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Wespen-Mythen: Zehn Irrtümer im Check

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"Alle Wespen stechen"  

Zehn Wespen-Mythen unter der Lupe

08.08.2014, 11:37 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Wespen-Mythen: Zehn Irrtümer im Check.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Keine Panik, Wespen sind harmloser als ihr Ruf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn eine Gruppe Menschen im Biergarten plötzlich schreiend aufspringt und beginnt, um den Tisch zu rennen, sind Wespen meist nicht weit. Die Angst vor den Tieren ist groß. Wer bereits gestochen wurde, weiß, wie schmerzhaft das ist. Dabei können Wespen und Menschen friedliche Nachbarn sein. Vorausgesetzt, es werden ein paar einfache Regeln eingehalten. Doch nicht immer stimmen die gängigen Ratschläge, die im Umlauf sind.

Mythos eins: Wespen sind aggressiv

"Die Tatsache, dass nur wenige Menschen mit der Lebensweise von Wespen vertraut sind, hat zur Bildung von Mythen und Vorurteilen beigetragen", erklärt Melanie von Orlow, Wespen-Expertin und Sprecherin der Bundesarbeitsgruppe Hymenoptera des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU). Denn die Tiere seien eigentlich friedlich. Aggressiv werden sie erst dann, wenn sie sich bedroht fühlen.

Mythos zwei: Wespen einfach wegpusten

"Nicht schlagen, puste sie weg", lautet ein oft gehörter Ratschlag. Doch das ist ein Irrtum. Es gebe einige typische Verhaltensweisen, welche Wespen aggressiv machen, erklärt von Orlow. Wer versuche, sie wegzupusten, tue sich nichts Gutes. Die Erklärung: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid reizt die Hautflügler. Auch wenn man nach den Tieren schlage, gingen sie zum Angriff über, warnt die Wespenexpertin.

Stichereignisse in der Nähe, wenn andere Wespen sich gerade verteidigen, stimmen die Artgenossen ebenfalls angriffslustig. Das liege an dem Alarmpheromon, das während eines Angriffs ausgestoßen wird, erklärt von Orlow. 

Mythos drei: Obst als Ablenkung

Auch sehr beliebt, sind sogenannte Ablenkungsfütterungen, mit dem Ziel, die Wespen mit Ködern vom Tisch fernzuhalten. Doch davon rät die Expertin ab, da dadurch auch neue Wespen angezogen werden können, die dann ebenfalls den Weg zum Tisch finden.

Wer auf die Ablenkungsfütterung dennoch nicht verzichten möchte, hat mit überreifen Weintrauben den größten Erfolg: "Reifes Obst hat Essiganteile im Geruch und das entspricht der natürlichen Zuckerquelle ‚Fallobst‘ im Spätsommer und ist damit besonders attraktiv", erklärt von Orlow.

Mythos vier: Wespenfallen sorgen für Ruhe am Tisch

Von mit Bier und Saft gefüllten Wespenfallen rät die Expertin ebenfalls ab. Darin würden die Tiere qualvoll ertrinken. Zudem gingen oft auch viele andere Insekten wie Bienen und Hornissen in diese Fallen. "Solche Fallen sind daher auch gesetzlich nicht im Außenbereich gestattet." Außerdem würden auch diese Fallen weitere Tiere anlocken – bei rund 10.000 Wespen pro Nest sei da reichlich Kapazität vorhanden.

Mythos fünf: Wespen fliegen auf Parfum

"Kein Wunder, dass die Wespe zu dir fliegt, bei so viel Parfum", so lautet ein weiteres Argument. Doch mit dem Mythos, dass Wespen generell auf süße Gerüche und bunte Farben fliegen, räumt von Orlow auf: "Das stimmt einfach nicht." Ihrer Meinung nach locken Parfum und bunte Kleidung die Tiere nicht an. Das sei ein Gerücht, das sich hartnäckig halte.

