Sie sind hier: Home > Leben >

Lebensmittel: EU-Kommission will Chlor-Hähnchen zulassen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

VERBRAUCHER-TIPPS | LEBENSMITTEL  

EU-Kommission will Chemie-Hähnchen zulassen

29.05.2008, 11:25 Uhr | dpa, afp

Verbraucher-Tipps: Appetitlich - von wegen: Die EU-Kommission will mit Chlor behandelte Hähnchen einführen. (Foto: imago)Appetitlich - von wegen: Die EU-Kommission will mit Chlor behandelte Hähnchen einführen. (Foto: imago)Das dürfte den Verbrauchern so gar nicht schmecken: Mit Chlor belastete Hähnchen sollen bald wieder zum Verkauf zugelassen werden. Nach dem Willen der EU-Kommission soll mit Chlorwasser gesäubertes Geflügelfleisch aus den USA in europäischen Supermärkte erhältlich sein - allerdings unter strikten Auflagen. "Mit Chemikalien dekontaminiert" könnte dann künftig auf Verpackungen von Hühnchenschenkeln oder Putenbrüsten stehen. Die Brüsseler Behörde machte am Mittwoch einen entsprechenden Vorschlag, der die Hygienevorschriften für Geflügelzüchter innerhalb und außerhalb der EU angleichen soll. Darüber wird nun im EU-Ausschuss für Lebensmittelsicherheit beraten. Deutschen Geflügelherstellern schmeckt das ebenso wenig wie Verbraucherschützern.

Anti-Keim-Tricks So halten Sie Ihr Essen sauber
Küchen-Hygiene So haben Bakterien keine Chance
Tipps Worauf Sie beim Fleischkauf achten sollten

Garantiert keimfrei - aber mit Chlor belastet

Garantiert keimfrei auf den Teller: Das versprechen US-Geflügelzüchter ihren Kunden und tunken Geflügel vor dem Verkauf in eine Lösung mit antibakteriellen Substanzen, darunter Chlordioxid und Natriumchlorit. Unappetitlich, befand die EU bereits 1997 und untersagte die Einfuhr. In dem seit elf Jahren schwelenden Handelsstreit will Brüssel Washington nun entgegenkommen, pünktlich zum EU-USA-Gipfel am 10. Juni in Slowenien. Laut den USA haben wissenschaftliche Gutachten gezeigt, dass die Methode der Desinfizierung unbedenklich sei. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sei ebenfalls der Ansicht, dass für die Verbraucher keine Gefahr bestehe, so die EU-Kommission.

Nach Verzehr immun gegen Antibiotika?

Hinter dem EU-Vorstoß steht der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen. "Die Amerikaner haben Recht", heißt es aus seinem Umfeld. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat "keine Sicherheitsbedenken" gegen das Hähnchenfleisch aus den USA. Im April forderte sie allerdings weitere Untersuchungen, ob der Verzehr der Chlor-Hähnchen Menschen nicht doch gegen Antibiotika immun machen kann. Deshalb will die Kommission das US-Geflügel zunächst nur "provisorisch für zwei Jahre" auf den Markt lassen, wie es in dem Verordnungsentwurf heißt.

Offensive gegen Chemie-Hähnchen

Die Kommission machte diesen Vorschlag angesichts des bevorstehenden EU-USA-Gipfels mit US-Präsident George W. Bush. Die USA fordern energisch die Aufhebung des Verbots. Schließlich verbuchen sie Einnahmeverluste von mehr als 100 Millionen Euro für ihre Geflügelwirtschaft. Widerstand kommt aus Deutschland, Gammelfleischskandale hin oder her. Der Deutsche Bauernverband, der Zentralverband der Geflügelwirtschaft und der Bundesverband der Verbraucherzentralen appellierten in einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Wiederzulassung der Chemie-Hähnchen zu verhindern. Mit dem europäischen System von Kontrollen entlang der gesamten Erzeugerkette werde dem Verbraucher anders als in den USA ein "natürliches Lebensmittel" angeboten, betonen sie.

Die meisten EU-Staaten sind gegen Einfuhr

Auch Landwirtschaftsminister Seehofer ist ein Feind der "chemischen Keule" gegen Salmonellen und Co. Bei einem EU-Treffen im slowenischen Maribor am 27. Mai machte er noch einmal deutlich, was er von dem Kommissionsvorschlag hält: "Gar nichts." Auch die Kommission räumt ihrem Vorschlag nicht übermäßige Chancen ein, wie aus einem internen Memorandum hervorgeht. Mindestens 20 der 27 EU-Staaten wollten gegen den Plan stimmen, der im Ministerrat eine qualifizierte Mehrheit erfordert, heißt es darin.

Kennzeichnung als Kompromiss?

Ist der Vorschlag damit genauso tot wie die Salmonellen auf einem US-Hühnerschenkel? Nicht unbedingt, meint der deutsche Europaparlamentarier Horst Schnellhardt. Wenn auf der Verpackung "chlorbehandelt aus den USA" zu lesen sei, könne der Verbraucher selbst entscheiden, ob er das Hühnerfleisch kauft. In diesem Fall könne er doch zustimmen, sagt Schnellhardt: "Chlor wird schließlich auch im Trinkwasser zugesetzt."

Mehr aus Lifestyle:
Alles Bio? Wann sich Bio wirklich lohnt
Wie Supermärkte tricksen Raffinierte Einkaufsfallen
Lassen Sie sich nicht alles bieten Ihre Rechte als Kunde

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017