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Verbraucherzentralen kritisieren unklare Verpackungen

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Statt Wein und Beeren nur Aromastoffe - so werden Kunden getäuscht

09.05.2012, 15:03 Uhr | dpa, dpa

Verbraucherzentralen kritisieren unklare Verpackungen. Nicht immer ist drin, was auf der Verpackung draufsteht. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Nicht immer ist drin, was auf der Verpackung draufsteht. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Ein Enten-Nudelsnack ohne Fleisch, eine Beerenauslese aus Tee ohne echte Früchte: Bei vielen Lebensmitteln können Käufer nur schwer erkennen, was sich wirklich hinter den Produkten verbirgt. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Untersuchung der Verbraucherzentralen. Zu viele Bezeichnungen von Lebensmitteln seien versteckt, beschönigend oder schwer verständlich. "Die Lebensmittelanbieter geizen bei ihren Produkten nach wie vor mit den wichtigen Informationen", sagte Silke Schwartau, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Mit diesen Verpackungen werden Kunden in die Irre geführt.


119 Produkte untersucht

Die Verbraucherschützer hatten deutschlandweit 119 gezielt ausgewählte Produkte untersucht. Sie wollten herausfinden, ob die gesetzlich vorgeschriebene Bezeichnung klar und eindeutig ist und der Käufer über wesentliche Zutaten informiert wird. "Das Resultat unserer Erhebung ist ernüchternd", berichtet Schwartau. Bei 14 Prozent der untersuchten Produkte wurden die rechtlichen Vorgaben nicht eingehalten.


Statt Fleisch und Beeren Aromastoffe

Fast die Hälfte aller Bezeichnungen seien beschönigend gewesen. Für den Verbraucher sei beispielsweise nicht sofort erkennbar gewesen, dass im Nudelsnack oder Tee statt Fleisch oder Beeren nur Aromastoffe enthalten waren. Bei 63 Prozent der Verpackungen hätten sich wichtige Bezeichnungen nicht auf der Vorderseite befunden. In 27 Prozent der Fälle war die Schriftgröße nach Angaben der Verbraucherzentralen zu klein.

Hersteller müssen sich an Richtlinien halten

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) als Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft betonte, die Kennzeichnung von Lebensmitteln sei in der Europäischen Union einheitlich geregelt. "An diesen Vorgaben und nicht an den darüber hinausgehenden Wünschen der Verbraucherzentrale haben sich die Hersteller zu orientieren", sagte BLL-Geschäftsführer, Marcus Girnau.

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