Mythos sechs: Alle Wespen stechen

Nicht alle Wespen können stechen. "Tatsächlich hat nur eine kleine Artenanzahl einen Stachel, der unsere Haut durchdringen kann", erklärt von Orlow. Bei diesen Arten findet sich der dünne, spitze Stachel der Wespe zudem nur bei den Weibchen. Die Männchen können nicht stechen, auch wenn sie mit ihrem Hinterteil Bewegungen ausführen, die einem Angriff ähneln. "Außerdem imitieren viele Arten die Warnfarben der Wespen, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Dahinter verstecken sich oft harmlose Fliegen oder sogar Kleinschmetterlinge", erklärt die Wespenexpertin. Kommt es zum Stich, ist das sehr unangenehm: "Das von den Wespen injizierte Gift ist zwar nicht tödlich, hat aber das Ziel, maximalen Schmerz und Schaden anzurichten."

Mythos sieben: Die Zwiebel ist das beste Mittel nach einem Stich

Nach einem Stich sei die Zwiebel nicht die erste Wahl, sagt von Orlow. Um die Schmerzen zu lindern, sei der sogenannte Stichheiler am besten geeignet. Mit diesem elektrischen Gerät werde die Stichstelle erhitzt. Wer solch ein Gerät nicht besitze, sollte als zweite Wahl zu Antihistamin-Salben greifen und erst dann die Zwiebel wählen.

Gefährlich wird es, wenn der Stich im Hals- und Rachenbereich stattfindet. Dann kann es zu lebensbedrohlichen Schwellungen der Atemwege kommen. In einem solchen Fall sollte man besser den Notarzt rufen.

Mythos acht: Alle Wespenarten fliegen auf Kuchen und Steak

Die Annahme, dass alle Wespen Fleisch und Süßes mögen, stimmt nicht. Nach Angaben des NABU fliegen nur zwei der acht in Deutschland heimischen Wespen auf Cola, Steak und Kuchen und sorgen so für Unruhe am Tisch: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. 

Mythos neun: Wer kein Essen draußen stehen hat, hat keine Wespen

Doch Wespen sind nicht nur am Essenstisch zu finden. Sie fliegen zum Beispiel auch auf die süßen Exkremente der Blattläuse sowie auf Fliegen, Mücken und andere kleine Insekten. Daher hilft es nicht nur, wenn Speisen abgedeckt und Getränke mit Strohhalm auf den Tisch gestellt werden. Auch wer den Blattlausbefall im eigenen Garten minimiert, verringert das Risiko einer Wespeninvasion. Obst sollte ebenfalls rechtzeitig geerntet und faule Früchte vom Boden aufgesammelt werden.

"Besonders die Wespen, die ihre Nester gut sichtbar an Schuppendecken oder unter Dachüberständen und in Büschen bauen, sind oft genau die Arten, die eben nicht auf Süßes fliegen", erklärt von Orlow. "Wer diese Nester zerstört, zerstört damit auch die Nahrungskonkurrenz für die 'lästigen' Arten und fördert so die Deutsche und die Gemeine Wespe." Deren Nester seien oft im Erdboden und bis auf ein Flugloch mit regem Verkehr absolut unauffällig und unsichtbar.

Mythos zehn: Abstand zum Nest halten reicht

Es stimmt: Störungen des Nestes, wie beispielsweise Erschütterungen, versetzen die Tiere besonders in Aufruhr, wie die Wespen-Expertin weiß. Befindet sich ein Wespennest in der Nähe, ist also Vorsicht geboten. Doch auch die festen Flugrouten der Wespen sollte man besser nicht durchqueren oder versperren, rät der NABU. Wichtig sei, dass man ausreichend Abstand zum Nest einhalte, sonst würden sich die Wespen schnell bedroht fühlen, so der Rat. Generell ist die Bereitschaft zu stechen in der Nähe des Nestes besonders groß. "Da können selbst Abgase vom Benzinrasenmäher zu Unruhen im Wespennest führen", sagt von Orlow.

Dieses Jahr starten die Wespen früher

Ab September erlebt der Wespenflug in der Regel seinen Höhepunkt. Dieses Jahr könnten die Tiere aber auch schon früher starten, vermutet von Orlow. Dann fliegen sie bis in den November hinein, selten sogar bis Dezember, wie die Wespen-Expertin weiß. 

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