln tatsächlich teurer - doch langfristig zahlt sich der Preisaufschlag nach Ansicht von Foodwatch aus. Eickelkamp betont, auf diese Weise würden die Landarbeiter in den Entwicklungsländern über den Handel direkt unterstützt - und nicht die jeweilige Regierung wie bei staatlicher Entwicklungshilfe.

Biosprit - ja oder nein?

So lange die Ernährungsunsicherheit in den Entwicklungsländern durch die Biospritpolitik in der EU zunimmt, ist beispielsweise Oxfam gegen die geplante höhere Beimischung von herkömmlichem Biosprit aus Energiepflanzen. Besser sind Biokraftstoffe der zweiten Generation, für die keine Lebensmittelrohstoffe mehr verwendet werden müssen - die aber auch noch mitten in der Entwicklung stecken. Bleiben öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad - das spart nicht nur Sprit aller Art, sondern auch klimaschädliches CO2 ein.


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