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Foodwatch bemängelt Actimel & Red Bull: irreführende Lebensmittelwerbung

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Irreführende Lebensmittelwerbung  

So tricksen die Hersteller mit Gesundheitsversprechen

10.12.2013, 15:18 Uhr | ag

Foodwatch bemängelt Actimel & Red Bull: irreführende Lebensmittelwerbung. Unhaltbare Gesundheitsversprechen sind verboten. Doch viele Lebensmittelhersteller umgehen das Verbot durch Tricks. (Quelle: foodwatch)

Unhaltbare Gesundheitsversprechen sind verboten. Doch viele Lebensmittelhersteller umgehen das Verbot durch Tricks. (Quelle: foodwatch)

Bonbons mit vermeintlich gesunden Vitaminen, Frühstücksflocken mit Mineralstoffen und zuckrige Joghurts, die angeblich vor Erkältung schützen: Viele Lebensmittelhersteller locken den Verbraucher mit irreführenden Versprechen. Das ist das Ergebnis einer foodwatch-Untersuchung von Lebensmitteln, die gezielt mit Versprechen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden vermarktet werden. Die Organisation prangert dieses Vorgehen als bewusste Verbrauchertäuschung an.

EU-Verordnung schützt nicht vor Irreführung

Der Produkt-Check belegt nach Auffassung von foodwatch das Scheitern der EU-Health-Claims-Verordnung. Sie ist seit Dezember 2012 in Kraft und soll Verbraucher eigentlich vor irreführenden Gesundheitsversprechen im Supermarkt schützen. Doch die Theorie sieht anders aus: Laut foodwatch gibt es weiterhin zahlreiche Beispiele für Gesundheitsschwindel mit Lebensmitteln. Exemplarisch nahmen die Verbraucherschützer der Organisation verschiedene Produkte unter die Lupe, die mit Gesundheitsversprechen beworben werden: Actimel von Danone, Belvita Frühstückskekse von Mondeléz (ehemals Kraft), Ferdi Fuchs Salami der Firma Stockmeyer, den Active O2-Drink von Adelholzener, Becel pro.activ-Margarine von Unilever, Nestlés Joghurt LC1 und Red Bull Energy Drink.

Einzelne Zusätze machen ein Produkt nicht gesund

Rein rechtlich erfüllen die Produkte und ihre Werbeaussagen die Vorgaben der europäischen Health-Claims-Verordnung, dennoch führen sie laut foodwatch Verbraucher in die Irre. Das Problem: Zwar müssen sich Lebensmittelhersteller seit einem Jahr ihre Gesundheits-Claims durch die EU genehmigen lassen. Bewertet werden dabei allerdings oft nur Effekte einzelner Zusätze, nicht ob das Lebensmittel insgesamt empfehlenswert ist. Hierzu gehören unter anderem auch Werbebotschaften, wie die, dass Vitamin D "zur normalen Funktion des Immunsystems" oder Magnesium "zur normalen Funktion der Muskeln" beitrage. Auch für Kakaoflavanole erhielt ein Schokoladenhersteller den zugelassenen Health Claim "fördert die Elastizität der Blutgefäße". Sogar für mit Fruchtzucker (Fruktose) gesüßte Getränke hat die EU einen Gesundheits-Claim zugelassen, obwohl Ernährungsexperten vor dem Konsum größerer Mengen warnen.

"Danone, Unilever & Co. im falschen Gesundheitslook"

Auch Produkte wie der Soft Drink "Active O2", die Salami für Kinder "Ferdi Fuchs" oder der Trinkjoghurt "Actimel" tragen genehmigte Health Claims, da ihnen Vitamine oder Mineralstoffe extra zugesetzt werden. Selbst umstrittene Produkte wie "Red Bull" oder "Becel pro.activ" werden mit einem vermeintlichen Zusatznutzen für die Gesundheit vermarktet. Hierin sieht foodwatch ein bewusste Täuschung des Verbrauchers. Ihm wird suggeriert, dass ein paar Vitamine aus einer fettigen Salami ein gesundes Produkt machen und zugesetzte Mineralstoffe aus einem Softdrink ein gesundes Getränk. "Danone, Unilever & Co. vermarkten Industrieprodukte im falschen Gesundheitslook", lautet das Urteil von Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei foodwatch. Die Organisation fordert daher: Gesundheitsbezogene Werbeaussagen haben auf Lebensmitteln grundsätzlich nichts verloren. Eine ausgewogene Ernährung werde so eher verhindert als gefördert.

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