Sie sind hier: Home > Leben >

Lebensmittel: Verbraucher schätzen Risiken falsch ein

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Chlorhühnchen versus Hackepeter"  

Verbraucher schätzen Lebensmittelrisiken falsch ein

01.06.2014, 10:15 Uhr | dpa

Lebensmittel: Verbraucher schätzen Risiken falsch ein . Lebensmittel: Verbraucher schätzen Risiken falsch ein.  (Quelle: Jens Wolf/dpa )

Gesundheitsgefahren durch Lebensmittel werden nach Expertenansicht von vielen Menschen falsch eingeschätzt. (Quelle: Jens Wolf/dpa )

"Chlorhühnchen" gruseln deutsche Verbraucher, US-Amerikaner schrecken vor Rohmilchkäse zurück: Gesundheitsrisiken durch Lebensmittel werden je nach Kulturraum ganz unterschiedlich und oft falsch bewertet - doch globale Standards wären sinnvoll, sagen Experten.

Viele Menschen schätzen Gesundheitsgefahren durch bestimmte Inhaltsstoffe von Lebensmitteln falsch ein. "Viele dieser Risiken sind eher gefühlte als tatsächliche Gefahren. Mit Statistik und Toxikologie hat das oft wenig zu tun", sagt Professor Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), vor einer internationalen Tagung zu globalen Standards der Lebensmittelsicherheit in Berlin.

Seit Jahren nehme dieser Trend zu. Auch der Risikoforscher Professor Ortwin Renn betont: "Wir fürchten uns vor den falschen Dingen."

Mangelnde Küchenhygiene viel dramatischer

So durchleiden jährlich schätzungsweise eine Million Menschen in Deutschland eine Lebensmittelvergiftung und oft ist mangelnde Küchenhygiene daran schuld. "Hier ist die Gruppe der 18- bis 25-jährigen Männer häufig betroffen, denn sie versuchen, lecker zu kochen, aber wissen leider kaum etwas über Hygiene", sagt Hensel. Viele Menschen fürchten sich dagegen vor allem vor Belastungen durch synthetische oder unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln. "Diese Belastungen sind aber insgesamt dramatisch zurückgegangen, sie sind oft verschwindend gering."

Salmonellen bergen höheres Risiko

Auch von den in der EU zugelassenen und bewerteten gentechnisch veränderten Produkten gehe nach dem derzeitigen Wissenstand keine Gesundheitsgefahr aus. Deutlich höhere Risiken bergen mikrobielle Belastungen mit Salmonellen- oder Campylobacterkeimen oder Pilzgifte.

Viele nationale Standards zur Lebensmittelsicherheit seien vor allem kulturell geprägt, sagt Hensel mit Blick auf die aktuelle Diskussion "Chlorhühnchen versus Hackepeter" im Rahmen des geplanten europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommens TTIP. "Die US-Sicht ist pragmatisch und an der direkten Verbrauchergefährdung orientiert (End of the Pipe), während die EU eher den gesamten Herstellungsprozess (from Farm to Fork) sicher und nachvollziehbar haben möchte."

Globale Sicherheitsstandards als Ziel gesetzt

Dennoch: "Das Ziel kann nur sein, dass wir am Ende globale Sicherheitsstandards haben", sagt Hensel. Denn das Problem der unterschiedlichen Bewertung sicherer Lebensmittel aufgrund anderer kultureller Hintergründe gebe es nicht nur zwischen den USA und Europa. "Auch die Schwellen- und Entwicklungsländer melden sich, weil sie wegen der oft sehr niedrigen Schwellenwerte ihre Waren nicht in die EU liefern können, obwohl auch höhere Gehalte, selbst für empfindliche Bevölkerungsgruppen, noch sicher sind", sagt Hensel.

Die niedrigen und damit strengen Grenzwerte treffen die Bedürfnisse einer Gesellschaft, die sich dies auch leisten kann. "Ein Grenzwert, oder besser Höchstgehalt, ist eben nicht per se die Unterscheidung zwischen giftig und nicht-giftig, sondern beschreibt einen Handelsstandard", erklärt Hensel. Hier gebe es auch politischen Entscheidungsspielraum, was als sicher akzeptabel erscheint.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Allnet Flat Plus mit Samsung Galaxy S8 im besten D-Netz
zu congstar.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017