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Immer mehr Antibiotika im Geflügel

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Antibiotika im Geflügel  

Immer mehr Antibiotika im Geflügel

03.07.2012, 15:16 Uhr | dapd, dapd

Immer mehr Antibiotika im Geflügel. Der Einsatz von Antibiotika nimmt immer mehr zu. (Quelle: dapd)

Der Einsatz von Antibiotika nimmt immer mehr zu. (Quelle: dapd)

Antibiotika wird immer häufiger in der Geflügelmast eingesetzt. Oftmals ohne dass der Tierarzt das Medikament verschrieben hat. Eine neue Studie hat jetzt sogar Wirkstoffe entdeckt, die in der Putenmast nicht verwendet werden dürfen. Untersucht wurden 42 Ställe - in 26 Fällen fanden die Prüfer auffällige Rückstände von Antibiotika.

Verbraucherminister fürchtet Bildung von Resistenzen

Laut einer Studie der NRW-Landesregierung kommt Mastgeflügel auch außerhalb von Therapiezeiten und teilweise sogar ohne tierärztliche Versorgung mit antibiotisch wirksamen Substanzen in Kontakt. Auch wenn es bisher keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Verbraucher gibt, befürchtet der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel eine abnehmende Wirkung von Antibiotika sowie die Bildung von Resistenzen.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte Remmel eine Studie vorgelegt, wonach neun von zehn Masthähnchen in ihrer kurzen Lebenszeit mit Antibiotika behandelt werden. Die Erhebung löste eine bundesweite Debatte über die Massentierhaltung aus.

Zweite Studie zeigt Einsatz verbotener Wirkstoffe

Nun legt der Grünen-Politiker mit einer zweiten Studie nach. In 42 Ställen in Nordrhein-Westfalen wurden Proben aus den Tränkwassersystemen entnommen. In 26 Fällen fanden die Prüfer des Landesumweltamtes "auffällige Rückstände" von Antibiotika - teilweise sogar ohne Verordnung durch einen Tierarzt. Die letzte dokumentierte Behandlung mit antibiotischen Substanzen lag oftmals 30 bis 50 Tage zurück, in einem Fall sogar fast drei Jahre. Darüber hinaus wurden Wirkstoffe entdeckt, die in der Putenmast gar nicht verwendet werden dürfen. In einzelnen Fällen werden nun rechtliche Schritte geprüft.

Antibiotika ins Trinkwasser der Tiere gemischt

Darüber spekulieren, wie es zu den Rückständen im Tränkwasser kommt, wollte Remmel nicht. Das bisherige System sieht vor, dass bei einer vom Tierarzt verordneten Behandlung das Antibiotikum in das Trinkwasser der Tiere gemischt wird. Werden die Rohrsysteme in den Ställen danach nicht ordentlich gereinigt, können sich Rückstände bilden. Möglich ist aber auch, dass die Tiere viel häufiger Antibiotika bekommen haben, als es in den entsprechenden Unterlagen dokumentiert wurde.

"Ausmaß erreicht, das völlig indiskutabel ist"

So oder so sieht der Verbraucherschutzminister viel grundsätzlichere Probleme. "Der Einsatz von Antibiotika hat ein Ausmaß erreicht, das völlig indiskutabel ist", sagte er. Zwar bestehe beim Verzehr von Fleisch keine Gefahr. Langfristig begünstige jeder Einsatz von Antibiotika allerdings die Entwicklung von Resistenzen gegen Wirkstoffe und damit auch die Ausbreitung von Bakterien, gegen die es dann kein Mittel mehr gibt.

"Verharmlosen, Verschleiern und Verwässern"

Angesichts der neuen Erkenntnisse sieht Remmel "dringenden Handlungsbedarf" aufseiten der Bundesregierung. Trotz "vollmundiger Ankündigungen" habe Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) noch keinen Entwurf für eine Änderung des Arzneimittelgesetzes vorgelegt, mit dem der Antibiotika-Einsatz minimiert werden könne. Auch die von der Geflügelbranche angekündigte Transparenz über die Vertriebswege sei offenbar nicht mehr als eine "Worthülse". Laut Remmel betreiben viele Akteure ein "durchschaubares Spiel" mit "Verharmlosen, Verschleiern und Verwässern".

Einsatz von Antibiotika wird nicht kontrolliert

Unterstützung erhält der NRW-Minister vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Die Untersuchung in NRW offenbart eine neue Dimension der Risiken der Agrarindustrie", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Da der Einsatz von Antibiotika noch immer nicht zentral erfasst oder großflächig kontrolliert werde, hätten Betreiber von Massentierhaltungen keinen Anlass, sorgfältig mit Medikamenten umzugehen. "Je schlampiger der Einsatz jedoch ist, desto eher bilden Keime Resistenzen gegen die Wirkstoffe", sagte Weiger. Aigner müsse umgehend strengere Tierschutz- und Arzneimittelgesetze vorlegen.

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