Sie sind hier: Home > Leben >

Keine Eifersucht? Warum das der Liebe schaden kann

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Nie eifersüchtig? Warum das der Liebe schaden kann

12.10.2011, 09:48 Uhr | lf

Keine Eifersucht? Warum das der Liebe schaden kann. Liebe in Gefahr: Was tun, wenn er nie Eifersucht zeigt? (Quelle: zoonar)

Liebe in Gefahr: Was tun, wenn er nie Eifersucht zeigt? (Quelle: zoonar)

"Du triffst dich mit deinem Ex-Freund? Kein Problem!" Und während er das sagt, zeigt er keine Spur von Eifersucht. Ist das gleichzusetzen mit Gleichgültigkeit? Oder ist die Nicht-Eifersucht das Geheimnis einer guten Beziehung? Ein Psychologe verrät, wieso manche Menschen nie eifersüchtig sind – und warum das für die Beziehung gar nicht so gut ist.

Alarmsignal für die Beziehung

Eine Beziehung ohne Eifersucht. Das klingt vielleicht modern und tolerant, „ist aber auch nicht das gelbe vom Ei“ sagt Dr. Wolfgang Krüger, Psychotherapeut und Autor des Buches „Das Geheimnis der Treue“. Im Gegenteil: „Mangelnde Eifersucht kann ebenso zum Problem für die Beziehung werden wie übertriebene Zweifel“, erklärt der Psychologe. Denn ähnlich wie Angst, ist Eifersucht zunächst nichts weiter, als ein gesundes Alarmsignal. Sie weist uns auf die Gefahr hin, dass jemand, den wir lieben und eine Beziehung, die wir brauchen, droht sich zu entzweien. „Grundsätzlich ist das nichts Schlimmes, sondern sogar ein Zeichen von Verbundenheit, die wir zu unserem Partner fühlen“, so der Psychologe. 

Ohne Eifersucht keine Liebe?

Ist jemand hingegen nie eifersüchtig liegt der Umkehrschluss nahe: Es gibt schlichtweg keine Verbundenheit mehr. Krüger sagt: „Ist die Liebe erkaltet, fehlt meist auch jegliche Eifersucht.“ Aber nicht nur dann. Es kann noch einen anderen Grund für emotionale Gleichgültigkeit geben: „Es kann sein, dass derjenige, der nie eifersüchtig ist, schlichtweg keine Fähigkeit zu Eifersucht hat.“ Diese Unfähigkeit zur Eifersucht ist ein Phänomen, das ursprünglich bei Männern gehäufter vorkam, als bei Frauen. „Als Folge der Emanzipation kommt es inzwischen aber auch vor, dass Frauen so genannte Männlichkeitsstrukturen zeigen und ebenfalls ihre Eifersucht mehr oder weniger erfolgreich versuchen auszuschalten“, so Experte Krüger. 

Wer eifersüchtig ist, fühlt sich schwach

Meist versuchen Betroffene das Gefühl einfach zu verdrängen. „Spürt man Eifersucht, zeigt einem dieses Gefühl, dass das eigene Glück und Wohlergehen vom Partner abhängig ist. Und genau diese Abhängigkeit macht einigen zu schaffen. Sie wollen sie sich die emotionale Abhängigkeit nicht eingestehen oder sehen sie sogar als Zeichen von Schwäche.“ Für solche Persönlichkeiten ist es emotional angenehmer, die Eifersucht zu kontrollieren, als sich selbst bei dem Gefühl der Abhängigkeit zu ertappen.

Folgen fehlender Eifersucht

Dieser emotionale Fluchtversuch macht sich jedoch meist nicht bezahlt. Denn auch eine fehlende Eifersucht tut ihre Wirkung auf die Beziehung: „Der Partner, um den nie gebangt wird, wird sich vielleicht nicht mehr wichtig genug fühlen. Ihm wird das Gefühl der Einzigartigkeit abhanden kommen, das eine Paarbeziehung sonst so stabil hält. Das Verblüffende dabei: Flüchtet der sich unwichtig fühlende Partner dann in einen Seitensprung, fällt der „Uneifersüchtige“ meist völlig aus den Wolken. „Menschen, die ihre Eifersucht verdrängen, übersehen nicht selten die Alarmzeichen und sind völlig von den Socken, wenn Ihr Partner sie betrügt.“

Wieso Eifersucht gut ist

Wie gewichtig das Thema Eifersucht ist, zeigt sich daran, dass sich nicht nur Paare damit beschäftigen, sondern vor allem in den 70er Jahren eine  ganze Gesellschaft es getan hat. Der Psychologe erklärt: „In der Studentenbewegung wurde die freie Liebe propagiert. Eifersucht war hierbei lästig. Man wollte daher versuchen diesen Störenfried kollektiv abzuschaffen. Durchgesetzt hat sich das jedoch nicht. Eifersucht lässt sich nun mal nicht abschaffen. Und meist auch nicht verdrängen.“ Im Gegenteil: Wir brauchen Eifersucht einerseits, um unsere Einzigartigkeit und Wichtigkeit bestätigt zu sehen und andererseits, um ein Warnzeichen zu haben, wenn die Stabilität unseres (Beziehungs-)Lebens ins Wanken gerät.

Die Dosis macht das Gift

Eifersucht macht also durchaus Sinn. Jedenfalls solange sie sich in einem gesunden Rahmen bewegt. Krüger erklärt: „Auch in diesem Punkt kann man Eifersucht mit Angst vergleichen. In einem milden Rahmen helfen uns diese Gefühle eine Bedrohung zu erkennen. Treten sie jedoch übermäßig auf, werden sie zu sprichwörtlich schlechten Beratern und zerfressen unser Seelen- und meist auch unser Beziehungsleben. Es gilt daher die goldene Mitte zu finden - wie immer im Leben.“ 

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben

Anzeige
shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017