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Lebensmittel: EU-Parlament lehnt Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ab

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Lebensmittel  

EU-Parlament lehnt Lebensmittel-Ampel ab

16.06.2010, 14:40 Uhr | afp, AFP

Lebensmittel: EU-Parlament lehnt Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ab. Lebensmittel: Das EU-Parlament stimmte gegen die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel . (Foto: dpa)

Das EU-Parlament stimmte gegen die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel . (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der Fett- Zucker- und Salzgehalt von Lebensmitteln soll in der EU deutlicher gekennzeichnet werden - allerdings nicht mit Ampelfarben, wie von Verbraucherschützern und Ärzten gefordert. Mit großer Mehrheit stimmte das Europaparlament in Straßburg für Nährwertangaben auf der Grundlage von Portionen oder des durchschnittlichen Tagesbedarfs. Ein entsprechendes Gesetz könnte ab Frühjahr 2011 in Kraft treten.

Ampelfarben kontra Anteilsangabe

Tiefkühlpizza, Tütensuppe, Cola - was davon ist gesund oder ungesund? Wie können Verbraucher beim Einauf vor Dickmachern gewarnt werden? Diese Fragen werden in der deutschen und europäischen Politik seit Jahren diskutiert. Verbraucherschützer befürworten die so genannte Lebensmittel-Ampel. Die Farben Rot, Grün und Gelb signalisieren, wie hoch der jeweilige Anteil der wichtigsten Nährwerte bei einem verarbeiteten Lebensmittel ist. Doch im EU-Parlament fand die Ampel keine Mehrheit. Stattdessen soll auf den Packungen gut sichtbar der Brennwert in Kalorien angegeben werden. Außerdem sollen Hersteller zu klaren Angaben über eine Reihe von Bestandteilen wie Fett, Salz, Zucker, Eiweiß oder ungesättigte Fettsäuren verpflichtet werden.

Kritike: Ampelkennzeichnung ist zu simpel

Für die von der Lebensmittelindustrie heftig bekämpfte Ampelkennzeichnung stimmten vor allem grüne und linke Abgeordnete. Die Konservativen lehnten die Lebensmittel-Ampel hingegen ab. Diese Kennzeichnung sei zu simpel und wissenschaftlich nicht begründet, finden Kritiker. Nach der ersten Lesung im Parlament geht die Vorlage nun an den Ministerrat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind. Im Rat gibt es bisher keine einheitliche Position. Das Europaparlament hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht. Parlament und Rat müssen sich somit auf einen Kompromiss einigen.

Lebensmittelindustrie setzt eigenes System durch

Bei der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln hat die Industrie längst Fakten geschaffen: 60 Prozent aller verpackten Lebensmittel in Europa tragen bereits abgerundete Rechtecke mit Gramm- und Prozentangaben zum Gehalt bestimmter Nährstoffgruppen. Bei den Angaben handelt es sich um Richtwerte für die Tageszufuhr. Sie werden meist mit der englischen Bezeichnung "Guideline Daily Amounts" (GDA) verwendet. Die Lebensmittelindustrie hat diese freiwillige Kennzeichnung selbst entwickelt. Verbraucherverbände kritisieren das Modell als schwer verständlich. Sie fordern deswegen die vereinfachte Kennzeichnung mit Ampelfarben rot, gelb und grün.

Was die GDA-Kennzeichnung aussagt

Die GDA-Kennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmitteln beinhaltet häufig nur Angaben zum Kaloriengehalt. Auf der Rückseite gibt es ausführlichere Daten zu den Nährwerten in insgesamt fünf Feldern: Kalorien, Gehalt an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz. Die Angaben beziehen sich auf eine bestimmte Portion eines Produkts. In den fünf Feldern ist der absolute Gehalt eines bestimmten Nährstoffs in Gramm angegeben, außerdem der prozentuale Anteil an der empfohlenen Tagesmenge. Als Maßstab dient dabei eine erwachsene Frau mit einem Tagesverbrauch von 2000 Kilokalorien.

So werden die Nährwerte verschleiert

Verbraucherschützer kritisieren, dass die Lebensmittelindustrie die Portionsangaben zu den Nährwerten meist nicht in sinnvollen und leicht verständlichen Einheiten angibt, sondern in Gramm. Anstatt dass Verbraucher beispielsweise die Angaben für einen Keks bekommen, finden sie auf der Verpackung die Angaben für 30 Gramm Keks. Dadurch wird es schwieriger, den Nährwertgehalt eines Produktes schnell zu erfassen. Außerdem kritisieren Verbraucherschützer auch, dass der Kalorienverbrauch einer erwachsenen Frau als Bewertungsmaßstab dient.

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