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Dioxin-Skandal: Was man beim Verzehr von Eiern und Fleisch beachten muss

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Dioxin: Was man beim Verzehr von Eiern und Fleisch beachten muss

11.01.2011, 12:03 Uhr | afp, dpa

Dioxin-Skandal: Was man beim Verzehr von Eiern und Fleisch beachten muss. Weil Hennen verseuchtes Futter bekommen haben, sind Eier mit Dioxin belastet. (Foto: dpa)

Weil Hennen verseuchtes Futter bekommen haben, sind Eier mit Dioxin belastet. (Foto: dpa)

Darf ich noch Eier und Fleisch essen? Diese Frage beschäftigt Verbraucher nach dem neusten Lebensmittelskandal um Dioxin in Tierfutter. Die gefundenen Dioxin-Mengen in einzelnen Eiern sind nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung zwar nicht akut gesundheitsschädlich. Man kann sich also nicht an der täglichen Eier-Ration vergiften. Doch zu viel Dioxin im Essen macht auf Dauer krank. Deshalb raten einige Verbraucherschützer, den Verzehr von Eiern und Fleisch zu reduzieren oder Bio-Produkte zu wählen - doch Bio-Eier sind in vielen Regionen bereits ausverkauft. Was Sie über die Belastung dieser Lebensmittel wissen sollten.

Dioxin in Eiern und Fleisch von Legehennen und Schweinen

Bis einschließlich 10. Januar haben Behörden in 19 Lebensmittelproben überhöhte Dioxinwert ermittelt. Es handelte sich um 18 Proben von Eiern und eine Probe von Legehennenfleisch, wie aus einer Aufstellung des Verbraucherschutzministeriums in Berlin hervorgeht. Insgesamt wurden demnach 87 Proben ausgewertet. Am 11. Januar ist das Gift erstmals auch in Schweinefleisch nachgewiesen worden.


Was muss man bei Eiern beachten?

Einziger Anhaltspunkt für die Verbraucher, ob sie ein belastetes Ei im Kühlschrank haben, ist bisher der Erzeugercode. Er ist auf jedes Ei gestempelt verrät dessen Herkunftsbetrieb. Insgesamt acht Nummern betroffener Ställe haben Landesagrarministerien bisher veröffentlicht. Sollten bei den laufenden Prüfungen weitere Betriebe mit belasteten Eiern auffallen, sollen die Nummern veröffentlicht werden. Die Codes der betroffenen Eier finden Sie in dieser Übersicht.

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Sind Bio-Eier auch betroffen?

Bio-Eier sind wahrscheinlich nicht vom aktuellen Dioxin-Skandal betroffen. Die verseuchten Mischfette, die ins Tierfutter gelangten, dürfen nach der Öko-Verordnung der EU gar nicht verwendet werden. Ob es sich um ein Bio-Ei handelt, erkennt der Verbraucher an der ersten Ziffer des Erzeugercodes, dort steht 0 für Biohaltung. Bei den Zahlen 1, 2 und 3 handelt es sich um Freiland-, Boden- und sogenannte Kleingruppenhaltung, die alle betroffen sein können.

Bio-Eier werden knapp

Jedoch sind wegen der sprunghaft gestiegenen Nachfrage kaum noch Bio-Eier zu bekommen. "Bio-Eier sind ausverkauft", sagte Professor Ulrich Hamm, Experte für Lebensmittelmarketing von der Uni Kassel Schon ohne Skandal seien Eier und Geflügelfleisch, aber auch Schweinefleisch aus ökologischer Produktion knapp, denn die Umstellung dieser Betriebe sei besonders schwierig und teuer. Der Bedarf an Bio-Produkten lasse sich derzeit nicht befriedigen, sagte Hamm. "Zu wenige Landwirte haben auf Öko umgestellt." Auch sei es problematisch, Futterlieferanten zu finden, die den Bio-Standard erfüllen. Soja spiele als Eiweißlieferant eine große Rolle - für konventionell wirtschaftende Betriebe sei es leicht zu beschaffen, aber Bio-Betriebe hätten Schwierigkeiten, Soja ohne gentechnisch veränderte Bestandteile zu bekommen.

