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"Öko-Test": Mittel gegen Schädlinge sind oft gefährlich

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Schädlingsbekämpfung  

"Öko-Test": Viele Mittel gegen Ungeziefer gefährlich

26.04.2009, 10:14 Uhr | ali

Verbraucher: Feuchtigkeit ist oft Ursache für Schädlinge in Haus und Garten. (Foto: imago)Feuchtigkeit ist oft Ursache für Schädlinge in Haus und Garten. (Foto: imago)Wenn es in Haus und Garten grünt, ist die Seele glücklich. Aber die schöne Pracht ist nicht nur bei Menschen beliebt. Auch Blattläuse, Ameisen oder Schnecken machen es sich im Garten gerne gemütlich. Im Haus sind es vor allem Motten oder Schaben, die in den Vorratskammern ihr Unwesen treiben. Keiner der Eindringlinge ist ein gern gesehener Gast. Wer Schädlinge bekämpfen will, greift aber oft zu schnell zur chemischen Keule, auch unter Vernachlässigung der eigenen Gesundheit. „Öko-Test“ hat 170 Produkte gegen Schädlinge getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: Viele Mittel sind richtig gefährlich.

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Viele Produkte bergen gesundheitliche Risiken

Laut "Öko-Test" belegen neuste Aufstellungen des Umweltbundesamtes, dass synthetische Gifte, die in Sprays, Verdampfern oder Sticker im Haushalt zum Einsatz kommen, gesundheitliche Risiken bergen können. Auch Stoffe, die schon in Baumaterialen verarbeitet worden sind und tödlich auf Bakterien und Schimmel wirken, sind nicht unproblematisch, so die Experten weiter. Ein Problem ist, dass sich Mittel gegen Schädlinge in Innenräumen langsamer abbauen als in Außenbreichen. Egal, welches Mittel eingesetzt wird: Allgemein sollte der Sprühnebel der Mittel nicht direkt eingeatmet werden und die Stoffe mit der Haut nicht in Kontakt kommen.

Genaue Ungeziefer-Bestimmung ist wichtig

Wichtig für eine gute Schädlingsbekämpfung ist die genaue Bestimmung des Ungeziefers. Die häufigsten Schädlinge im Haushalt sind Dörrobstmotten und Kleidermotten. Aber auch Schaben, Ameisen und Mäuse suchen sich gerne ihren Weg in die Wohnräume. Wer die Eindringlinge langfristig bekämpfen will, der setzt auf einen ausgebildeten Profi. Er weiß, wie man Biologie der Tiere nutzt, um die Schädlinge so weit wie möglich natürlich zu bekämpfen. Allgemein gehören synthetische Gifte ausschließlich in die Hände von Profis, so die Experten von "Öko-Test".

Mittel gegen Vorratsschädlinge

Kaum steigen die Temperaturen, sind auch schon die Fruchtfliegen, die sich ihren Zugang in die Küche erfliegen, auf dem Obst zu sehen. Eklig und nicht sehr hygienisch, können diese kleinen Biester doch Keime übertragen. Reine Klebefallen oder Lockfallen mit Essigsäure oder andere organische Säuren sind laut "Öko-Test" in Ordnung. Auch Klebefallen mit Pheromonen gegen Lebensmittelmotten sind eine schonende Alternative. Mittel mit Zedernöl oder Lavandinöl können hingegen Allergikern das Leben schwer machen. Aber auch Stoffe, die als „nervengiftig“ eingestuft werden, fanden die Tester.

Acht Mottenmittel fielen durch

Ein Loch in der neuen Bluse – wie ärgerlich. Häufig sind es Motten, die sich in die Kleidung eingenistet haben. Wenn man die kleinen Textilfresser bemerkt, ist es oft schon zu spät. Wer auf eine alternative Bekämpfung setzt, der greift, wie übrigens auch bei Vorratsschädlingen hilfreich, zu Schlupfwespen. Sie suchen die Eier der Motten und greifen sie an. Acht der getesteten Mottenmittel mit chemischen Zusätzen fielen durch, da sie synthetische Gifte enthielten.

