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Farbstoffe in Lebensmitteln werden zu selten gekennzeichnet

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Bedenkliche Farbstoffe werden nicht ausreichend gekennzeichnet

25.10.2010, 15:28 Uhr | wve

Farbstoffe in Lebensmitteln werden zu selten gekennzeichnet. Viele Süßigkeiten enthalten E 102, auch ohne Kennzeichnung (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Viele Süßigkeiten enthalten E 102, auch ohne Kennzeichnung (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Spätestens seit dem Tatort "Borowski und eine Frage von reinem Geschmack" ist er bekannt - der Lebensmittelzusatzstoff E 102. Da er einfache Süßigkeiten in leuchtende gelbe Zuckerberge verwandelt, ist er besonders in Naschzeug für Kinder enthalten. Doch der Verbraucher wird darüber trotz Kennzeichnungspflicht im Unklaren gelassen, wie jetzt die Verbraucherzentrale Hamburg nachgewiesen hat. Und das kann besonders für Allergiker gefährlich werden.

Der Schwindel mit den Zusatzstoffen

Seit Juli 2010 müssen Farbstoffe wie das knallgelbe E 102 mit der Aufschrift "kann die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein. Trotzdem fehlen diese Warnhinweise auf vielen Verpackungen noch immer. Das ergab eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg. Nach der Ausstrahlung des Krimis nahmen sie sich 13 Süßwaren genauer vor und stellten fest, dass auf keinem Produkt die notwendige Kennzeichnung zu finden war. Der Zusatzstoff E 102, auch als Tartrazin bekannt, ist besonders für für Asthmatiker oder Neurodermitiker. Denn bei ihnen kann der Stoff eine allergische Reaktion hervorrufen und sogar zum Erstickungstod führen.

Die Hersteller nutzen die Übergangsfrist aus

Fakt ist, dass die Süßwarenhersteller ihre vor Juli 2010 produzierte Ware auch ohne den entsprechenden Hinweis abverkaufen dürfen. "Es reicht jetzt. Die Verordnung wurde schon im März verabschiedet", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Seiner Meinung nach hatten die Firmen lange genug Zeit, um sich auf die neuen Rechtslage einzustellen.

Diese Farbstoffe müssen deklariert werden

Neben E 102 müssen auch die Zusatzstoffe E 104 Chinolingelb, E 110 Gelborange S, E 122 Azorubin, E 124A Chochenillerot A und E 129 Allurarot gekennzeichnet werden, wenn sie in einem Produkt enthalten sind. Deshalb müssen Eltern allergiekranker Kinder besonders darauf achten, was sie ihren Kleinen zum Naschen geben, damit es nicht zum Schlimmsten kommt. Denn noch nutzen die Lebensmittelkonzerne die rechtlichen Grenzen aus.

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