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Schädlinge im Bett: So erkennen Sie Bettwanzen

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Verbraucher: Schädlingsbekämpfung  

Droht uns die Invasion der Bettwanzen?

07.04.2009, 12:41 Uhr | mou

Bei den meisten fängt es sofort an zu jucken, wenn sie die Gruselnachrichten über die wachsende Wanzenplage in New Yorker Hotels lesen. Heißt es dann, dass man die Parasiten vielleicht im Koffer mit sich nach Hause schleppt, wird's einem endgültig mulmig. Laut BBC ist die Zahl der gemeldeten Fälle in der amerikanischen Metropole im letzten Jahr um 34 Prozent auf über 10.000 gestiegen. Aber nicht allein in New York und den USA werden auch Wohnungen zunehmend von dem zähen Parasiten heimgesucht. Auch in Deutschland vermelden Kammerjäger steigende Fallzahlen. „Bettwanzen sind weltweit ein Problem“, sagt Gabriele Schrader vom Umweltbundesamt in Berlin. Die Zoologin ist sich sicher: „In Deutschland gibt es keine Großstadt mehr, in der sich keine Bettwanzen finden. Und es wird immer mehr.“

Wanzenalarm Bettwanzen erkennen und bekämpfen

Zahlen bezeugen eine rasante Zunahme in Deutschland

Mario Heising vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) in Berlin bestätigt den Verdacht, dass der Vormarsch der Bettwanzen in Deutschland längst keine Lappalie mehr ist. Erhebungen aus den letzten beiden Jahren geben ihm Recht: 2007 wurden in elf Berliner Betrieben 210 Bettwanzenvorfälle gemeldet, 2008 waren es in 16 Betrieben schon 330 Fälle. Im Durchschnitt sind das pro Kammerjäger 20,5 Bettwanzenmeldungen in 2008 im Vergleich zu 19 im Jahr 2007. "Das ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass noch vor zehn, fünfzehn Jahren nur zwei bis fünf Bettwanzen-Bekämpfungen im Jahr auf einen Kammerjäger kamen", meint Heising.

Unkenntnis und Scham führen zu Vermehrung

Aber nicht nur Großstädte sind aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte in zunehmendem Maße betroffen. Die Bettwanze macht auch vor der Provinz nicht halt. Genaue Zahlen über das Ausmaß der Verbreitung sind nicht ermittelbar. Schrader vermutet, dass die Dunkelziffer um ein vielfaches höher ist als die gemeldeten Fälle. Der Grund sei in vielen Fällen nicht nur Unkenntnis, sondern das Schamgefühl der Betroffenen. „Wie bei Kopfläusen verbinden die Leute Bettwanzen und andere Schädlinge mit mangelnder Hygiene und verschweigen, wenn sie in den eigenen vier Wänden auf Parasiten stoßen“, gibt die Expertin zu bedenken.

Bettwanzen können jeden heimsuchen

Dabei habe die wachsende Ausbreitung und Zunahme von Bettwanzen nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Die Tiere finden sich genauso in Vier-Sterne-Hotels wie in Jugendherbergen, sagt Schrader. Das Problem ist vielmehr im internationalen Reiseverkehr und dem globalen Handel zu suchen. Es ist anzunehmen, dass zahlreiche Reisende Bettwanzen aus dem Hotel in ihren Koffern mit nach Hause bringen.

eBay und Trödelmärkte sind Übertragungsorte

Der weltweite Güterverkehr ist eine weitere Quelle für die massenhafte Verbreitung der Parasiten. Bettwanzen sitzen in den Ritzen von Möbeln, Antiquitäten, Bilderrahmen, in Matratzen und auf Bettgestellen. Aber auch durch den Internethandel wie eBay wird die Zirkulation der Tiere ungeheuer angekurbelt, betont Schrader. „Trödelmärkte und eBay sind geradezu ideale Umschlagplätze für Bettwanzen und andere Parasiten“, so die Zoologin vom Umweltbundesamt. Die Second-Hand-Märkte, Antiquitäten und Trödel stellen für das wachsende Ausmaß von Bettwanzen und anderen Parasiten ein ernsthaftes Problem dar. Die Tiere und ihre Eier sitzen sogar in CD-Hüllen.

Schwer zu erkennen

Für ein ungeschultes Auge ist es sehr schwer, Bettwanzen überhaupt zu erkennen. Die Tiere sind im nüchternen Zustand nur vier bis fünf, in gesättigtem Zustand neun Millimeter groß. Man erkennt sie oft erst, wenn es schon viele sind. Kotspuren auf Tapete oder Dielenboden können ein Hinweis auf Bettwanzen sein. Die Eier entdeckt man nur selten, denn sie sind meist unter Bettgestellen oder hinter der Tapete versteckt. Selbst die Stichspuren von Bettwanzen wirken in vielen Fällen noch nicht alarmierend, meint Schrader, denn „das Erscheinungsbild auf der Haut ist nicht bei jedem Menschen gleich“.

Erst bestimmen, dann bekämpfen

Eine erste Hilfestellung beim Erkennen eines Befalls bieten Informationen über das Aussehen der Tiere. „Es ist wichtig, die Leute für das Thema zu sensibilisieren. Viel wäre schon erreicht, wenn auch Laien eine ungefähre Vorstellung haben, wie so eine Bettwanze aussieht“, meint Schrader. Wer ein Tier im Reisegepäck oder bei sich zu Hause findet, kann sie zur Bestimmung an das Gesundheitsamt in seiner Nähe schicken. Auch das Umweltbundesamt untersucht Einsendungen.

Nicht ohne den Fachmann

Wenn es darum geht, Umfang und Ausmaß des Befalls zu ermitteln, muss der Kammerjäger ans Werk. Für die Bekämpfung von Bettwanzen sollte man sich unbedingt an die Gesundheitsämter wenden, rät Schrader, denn „die Tiere sind extrem widerstandsfähig. Sie überleben bei nur 16 Grad Celsius ein ganzes Jahr lang ohne zu saugen.“ Ihr Kollege Erik Schmolz warnt: „Versuchen Sie nicht selber herum zu doktern oder sogar auf eigene Faust mit Gift zu experimentieren. Bettwanzen sind ein Fall für den Profi. Wenn man sie einmal hat, ist es extrem schwer, sie wieder loszuwerden.“

Je später erkannt, desto länger die Behandlung

Eine erfolgreiche Befallskontrolle und Bekämpfung kann vier bis sechs Wochen dauern. Oftmals werden Kombi-Verfahren eingesetzt, etwa mechanische Bekämpfung durch Hitze und Insektizide. Dauer und Art der Maßnahmen hängen aber vom einzelnen Fall und den Bedingungen der Wohnung ab, so Schrader, da gibt es kleine pauschale Methode. „Im Extremfall müssen sogar die Tapeten runter“. Solange es sich nur um einzelne Gegenstände handelt, ist eine Behandlung relativ einfach. Eine Matratze kann beispielsweise eingeschweißt und dann gezielt und separat behandelt werden. In Wohnungen gehören Matratzen zu den bevorzugten Orten von Bettwanzen.

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