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Schimmel in Mehltransportern

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Magazin "Wiso": Mehl aus Transportern ist oft verschimmelt

18.07.2011, 08:23 Uhr

Schimmel in Mehltransportern. Mehl aus Transportern ist oft verschimmelt. (Foto: imago)

Mehl aus Transportern ist oft verschimmelt. (Foto: imago)

In Mehl, das in Tanks von Lebensmitteltransportern transportiert wird, findet sich nach ZDF-Angaben häufig Schimmel. In seiner aktuellen Sendung zeigte das Wirtschaftsmagazin "Wiso" Bilder von verschimmelten Innenwänden und Bodenmatten solcher Mehltanks. Grund sei, dass die Transporter nur selten gereinigt würden.

Über die Transporter kommt der Schimmel ins Mehl

Mehl wird nach dem Mahlen in großen Tanks von den Mühlen zu den Bäckereien gefahren. Werden die Tanks nicht regelmäßig gereinigt, kann sich Schimmel bilden. Das Problem: Die Schimmelgifte, so genannte Mykotoxine, überstehen die Hitze beim Backen. Die Angestellte einer Lkw-Reinigungsanlage sagte in der Sendung: "Ich erlebe immer wieder bei Mehltransportern, dass die regelrecht verschimmelt sind." Dann sei man mehrere Stunden beschäftigt, um ein solches Fahrzeug zu reinigen. Unternehmen würden ihre Transporter meist nur unzureichend reinigen lassen, da ihnen die Kosten von 250 Euro pro Reinigung zu hoch seien. Außerdem könne der Lkw während der Reinigung nicht eingesetzt werden.

Kontrollen nur unregelmäßig

Nach Ansicht von "Wiso" haben die EU-Regelungen zur Reinigung von Lebensmitteltransportern Lücken und lassen den Unternehmern zu viel Spielraum. Denn Mühlen und Transportunternehmer könnten selbst entscheiden, wann ein Tank gereinigt wird. Für die Kontrollen sind die Bundesländer zuständig, doch offenbar prüften diese nur unregelmäßig. Ein Fahrer wird mit dem Satz zitiert: "Man braucht keine Angst vor Kontrollen zu haben." Er habe bisher keine Prüfung mitbekommen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können die Kontrollen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich sein. Stichproben würden aber gemacht.

Große Lebensmittelkonzerne haben eigene Kontrollsysteme

Mehl, das man abgepackt im Supermarkt kaufen kann, ist von den Problemen wahrscheinlich nicht betroffen. Ein ehemaliger Mühlenbesitzer erklärte gegenüber t-online.de, dass dieses Mehl fast immer direkt in der Mühle verpackt wird. Das Schimmelproblem entstehe hauptsächlich, weil das Mehl mit Druckluft aus den Transportern herausgeblasen werde. Da diese Luft Feuchtigkeit enthalte, könne es im Transporter schnell zur Schimmelbildung kommen, wenn dieser nicht richtig gereinigt wird. In Großbetrieben falle das aber schnell auf, weil diese meist eigene Kontrollsysteme hätten, die die angelieferten Lebensmittel auf Schimmel oder andere Schadstoffe kontrollieren. Im Umkehrschluss heißt das: Kleine Bäckereien, die ihr Mehl lose geliefert bekommen, könnten von dem Schimmelproblem am ehesten betroffen sein.

Giftstoffe überstehen auch die Hitze beim Backen

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), die in vielerlei Lebensmitteln stecken können, sind nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung eine mögliche Ursache von Lebensmittelvergiftungen. Der Leiter des Nationalen Referenzlabors für Mykotoxine, Horst Klaffke, sagt in "Wiso": "Es gibt wissenschaftliche Literatur, die sogar davon ausgeht, dass 51 Prozent der Leberkarzinome, die weltweit beobachtet werden, durch Mykotoxine hervorgerufen werden." Das Problem ist, dass die Mykotoxine auch beim Backen nicht zerstört werden und so auch in den fertigen Backwaren enthalten sind.

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