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Lachs: Gen-Lachs vor Zulassung in den USA

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Gen-Lachs hat gute Chancen auf Zulassung in USA

06.09.2010, 17:26 Uhr | Spiegel Online / irb, Spiegel Online

Lachs: Gen-Lachs vor Zulassung in den USA. Kommt Gen-Lachs in den USA bald in die Supermarktregale? (Foto: afp)

Kommt Gen-Lachs in den USA bald in die Supermarktregale? (Foto: afp)

In den USA könnte bald ein gentechnisch veränderter Lachs in den Supermarkttheken landen. Die zuständige Behörde hat den Verzehr des Fisches als unbedenklich eingestuft - Kritiker sehen den Lachs allerdings als Gefahr für seine wilden Verwandten.

In den USA floriert der Markt mit Gen-Lebensmitteln

Während die deutschen Verbraucher eher skeptisch sind, floriert in den USA der Handel mit gentechnisch veränderten Lebensmittel: Auf einer Fläche von 65 Millionen Hektar wachsen Pflanzen mit einem unnatürlichen Erbgut. Bei Mais, Soja und Baumwolle hält Gentechnik-Saatgut einen Anteil von rund 90 Prozent. In ein paar Jahren könnte nun erstmals auch gentechnisch veränderter Fisch in die Kühltruhen kommen: In den nächsten Wochen wird die US Food and Drug Administration (FDA) über die Zulassung eines Lachses entscheiden, der infolge einer Genveränderung etwa doppelt so schnell wächst wie seine natürlichen Verwandten.

Gen-Lachs kann schneller verkauft werden

Der behandelte Atlantische Lachs erreiche innerhalb von 16 bis 18 Monaten das Verkaufsgewicht von 18 Kilogramm, berichtet das Biotechnolgie-Unternehmen Aquabounty Technologies. Ein konventionell gezüchteter Atlantischer Lachs hingegen benötige etwa 30 Monate Zeit zum Wachsen. Möglich wird die Turboentwicklung durch ein Gen des schneller wachsenden Königslachses: Im Erbgut des Atlantischen Lachses sorgt es für die Produktion eines Wachstums-Hormons. Der Lachs befindet sich dadurch dauerhaft in einer Wachstumsphase und nimmt extrem schnell zu. Abgesehen davon sei der Fisch vergleichbar mit seinen konventionell gezüchteten Verwandten, berichtet das Unternehmen.

Gute Chancen auf Zulassung

Aquabounty Technologies versucht seit Jahren die Zulassung für den gentechnisch veränderten Lachs zu erreichen, mittlerweile hat das Unternehmen fast 60 Millionen US-Dollar und rund 14 Jahre Forschungsarbeit in den Fisch investiert. Nun scheint die Zulassung zum ersten Mal in Reichweite: In einer Analyse hat die zuständige Behörde FDA den Fisch als unbedenklich für Verzehr und Umwelt eingeschätzt. Es gebe keine Bedenken, Speisen von dem Lachs zu konsumieren, heißt es in der Stellungnahme. Und auch für die Umwelt existiere kaum ein Risiko.

Die Einschätzung dient als Grundlage für eine dreitägige Versammlung, bei der die Zulassungs-Behörde über Chancen und Risiken des Gentechnik-Fisches diskutieren will. In den Wochen danach wird der Fall wahrscheinlich entschieden. Erfolgt tatsächlich eine Zulassung, wird es allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern, bis der Fisch in den Supermärkten zu kaufen ist, berichtet das Unternehmen. Dann wäre er das erste gentechnisch veränderte Tier auf dem Lebensmittelmarkt. Nach einem positiven FDA-Bescheid könnten auch andere Unternehmen versuchen, Gentechnik-Tiere zur Marktreife zu bringen.

Kritiker fürchten Gefahr für Wildlachs

Während das Unternehmen seinen Lachs als Lösung für das Problem der Überfischung anpreist, formiert sich in den USA Widerstand gegen die Zulassung. Kritiker befürchten vor allem, dass die auch "Frankenfisch" genannten Tiere ihre fremden Gene auf wilde Artgenossen übertragen könnten. Bereits heute flüchten regelmäßig Lachse aus Aquakulturen und gefährden den Wildbestand durch die Verbreitung von Krankheiten. Um dem vorzubeugen, hat Aquabounty Technologies mit dem Zulassungs-Antrag einen Sicherheitsplan eingereicht: Bei den gentechnisch veränderten Fischen soll es sich ausschließlich um unfruchtbare Weibchen handeln. Außerdem plant das Unternehmen, die Tiere in Binnen-Aquakulturen heranzuziehen statt in den Ozeanen - ebenfalls eine Neuheit bei der Lachszucht.

Für die Gegner reicht dies noch lange nicht aus: Studien des Unternehmens zeigten, dass rund fünf Prozent der Gentechnik-Fische fruchtbar blieben, zitiert die "New York Times" einen Kritiker. Auch die Einschätzung der FDA zur Lebensmittel-Sicherheit des Lachses sei geschönt: Ein Großteil der Daten, auf denen die Einschätzung der Behörde beruhe, stamme von Aquabounty Technologies selbst und sei somit stark interessensgeleitet. Zudem beruhten manche Studien auf einer kleinen Fischzahl und seien nicht verallgemeinerbar. Mit ihrem Protest setzen die Gegner die Behörde unter Druck. Statt einer Einführung des Gentechnik-Lachses fordern sie die Förderung der natürlichen Bestände.

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