Wie sicher sind Bio-Produkte generell?

Allerdings gibt es auch bei Bio-Eiern und Bio-Fleisch keine hundertprozentige Sicherheit. Im Mai 2010 waren auch Bio-Eier mit Dioxin belastet, die unter anderem bei einem Discounter verkauft wurden. Auch damals lag es am Futter, das mit Dioxin verseuchtes Öko-Maismehl aus der Ukraine enthielt. Tiere können Dioxin nicht nur durch verseuchte Futtermittel, sondern auch über die Umwelt aufnehmen. Zum Beispiel, wenn sie auf Böden gehalten werden die mit Dioxin belastet sind.

Wie stark sind Eiprodukte belastet?

Dass von Eiprodukten eine Gefahr ausgeht, schließen Experten derzeit aus. Die Lebensmittelkontrolleure haben sich deshalb Artikel wie Nudeln oder Backwaren noch gar nicht vorgenommen. Wenn etwa Eier in einem Kuchen verarbeitet seien, dann sei die Verdünnung so groß, "dass man sagt, wir können es vernachlässigen", sagt der Vorsitzende des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Sollten jedoch Eier auftauchen, deren Dioxin-Gehalt höher ausfiele als der bisher gemessene, dann gerieten auch die Eiprodukte in das Visier der Kontrolleure.

Ist jetzt auch Fleisch verseucht?

In Niedersachsen ist nun im Landkreis Verden erstmals ein erhöhter Giftwert in Schweinefleisch nachgewiesen worden. Daraufhin erklärten die Behörden das Fleisch von mehreren hundert Mastschweinen für "nicht verkehrsfähig". Die Tiere müssen nun getötet werden. Es sei nicht auszuschließen, dass zu stark belastetes Schweinefleisch auf den Markt gekommen ist, sagte der zuständige Kreisveterinär Peter Rojem. Zuletzt seien Schweine am 29. Dezember geschlachtet worden - gesperrt worden sei der Betrieb erst Anfang Januar. "Wir sind bemüht, das Fleisch wiederzufinden und aus dem Verkehr zu ziehen", betonte Rojem.

Warum soll man fettes Fleisch meiden?

Wie gefährlich ist es, wenn man dioxinbelastetes Schweinefleisch ist? Helmut Schafft vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sagt: "Wenn jemand einmal oder gelegentlich eine Scheibe Braten, ein Schnitzel, ein Würstchen, Schinken oder Wurstwaren isst, braucht er nicht mit einer unmittelbaren Gefahr zu rechnen." In bisherigen Proben von Hähnchen, Putenfleisch und Kuhmilch waren die Grenzwerte nicht überschritten. Um das Risiko zu reduzieren, sollte man mageres Fleisch auf den Speiseplan setzen, denn das Gift setzt sich vor allem im Fettgewebe ab.

Wie stark sind Fleischprodukte belastet?

Was für Eiprodukte gilt, gilt auch für Fleischprodukte wie Konserven oder Fertiggerichte: Darum kümmern sich die Tester derzeit nicht. Ob in seinem Fertiggericht Fleisch aus einem der vorsorglich geschlossenen Höfe verarbeitet ist, ist für den Verbraucher nicht nachzuvollziehen.

Ist Dioxin in Fleisch schlimmer als im Ei?

Nach Auskunft des BfR-Experten macht es keinen Unterschied, ob Menschen Eier, Schweine- oder Geflügelfleisch mit erhöhten Dioxinwerten essen. "Entscheidend ist, wie viel Dioxin sich im Fettgewebe angelagert hat. Beim Ei passiert das vor allem im Eigelb, beim Fleisch mehr im Fettgewebe als im Muskelfleisch".

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