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Milch: Mit der neuen Marke "Die faire Milch" wollen Milchbauern faire Preis erzielen

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Milch  

Was es mit der neuen "fairen Milch" auf sich hat

20.01.2010, 15:08 Uhr | AFP/tze

Milch: "Faire Milch" wird teurer verkauft. Damit wollen die Milchbauern kostendeckende Milchpreise erzielen.  (Foto: MVS Milchvermarktungs-GmbH)"Faire Milch" wird teurer verkauft. Damit wollen die Milchbauern kostendeckende Milchpreise erzielen. (Foto: MVS Milchvermarktungs-GmbH)Neben herkömmlicher H-Milch, Frischmilch und "länger frischer Milch" steht in einigen Supermärkten jetzt auch "faire Milch" im Regal. Auffällig ist nicht nur die Packung mit der Kuh in Deutschlandfarben, sondern vor allem der Preis: Ein Liter kostet zwischen 89 und 99 Cent und ist damit deutlich teurer als andere Milchmarken. Warum sollten Verbraucher also zu der teureren Milch greifen? Milchbauern wollen damit faire Preise für ihr Erzeugnis bekommen. Das ist die Idee, die hinter der neuen Marke steckt.

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Warum Bauern eine eigene Milchmarke gründen

Mit dem Label "Die faire Milch" haben deutsche Milchbauern erstmals eine eigene Milchmarke auf den Markt gebracht. Sie wird zunächst in 1200 Rewe- und 300 Tegut-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen verkauft. Die beteiligten Landwirte erzielen damit einen kostendeckenden Milchpreis. Angemessen bedeutet aus Sicht des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), dass Landwirte durch den Verkauf der Milch ihre Produktionskosten nicht nur decken, sondern auch langfristig wirtschaften können. Dafür müssten Molkereien laut BDM 40 Cent oder mehr je Liter Milch zahlen. Derzeit liegt der Durchschnittspreis bei etwa 27 Cent.

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40 Cent vom Verkaufspreis bekommen die Bauern

Seit längerem klagen die Milchbauern in Deutschland über niedrige Preise. Dafür machen sie unter anderem verantwortlich, dass ein Handvoll Supermarktketten mit einer weitaus größeren Zahl von Molkereien die Preise aushandelt und dadurch eine starke Machtposition besitzt. Vom Verkaufspreis der "fairen Milch" - 89 für fettarme und 99 Cent für Vollmilch - gehen 40 Cent direkt an die Milchbauern und damit deutlich mehr als bei herkömmlicher Milch.

BDM: Gut für Bauern, Verbraucher, Umwelt und Tiere

Der Verband der Milchviehhalter wertete die Einführung der neuen Marke als "eine der wichtigsten Etappen im Kampf um gerechtere Milchpreise". Der kostendeckende Milchpreis sichere das Überleben der Höfe und damit Arbeitsplätze in der Region, erklärte der BDM. Die Milch werde umweltfreundlich und durch artgerechte Tierhaltung produziert. Zudem sei die Milch gentechnikfrei und mit einem entsprechenden Siegel gekennzeichnet. Zudem verpflichtet sich jeder der beteiligten Milchbauern, bei einem Umwelt- oder Tierschutzprojekt mitzuwirken, etwa eine Vogelschutzhecke oder eine Streuobstwiese. Ziel sei die Erhaltung einer intakten natürlichen Umgebung.

Bauern bestimmen den Verkaufspreis selbst

Der übliche Marktablauf werde bei dem neuartigen Label "auf den Kopf gestellt", sagte der Geschäftsführer der Milchvermarktungsgesellschaft MVS, Jakob Niedermaier. Die Bauern entscheiden demnach selbst über die Qualitätskriterien, den Verkaufspreis und das Marketing. Verarbeitet wird die "faire Milch" in einer von den Bauern beauftragten Lohnmolkerei. Die strengen Qualitätskriterien sollen regelmäßig durch eine unabhängige Kontrollstelle überprüft werden.

"Faire Milch" soll es bald bundesweit geben

Bisher liefern 120 Bauern aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen Milch für die Eigenmarke. Welche diesen sind, können Verbraucher auf der Internetseite die-faire-milch.de nachlesen. Wenn die "faire Milch" von den Verbrauchern angenommen wird, soll sie bundesweit in den Handel kommen. Außerdem soll das Sortiment langfristig um Frischmilch sowie Butter und Käse erweitert werden. Erkennbar sind die Milchprodukte an der schwarzrotgoldenen Kuh "Faironika".

Ist Bio-Milch auch faire Milch?

Bio-Marken oder -Anbauverbände zahlen Landwirten in aller Regel ebenfalls höhere Preise, derzeit etwa zwischen 38 und 41 Cent. Für die Bauern ist ökologische Landwirtschaft allerdings teurer. Zudem ist Biolandbau laut BDM keine Garantie für ständig hohe Preise. Steigen immer mehr Bauern auf Bio-Milch um, geraten auch hier die Preise unter Druck, weil die Nachfrage der Verbraucher begrenzt ist. Einzelne Supermarktketten bieten auch Bio-Milch aus dem Ausland an. Kritikern behaupten, dass es sich dabei aber häufig um Billigware handelt, als um faire Milch, von der kleine Agrarbetriebe profitieren.

"Ein Herz für Erzeuger" bei Discountern

Eine einheitliche Kennzeichnung für Milch mit fairen Preisen für die Erzeuger gibt es nicht. Schon vor Einführung der neuen Marke "Die faire Milch" haben sich Landwirte zusammengeschlossen, um ihre Milch eigenständig zu vermarkten, beispielsweise unter dem Label "Bayerische Bauernmilch". Daneben gibt es Eigenmarken verschiedener Discounter. So bieten Netto und Plus mehrere Produkte wie Milch, Kartoffeln oder Käse mit dem Siegel "Ein Herz für Erzeuger" an und geben an, den Landwirten dafür angemessene Preise zu zahlen. Der BDM wolle seine "faire Milch" jedoch nicht in Discountern verkaufen, sagte eine Sprecherin des Verbandes.

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