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Soviel Gentechnik steckt im Supermarkt-Ei

18.04.2011, 08:41 Uhr | msh, Greenpeace

Soviel Gentechnik steckt im Supermarkt-Ei. Sind diese Eier gentechnikfrei? (Foto: dpa)

Sind diese Eier gentechnikfrei? (Foto: dpa)

"Wo bekommen wir gute Eier her?" Gerade an Ostern stellt sich diese Frage. Greenpeace hat dazu ein Supermarkt-Ranking für Eier, die ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt werden, veröffentlicht. Die Umweltorganisation befragte 15 Supermarkt-Ketten in Deutschland, darunter Aldi, Lidl und Kaiser´s Tengelmann sowie die Biomärkte Alnatura und dennree. Das Ergebnis: Ein Großteil der im Handel erhältlichen Eier kommt aus der Fütterung mit Gen-Pflanzen.

Keine Kennzeichnungspflicht für Eier

In der Legehennen-Fütterung wird etwa 20 Prozent Gen-Soja eingesetzt. Zu erkennen sind diese Eier für den Verbraucher nicht. Denn eine Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch, die mit Gen-Tierfutter erzeugt wurden, gibt es nicht. "Verbraucher benötigen Informationen, um sich für eine gentechnikfreie Lebensmittelproduktion entscheiden zu können", sagt Sandra Blessin, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. "Die Mehrheit der Verbraucher lehnt den Einsatz von Gen-Pflanzen für Lebensmittel ab. Produktion und Vertrieb von Schalen-Eiern aus gentechnikfreier Fütterung sind allerdings noch stark ausbaufähig." Ein von Greenpeace herausgegebener, neue Mini-Ratgeber bietet diese Informationen.

Wo gibt es gentechnikfreie Eier?

Greenpeace befragte unter anderem tegut und Kaufland, Aldi, Lidl sowie die Biomärkte Alnatura und dennree. Letztere verkaufen ausschließlich Bio-Eier. Die Umfrage zeigt: Bei Eiern aus biologischer Produktion kann der Verbraucher sicher sein, dass keine Gentechnik im Futter verwendet wird. Wenn es um konventionelle Eier geht, sind die Supermärkte tegut und Kaufland Vorreiter für eine gentechnikfreie Fütterung bei konventionellen Eiern. Bis Mai (Kaufland) oder Juni (tegut) sollen alle Eier entsprechend produziert sein.

Lidl und Globus verweigern Aussagen zum Umfang ihres Angebots

Die Mehrzahl der Händler schneidet mit einem Anteil von 20 bis 30 Prozent an gentechnikfreier Fütterung bescheiden ab. Dazu gehören REWE, Penny, Aldi, Kaiser´s Tengelmann, Edeka, Real und Norma. Lidl und Globus belegen die letzten Plätze im Greenpeace-Ranking. Sie weigerten sich, Aussagen zum Umfang ihres Angebots an gentechnikfrei erzeugten Frisch-Eiern zu machen. Beide Unternehmen bieten jeweils nur eine Biomarke an. Lidl hat zudem keine konventionellen Eier ohne Gen-Pflanzen im Angebot, während Globus immerhin noch die gentechnikfreie Eigenmarke Tierschutz geprüft anbietet.

Gentechnikfreie Fütterung von Legehennen sollte Pflicht sein

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels plädierte auf Anfrage von Greenpeace grundsätzlich für eine gentechnikfreie Fütterung der Legehennen. Zu begrüßen ist auch, dass REWE und Netto ihr Angebot an gentechnikfrei erzeugten Eiern bis Ende 2011 deutlich ausweiten wollen: REWE um mehr als 70 Prozent und Netto bis zu 100 Prozent. "Das neu gewonnene Bewusstsein des Handels ist ein erster Schritt. Zum Schutz von Mensch und Umwelt sollte jedoch ganz auf den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen verzichtet werden", sagt Blessin. "Der Anbau dieser Pflanzen gefährdet die biologische Vielfalt und führt zu verstärktem Pestizideinsatz."

Ratgeber: Eier kaufen: Was bedeuten die Zahlen auf dem Ei?

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