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Organspende-Warteliste in Deutschland wird kürzer

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Rückgang bei Lunge und Leber  

Weniger Menschen in Deutschland auf Organspende-Warteliste

11.06.2014, 09:51 Uhr | AFP

In Deutschland ist die Zahl der Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, deutlich zurückgegangen. Im vergangenen Jahr haben deutsche Transplantationszentren nur 10.800 Menschen für die Warteliste bei der Stiftung Eurotransplant gemeldet, meldete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. In den vergangenen Jahren standen durchweg noch rund 12.000 Patienten auf der Liste.

Einen Rückgang gibt es laut "SZ" vor allem bei Lunge und Leber: Im vergangenen Jahr warteten rund 30 Prozent weniger Patienten auf entsprechende Spenderorgane als noch 2009. Bei der Lunge entscheiden seit kurzem Messwerte der Körperfunktionen und weniger die Ärzte darüber, ob ein Patient überhaupt gelistet werden darf. Und durch den Organspende-Skandal waren Lebertransplantationszentren in die Schlagzeilen gekommen. An mehreren deutschen Unikliniken waren die Wartelisten bei der Vergabe von Spenderlebern manipuliert worden. Zudem wurde Kritik laut, dass zuletzt viel zu kranke Patienten transplantiert wurden. Viele starben schon im ersten Jahr nach der Transplantation.

Ärzte wägen bei Patienten offenbar stärker ab

Wesentlichen Gründe für die schrumpfende Warteliste vermuten Experten etwa von Eurotransplant bei den Ärzten. Diese wägen offenbar stärker ab, bevor sie einen Patienten dort aufnehmen. Mitunter entscheiden sie, gesünderen Patienten eine andere Behandlung anzubieten als die belastende Transplantation. Schwerstkranke Patienten wiederum würden seltener gelistet, weil sie auch mit einem neuen Organ oft nur geringe Überlebenschancen haben. "Es wird jetzt über jeden einzelnen Patienten ausführlich diskutiert", sagte Eurotransplant-Präsident Bruno Meiser der Zeitung.

Organspende-Skandal veränderte Vieles

Zudem entscheiden seit dem Transplantationsskandal nicht mehr einzelne Ärzte über die Aufnahme auf die Warteliste, sondern Teams von mindestens drei Medizinern. Der Vorsitzende der Ethikkommission der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Richard Viebahn, sagte der "SZ" auch, dass manche Patienten selbst auf die Aufnahme in die Liste verzichten. Nach dem Organspende-Skandal in Deutschland waren die Spenderzahlen dramatisch eingebrochen. Bislang ist noch keine Trendwende in Sicht.

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