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Verbraucherzentrale Hamburg enttarnt Mogelpackungen

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MOGELPACKUNG  

Abzocke im Supermarkt durch Mogelpackungen

05.06.2009, 11:54 Uhr | AP/jlu

Augen auf im Supermarkt: Standards für Verpackungen fallen weg. (Foto: AP)Augen auf im Supermarkt: Standards für Verpackungen fallen weg. (Foto: AP)Weniger Inhalt zum gleichen Preis: Seit am 11. April die strengen Standard-Verpackungsvorschriften aufgehoben wurden, müssen Verbraucher im Supermarkt mit versteckten Preiserhöhungen rechnen. Die die Hersteller dürfen jetzt Milch, Wasser, Zucker, Fruchtsäfte, Limonade, Schokolade oder Bier in beliebiger Füllmenge auf den Markt bringen. So sieht es eine EU-Richtlinie vor. Einzig bei Wein, Sekt und Spirituosen bleibt die Menge noch vorgeschrieben. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat seitdem viele Mogelpackungen entlarvt:

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Eine Tafel Schokolade für 92 Gramm

Bisher durfte Milch nur in Behältern mit einem halben, einem ganzen oder 0,75 Litern Inhalt angeboten werden. Da die Einheiten jetzt veränderbar sind, könnten beispielsweise statt 0,5 Litern auch 0,46 Liter verkauft werden. Zucker könnte es nicht mehr in der gewohnten Kilo-Tüte, sondern als 970-Gramm-Verpackung geben. Eine Tafel Schokolade dürfte statt 100 auch 92 Gramm wiegen. Bei Produkten wie Marmelade, Putzmittel oder Kosmetika sind die Verpackungsgrößen schon länger freigegeben.

Betrug in der Tüte

Die Folge: In vielen Flaschen, Tüten, Tuben ist inzwischen deutlich weniger drin, doch der Preis ist der alte, wie Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg seit Monaten beobachtet. Ihre Befürchtung: Die Füllmengen werden auch bei den letzten Produktgruppen schrumpfen, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. "Solche verschleierten Verteuerungen in Krisenzeiten grenzen an Betrug", sagt Thilo Bode, Geschäftsführer der Organisation "Foodwatch".

Verbraucherschützer sammeln Beispiele

Michael Welsch, Geschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), hält das Interesse der Hersteller an veränderten Verpackungen dagegen für gering. Denn bisher macht sich die neue EU-Richtlinie nicht bemerkbar: Zucker und Milch stehen nach wie vor in den gewohnten Tüten zum Verkauf, der Saft in der üblichen Flasche. "Die Investitionen in neues Design und neue Größen sind groß", gibt Welsch zu bedenken.

Verteuerung um 20 Prozent

"Das ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste aus der Deckung traut", ist dagegen Verbraucherschützerin Schwartau überzeugt. Bei Cremes, Duschgels, Waschmittel, Süßigkeiten oder Babynahrung sei das schon längst der Fall. Entsprechende Beispiele hat die Verbraucherzentrale Hamburg gesammelt und ins Internet gestellt unter "Die umfangreiche Liste wächst täglich", sagt Schwartau. So hatte eine frühere Windelpackung 44 Einlagen fürs Baby, in der neuen sind nur noch 40 drin - bei gleichem Preis. Macht eine Verteuerung von 10 Prozent. Gleich um 20 Prozent mehr wird der Kunde zur Kasse gebeten, wenn er zum gewohnten Geschirrspülmittel in neuem Design mit weniger Inhalt greift.

Immer auf den Grundpreis achten

Auch beim Gemüse heißt es aufpassen: Verbraucher fanden abgepackte Paprikaschoten nicht wie üblich in 500-Gramm-Gebinden, sondern in Plastikfolie mit 400 Gramm. Weitere
Tücke: Großpackungen sind häufig teurer als Kleinpackungen. Außerdem sind wegen unterschiedlicher Gewichte viele Packungen nicht mehr vergleichbar. Um verdeckte Preiserhöhungen aufzuspüren, sollte man mit offenen Augen zum Einkaufen gehen. Und das heißt: Nach dem Grundpreis schauen. Das ist der Preis, der pro 100 Gramm, pro Kilo, pro 100 Milliliter oder pro Liter angegeben werden muss. Leider ist dieser häufig zu klein gedruckt, so dass er schwer lesbar ist.

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