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Trinkwasser: Wie gefährlich ist Uran im Leitungswasser?

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LEITUNGSWASSER  

Wie gefährlich ist Uran im Leitungswasser?

05.08.2008, 09:54 Uhr | bri/afp/dpa, t-online.de

In vielen Regionen ist zu viel Uran im Trinkwasser. (Foto: imago)In vielen Regionen ist zu viel Uran im Trinkwasser. (Foto: imago)Leitungswasser ist offenbar stärker mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet als bislang bekannt. Das berichtet das ARD-Magazin "Report München". Das Magazin bezieht sich bei den Daten auf Erhebungen der Verbraucherorganisation Foodwatch, die 8000 Einzeldaten aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet hatten. Insgesamt hätten 150 von den Behörden gemeldete Messwerte über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser gelegen. Wie gefährlich sind diese Werte?

Wo ist das meiste Uran im Wasser? Die Messwerte aus den einzelnen Bundesländern
Zum Durchklicken Welche Grenzwerte für Uran im Wasser gelten

So giftig wie Blei

Uran kommt in der Erde vor. Indem Grundwasser durch uranhaltiges Gestein fließt, nimmt es Bestandteile des Metalls auf. Uran gelangt also nicht durch Umweltverschmutzung in das Wasser. Die Wasserwerke filtern das Schwermetall nicht aus dem Wasser heraus, sodass auch Leitungswasser Uran enthält. Uran hat eine ähnlich hohe Giftigkeit wie Blei. Es kann die Niere, Leber und Knochen schädigen. Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf das Schwermetall.

Wasser vor allem für Babys gefährlich

Deshalb wurde vor drei Jahren der Grenzwert für Uran in Mineralwasser, das für Säuglingsnahrung geeignet ist, gesetzlich vorgeschrieben: Mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter darf ein derartiges Wasser nicht mehr enthalten. Eltern von Babys und Kindern unter sieben Jahren sollten ihren Kindern kein Leitungswasser geben und darauf achten, dass ihr Kind nur Wasser trinkt, das den Hinweis enthält: "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung". Laut dem aktuellen Daten liegen rund 800 Messwerte bei mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter.

Wie gefährlich für Erwachsene?

Für Erwachsene sind die gemessenen Werte offenbar weniger dramatisch. "In hohen Dosen kann Uran schädlich sein", sagt Irene Lukassowitz vom Bundesinstitut für Risikobewertung zu "Spiegel online". Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Trinkwasserrichtlinie einen Wert von 15 Mikrogramm pro Liter als tolerierbare Aufnahmemenge festgesetzt, also noch über den Werten des Umweltbundesamtes. Der Richtwert der WHO sagt aus, dass man diese Menge Uran ein Leben lang aufnehmen kann, ohne Schäden davon zu tragen.

Was tun Behörden?

Die betroffenen Kommunen gehen höchst unterschiedlich mit der Uran-Belastung um. Die Ostsee-Gemeinde Palmzin der Kommune Semlow in Mecklenburg-Vorpommern habe etwa erst durch die Nachfrage von "Report" von der hohen Uran-Belastung mit Werten über 23 Mikrogramm erfahren. Das zuständige Gesundheitsamt sei zwar schon seit 2006 über die Messung informiert worden, habe aber seither nicht reagiert.

Filter könnten helfen

Andere Gemeinden versuchten durch Vermischung mit unbelastetem Wasser oder Schließung einzelner Brunnen den Uran-Gehalt im Trinkwasser abzusenken. In Gemeinden, in denen nach dieser Maßnahme der Richtwert von 10 Mikrogramm pro Liter immer noch überschritten wird, könnten Uran-Filter-Anlagen eingebaut werden. Doch solange der bisherige Richtwert von 10 Mikrogramm noch immer nicht zum gesetzlich verbindlichen Grenzwert erhoben ist, warten betroffene Gemeinden den "Report"-Recherchen zufolge nicht selten ab, weil sie etwa die Kosten einer Filteranlage scheuen.

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