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Schrebergarten: Grünes Paradies oder Albtraum?

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SCHREBERGÄRTEN: Pro & contra  

Grünes Paradies oder Albtraum?

25.03.2009, 13:01 Uhr | ag

Verbraucher-Tipps: Gartenzwerge - wichtige Accessoires in vielen Schrebergärten. (Foto: imago)Gartenzwerge - wichtige Accessoires in vielen Schrebergärten. (Foto: imago)Für die einen ist der Schrebergarten ein Paradies, in dem man die Seele baumeln lassen kann. Für die anderen ist er der Inbegriff des Spießertums. Unbestritten hat ein Kleingarten viele Vorteile - besonders für Familien mit Kindern aus der Stadt. Dennoch gibt es auch Schattenseiten: angefangen bei den strengen Auflagen der Gartenvereine über die aufwändige Pflege des Pflanzenbestandes bis hin zu den lästigen Pflichtstunden im Verein. Ob man die grüne Oase tatsächlich genießen kann und unter dem Gartenzwergklischee leidet, hängt stark von den individuellen Vorstellungen der Freizeitgestaltung ab.

Pro & Contra: Schrebergarten


 (Grafik: Amely Maacken)

Corinna W. (45)

Grüne Oase zum Seele baumeln lassen

 (Grafik: A. Maacken)

Natascha V. (39):

Einmal Kleingartenverein und nie wieder!

Früher hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, in einen Kleingartenverein einzutreten. Schrebergärten waren für mich der Inbegriff des Spießertums - doch die Zeiten ändern sich, man wird älter und sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive. Als meine Tochter vor fünf Jahren geboren wurde und wir in einer Stadtwohnung mit kleinem Balkon lebten, wurde der Wunsch nach einem Garten, in dem wir entspannt die Wochenenden mit Relaxen, Grillen und Spielen verbringen konnten, immer stärker.

Über eine Freundin fand ich dann unserem Traumgarten in einer Kleingartenkolonie. Die Anlage und die Leute dort waren mir auf Anhieb sympathisch. Die Atmosphäre war locker, überall liefen kleine Kinder herum - einen Spielkameraden zu finden war für meine Tochter kein Problem. Der Garten war pflegeleicht gestaltet, viel Rasen zum Herumtoben, ein paar Obstbäume, Beerensträucher und ein paar Gemüsebeete. Dass wir den Garten übernommen haben, haben wir bis heute nicht bereut. Er ist eine grüne Oase, wo wir nach einer anstrengenden Woche so richtig auftanken und die Seele baumeln lassen können.

Die Arbeit hält sich in Grenzen, wenn jeder ein wenig mit anpackt - außerdem macht es richtig Spaß, seine eigenen Kartoffeln und Zucchini wachsen zu sehen, zu ernten, mit den Kindern Beeren zu naschen und sich an den herrlichen Blumen zu freuen. Auch unsere Tochter genießt die Nähe zur Natur, die ihr als Stadtkind früher gefehlt hat. Auch die Gemeinschaftsarbeit, zu der wir im Verein verpflichtet sind, ist nicht wirklich lästig. Wir verabreden uns meistens mit unseren Gartennachbarn, zu denen wir mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben, und jäten dann zusammen das Unkraut auf den Gehwegen oder bringen den vereinseigenen Spielplatz ein wenig in Ordnung. Dabei wird viel gelacht und erzählt und die Zeit vergeht im Nu. Indem wir neue soziale Kontakte zu anderen Familien mit Kindern geknüpft haben, können wir unsere Freizeit sehr viel mehr genießen.

Unsere Tochter läuft meist mit ihren Freunden von einem Garten zum anderen, um dort unbeschwert zu spielen. Das ist spannend für sie und für uns sehr entspannend, da wir wissen, dass auch die anderen Erwachsenen immer ein Auge auf die Kinder werfen. Insgesamt haben wir es keine Minute bereut, den Garten damals gemietet zu haben und wollen die Zeit in unserem grünen Paradies nicht missen.

Nachdem wir mit Freunden viele schöne Sommerabende in deren Schrebergarten erlebt hatten, haben mein Mann und ich uns letztes Jahr entschlossen, auch unter die Kleingärtner zu gehen. Heute bereuen wir diese Entscheidung. Schon bald haben wir gemerkt, dass von außen doch alles sehr viel rosiger aussieht, als es eigentlich ist. Der Garten, den wir von einem leidenschaftlichen Hobbygärtner übernommen haben, war damals ein wahres Schmuckstück. Die Beete waren sauber angelegt, die Obstbäume geschnitten, die Blumenrabatten gepflegt.

Niemals hätten wir uns vorgestellt, wie viel Zeit es kostet, die Parzelle so in Schuss zu halten. Schon nach kurzer Zeit wucherte überall das Unkraut. Ganz zu schweigen von den Schädlingen, den vielen Schnecken, die über Nacht unsere Salatköpfe anfraßen und den Maden, die unsere Apfelernte vermasselten. Das alles war schon ziemlich frustrierend. Immer war irgendetwas zu tun - kaum war die eine Sache abgeschlossen, stand auch schon die nächste Arbeit an. Die Stunden, in denen wir uns entspannt in den Liegestuhl legen und entspannen konnten, konnten wir an einer Hand abzählen. Dabei hatten wir uns so nach einem Ort gesehnt, an dem wir endlich mal zur Ruhe kommen konnten.

Doch das stellte sich als Illusion heraus. Problematisch waren auch die Urlaube. Denn wenn im Sommer der Garten für zwei oder drei Wochen nicht gepflegt wird und die Pflanzen kein Wasser bekommen, ist der Garten hinterher keine Augenweide mehr. Einmal wurden wir sogar vom Vorstand des Kleingartenvereins darauf hingewiesen, das wuchernde Unkraut besser zu entfernen, um den Richtlinien der Kleingartenordnung zu entsprechen. Außerdem hatten wir nicht wirklich einen Draht zu den anderen Kleingärtnern, von denen viele mit Argusaugen die Gärten ihrer Nachbarn beobachteten und mit ihren gut gemeinten Ratschlägen ganz schön nerven konnten. Nach wenigen Monaten stand unser Entschluss fest: Wir wollten den Garten abgeben, um wieder frei zu sein.

Daher kündigten wir den Vertrag zum Ende letzten Jahres. Den Abstand in Höhe von 2500 Euro, den wir damals dem Gartenverein für die Hütte und den Pflanzenbestand überwiesen hatten, haben wir bislang jedoch noch immer nicht zurückbekommen. Erst muss nämlich ein Nachpächter gefunden werden, vorher wird die Summe nicht ausgezahlt. Und wann das sein wird, kann keiner sagen..

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