Beim Kampf gegen Ameisen Köderdosen besser als Spray

Ameisen sind lästig, aber nicht unbedingt schädlich. Im Gemüsegarten stören sie das Wachstum der Pflanzen. Wenn sie aber nur auf der Terrasse herumspazieren, reicht zur Bekämpfung heißes Wasser oder eine grobkörnige Pflasterung ab fünf Millimeter Durchmesser aus. Vier der getesteten Produkte, „Aries Ameisen Puder“ von „Aries", „Aries Ameisenöl“ von „Aries", „Oscorna Ameisen-Stop Streu- & Gießmittel“ von „Oscorna" und „Schacht Ameisen Raus“ von „Schacht", schneiden im Test mit „sehr gut“ ab. Köderdosen sind besser als Sprays, Pulver und Granulat. Der direkte Kontakt ist ausgeschlossen und die eigene Gesundheit wird geschont.

Bei Blattläusen helfen auch natürliche Nützlinge

Bei Blattläusen raten die Experten zu Geduld. Nicht gleich zum Mittel greifen, wenn die ersten Blattläuse auftauchen. Denn die natürlichen Feinde der Blattlaus, zum Beispiel die Florfliegenlarven, schlüpfen ein paar Wochen später. Entweder man lockt sie an oder setzt die Nützliche aus. Ebenfalls hilft, die befallenen Pflanzenteile herauszuschneiden oder Pflanzen mit Wasser abzuspritzen. Aber auch Produkte mit Rapsöl, Neem oder Kaliseife sind in Ordnung, so die Tester. Sie sind für Nützlinge nicht so schädlich wie synthetische Gifte. Damit wird die natürliche Bekämpfung nicht untergraben.

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Bei Schneckenmittel auf Haustierverträglichkeit achten

Die Schneckenmittel „aries Schnecken Granulat“ von "Aries" und „Neudorff Ferramol Schneckenkorn“ von "Neudorff" bewertete "Öko-Test" mit "sehr gut". Im als „mangelhaft“ bewerteten Produkt "Bayer Garten Schneckenkorn" wurde der Inhaltsstoff „Methiocarb“ entdeckt. Es wird, wie auch der Wirkstoff "Metaldehyd", mit Vergiftungsunfällen bei Hunden und Katzen in Verbindung gebracht. Allgemein gilt: Wer sein Haustier schützen will, sollte zu Köderstationen greifen.

Umsetzung des Gesetzes von 2002 ist langwierig

Vorschriften zur Prüfung und Zulassung von so genannten Biozidprodukten gibt es erst seit 2002. Der Verkauf von sich bereits im Handel befindenden Mittel kann nicht so einfach gestoppt werden. Ein Übergangsverfahren regelt das. In ihm wird geklärt, ob der eingesetzte Wirkstoff auf Grund seiner Wirksamkeit gegenüber Ungeziefer sowie seiner Effekte auf die Umwelt und Gesundheit überhaupt verwendbar ist. Wenn das der Fall ist, wird er auf eine Positivliste aufgenommen und es erfolgt die Zulassung für das Mittel. Ziel ist, aus den Regalen alle Produkte zu beseitigen, die giftig, krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind. Aktuell prüft die EU noch die Wirkstoffdossiers der Industrie.

Mängel in der Kennzeichnung der Produkte nachgewiesen

Auch wenn seit 2004 der Verbraucher durch die Angabenpflicht auf den Verpackungen herrscht, so weisen die Sicherheitshinweise oftmals Mängel auf. Amtliche Kontrollen der letzten Jahre zeigten, dass Fehler bei Informationen zu Menge, bei Angaben zur Gesundheitsschädlichkeit oder bei kindersichereren Verpackungen auftraten - bei 60 Prozent der Mittel, die als "gefährlich" gelten, so „Öko-Test“.

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