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Die größten Lügen der Lebensmittelindustrie

20.10.2010, 10:37 Uhr | tze, dapd,dpa

Lebensmittel: Die größten Lügen der Lebensmittelindustrie. Viele Fertigprodukte werden mit irreführenden Abbildungen beworben. (Foto: imago)

Viele Fertigprodukte werden mit irreführenden Abbildungen beworben. (Foto: imago)

Zusammengeklebtes Formfleisch statt Schinken auf der Pizza, als "gesunde Zwischenmahlzeit" angepriesene Zucker- und Fettbomben, Schwarzwälder Schinken aus holländischen Mastschweinen - beim Einkauf von Lebensmitteln wird der Verbraucher auf Schritt und Tritt belogen und getäuscht. Dieser Eindruck entsteht bei der Lektüre von Thilo Bodes Buch "Die Essensfälscher". Er verstärkt sich dadurch, dass Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nun einen Internet-Pranger gegen falsche oder irreführende Kennzeichnung von Lebensmitteln erwägt. Von Bio bis Zucker: Zehn legale Lügen der Lebensmittelindustrie.

Die größten Lügen der Lebensmittelindustrie

Ministerium erwägt Internet-Pranger gegen Etikettenschwindel

"Wir müssen dem Etikettenschwindel Einhalt gebieten", sagte Verbraucherministerin Aigner gegenüber "Bild am Sonntag". Als Pilotprojekt soll die Verbraucherzentrale Hessen im Frühjahr 2011 eine Art Internet-Pranger starten. Geplant ist eine Internetseite, auf der Verbraucher die Namen von Produkten angeben können, die nach ihrer Ansicht irreführend sind, auch wenn sie womöglich nach geltenden Vorschriften gekennzeichnet sind. Der Hersteller sollen dann sieben Tage Zeit haben, sich dazu zu äußern. Nach Ablauf der Frist würden das Produkt samt Foto, die Kritik und die Stellungnahme der Firma veröffentlicht. Aigner ermahnte die Industrie: "Lebensmittelproduzenten müssen einsehen, dass es ein Irrweg ist, jede technische Neuerung zur Täuschung zu missbrauchen. Klebeschinken oder Analogkäse sind Beispiele dafür."

Lebensmittel-Lobby fürchtet Imageschäden

Welche Konsequenzen für die Hersteller folgen, ist noch offen. In einem Papier des Verbraucherministeriums heißt es, dass die Erkenntnisse, die aus der Internetseite gewonnen werden, als "Entscheidungsgrundlage für mögliche staatliche Maßnahmen" dienen sollen. Allerdings sind die Pläne umstritten. Vertreter der Lebensmittelbranche sind ohnehin gegen den Internet-Pranger: Kai Falk vom Handelsverband Deutschland meint, "dass diese Plattform mehr Verunsicherung als Klarheit schafft." Der Hauptgeschäftsführer des Lobbyverbandes Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, Matthias Horst, befürchtet, dass jedes Produkt, das auf der Webseite als irreführend gemeldet werde, sofort ein schlechtes Image bekomme. Den Aussagen von Unternehmen werde weniger vertraut als denen anderer Konsumenten.

"Grobe Verbrauchertäuschung" bei regionalen Produkten

Der Bundesverband der Regionalbewegung fordert ein bundesweit einheitliches Gütesiegel für Regionalprodukte. "Wenn der Einzelhandel Eigenmarken kreiert, die deutschlandweit in den Regalen stehen, hat das für uns leider nichts mehr mit Regionalität zu tun", sagte der Vorsitzende des Verbands, Heiner Sindel. Regionalität lebe von Glaubwürdigkeit. Es sei eine "grobe Verbrauchertäuschung", wenn Kaffee oder Bananenchips, die nachweislich nicht aus Deutschland stammen könnten, unter einer Regionalmarke verkauft würden. Für eine "Mogelpackung" hält Sindel auch angeblich regionale Milchprodukte, bei denen die verwendete Milch aus dem ganzen Bundesgebiet oder sogar aus dem Ausland stamme.

Gütesiegel soll Klarheit schaffen

Eine Arbeitsgruppe des Verbands erarbeitet derzeit Kriterien für ein Gütesiegel. Dazu soll beispielsweise ein Herkunftsnachweis für Rohstoffe aus der Region gehören, außerdem Verzicht auf Gentechnik, klima- und umweltschonende Erzeugung und Verarbeitung sowie faire Preise für die Erzeuger. Zumindest der Hauptbestandteil eines Produkts müsse nachweislich regional erzeugt sein, betonte Sindel. Im Idealfall seien Erzeugung, Verarbeitung und Handel in einer definierten Region angesiedelt.

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