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Selbstverteidigung: Tipps für mehr Sicherheit

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Selbstverteidigung: Pfefferspray hilft kaum

10.11.2010, 12:03 Uhr | lac

Selbstverteidigung: Tipps für mehr Sicherheit. Statt mit Pfefferspray wehrt man sich besser mit Händen und Füßen. (Foto: dpa)

Statt mit Pfefferspray wehrt man sich besser mit Händen und Füßen. (Foto: dpa)

Der Heimweg durch den einsamen Park kann ganz schön gruselig sein. Viele Frauen haben Pfefferspray oder andere Abwehrsprays in der Handtasche, weil sie sich damit sicherer fühlen. Aber das ist ein Irrtum, warnt die Bonner Kriminalhauptkommissarin Kerstin Seiffert. Die Polizistin betreut seit Anfang der 90er Jahre Selbstbehauptungskurse für Frauen, in denen die Teilnehmer lernen, sich gegen Angriffe zu schützen. "Abwehrspray ist eine psychologische Krücke - man fühlt sich sicher, ist es aber nicht", sagt sie. Wie Sie sich gegen Angreifer wehren können, lesen Sie hier: Tipps zur Selbstverteidigung.

Trügerisches Sicherheitsgefühl

Der Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen ist gesetzlich verboten - nur bei Tieren darf es angewendet werden. Außerdem hilft es meist nicht weiter, wenn man überfallen wird. "Wenn der Angriff schnell kommt, haben Sie oft gar keine Zeit mehr, in die Tasche zu greifen und das Spray rauszuholen", erklärt Seiffert. Dann muss man auch noch sichergehen, dass man die Dose auch richtig herum hält - im Eifer des Gefechts kann es leicht passieren, dass das Opfer sich selbst statt den Täter ansprüht. Im schlimmsten Fall kann der Angreifer das Spray sogar an sich reißen und gegen das Opfer verwenden. Doch selbst wenn es gelingt, den Täter zu besprühen, schlägt man ihn damit nicht unbedingt in die Flucht. "Wenn der Angreifer stark alkoholisiert ist oder unter Drogen steht, spürt er den Schmerz kaum", sagt Seiffert.

Selbstbewusst auftreten

Im Idealfall sollte man verhindern, dass es überhaupt zum Angriff kommt. "Vor der Selbstverteidigung kommt die Selbstbehauptung", sagt die Expertin. Wenn man also glaubt, verfolgt zu werden, sollte man nicht etwa schneller gehen und den Kopf einziehen. Dies signalisiert dem Täter erst recht, dass er hier ein leichtes Opfer gefunden hat. Besser ist es, stehen zu bleiben und den Verfolger direkt mit lauter Stimme anzusprechen: "Gehen Sie bitte vorbei!" Wer selbstbewusst auftritt, schlägt manchen Täter in die Flucht.

Möglichst laut schreien

Wenn das nicht hilft und der Verfolger nicht locker lässt, ist das wichtigste Hilfsmittel: Laut schreien. "Der Täter will keine Aufmerksamkeit erregen", erklärt Seiffert. Deshalb schreckt ihn lautes Schreien oft schon ab. Allerdings ist das leichter gesagt als getan: Viele Frauen haben Hemmungen, laut zu werden. In Selbstverteidigungskursen wird deshalb auch Schreien geübt. Man kann es aber auch zuhause vor dem Spiegel trainieren, rät die Polizistin.

Unbedingt wehren

Grundsätzlich muss man sich gegen einen Angriff wehren. Der Rat, keine Gegenwehr zu leisten, damit der Täter nicht noch brutaler wird, ist falsch. In einer polizeiinternen Studie wurden Sexualstraftaten untersucht, um festzustellen, wie sich das Verhalten des Opfers auswirkt. Dabei kam heraus: Wenn das Opfer sich nicht wehrte, wurde die Tat in 81 Prozent der Fälle zu Ende gebracht. Leistete das Opfer dagegen heftige Gegenwehr - mit Beißen, Treten, Schlagen und Kratzen - gab der Täter in 85 Prozent der Fälle auf und zog sich zurück.

Kurse besuchen

Diese Tipps können den Besuch eines Selbstverteidigungskurses nicht ersetzen. Solche Kurse werden nicht nur von der Polizei angeboten, sondern zum Beispiel auch bei Sportvereinen. Bei der Vielzahl von Anbietern ist es schwierig, den richtigen zu finden. Ideal ist, wenn nicht nur Kampftechniken erlernt werden, sondern auch das Selbstbewusstsein gestärkt wird. Nach Möglichkeit sollte der Kurs deshalb von Sporttrainern und von Psychologen betreut werden.

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