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Ritter Sport vs. Stiftung Warentest: "Anschlag auf Unternehmen"

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Streit um Testurteil  

Ritter-Sport-Chef kritisiert Stiftung Warentest scharf

02.06.2014, 16:47 Uhr | t-online, dpa

Ritter Sport vs. Stiftung Warentest: "Anschlag auf Unternehmen". Die Stiftung Warentest darf nicht mehr behaupten, dass Ritter kein natürliches Aroma benutze.  (Quelle: dpa)

Die Stiftung Warentest darf nicht mehr behaupten, dass Ritter kein natürliches Aroma benutze. (Quelle: dpa)

Im Streit um das Vanille-Aroma in Ritter Sport-Schokolade macht Unternehmenschef Alfred Ritter der Stiftung Warentest schwere Vorwürfe. "Das war ein echter Anschlag auf ein über 100-jähriges Familienunternehmen", sagte Ritter dem "Handelsblatt". Die Tester hatten die Vollnuss-Schokolade des Herstellers wegen des Aromenstoffs Piperonal mit mangelhaft bewertet - das Vanille-Aroma sei anders als angegeben nicht natürlichen Ursprungs. Dagegen hatte sich Ritter Sport gerichtlich erfolgreich gewehrt. Der Streit dauert aber an.

Die Warentester wiesen die Kritik des Schoko-Herstellers zurück. "Von einem Anschlag kann nicht die Rede sein", sagte eine Sprecherin. Darüber hinaus wollte sie sich jedoch nicht äußern.

Ritter Sport habe durch das negative Testurteil "ganz klar einen Imageschaden" erlitten, sagte Ritter. "Und unser Wachstum hat sich vorübergehend abgeflacht." Wäre Ritter Sport nicht vor Gericht gezogen, hätte das Unternehmen ihm zufolge dichtmachen müssen. "Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen", sagte er dem Blatt. "Man kann die Aromenverordnung kritisieren. Aber man kann sich nicht gegen ein Unternehmen wenden, das sich voll im Rahmen bewegt."

Streit dauert seit Dezember an

In der Dezemberausgabe der Zeitschrift "test" hatte die Stiftung Warentest behauptet, der Aromastoff Piperonal aus der Schokoladensorte "Voll-Nuss" von Ritter Sport werde chemisch hergestellt und so einen andauernden Streit mit dem Schokoladenhersteller und dessen Zulieferer Symrise ausgelöst. Der Aromahersteller wies inzwischen nach, dass es sich um "ein natürliches Aroma mit botanischer Quelle" handle. Daraufhin hatte Ritter Sport eine einstweilige Verfügung gegen das Urteil der Stiftung erwirkt und sie gezwungen, die Aussage zurückzuziehen. Die Stiftung will den Rechtsstreit weiterführen und hat Berufung gegen die Entscheidung eingelegt.

"Wir haben in den Abgrund geschaut"

Ritter Sport selbst erwägt indes Schadensersatzforderungen gegen die Stiftung. "Was realisierbar ist, ist natürlich das Thema Imagebeeinträchtigung", sagte ein Unternehmenssprecher. Denkbar sei es etwa, diese anhand regelmäßiger Reputationsmessungen nachzuweisen.

Einen Zusammenhang zwischen Umsatzeinbußen und dem Testurteil zu beweisen, werde aber eher schwierig. Ritter hatte dem "Handelsblatt" gesagt, Kunden hätten zunächst sogar Hamsterkäufe getätigt, weil sie fürchteten, es gebe die Schokolade bald nicht mehr. Aus dem Regal genommen habe letztlich zwar niemand die Tafeln, sagte er. "Aber wir haben ganz tief in den Abgrund geschaut."

Bevor Ritter Sport tatsächlich Forderungen geltend macht, will das Unternehmen nach eigenen Angaben aber den Fortgang der aktuellen Rechtsstreitigkeiten abwarten.

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