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MRSA-Keime in Grillfleisch gefunden: Worauf Verbraucher achten sollten!

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Keime in Grillfleisch  

So schützen Sie sich vor Keimen

14.08.2014, 16:37 Uhr | dpa/ msh

MRSA-Keime in Grillfleisch gefunden: Worauf Verbraucher achten sollten!. Keime bei Grillfleisch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit bloßem Auge kann der Verbraucher nicht erkennen, ob Grillfleisch mit gefährlichen Keimen verunreinigt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In abgepackten Grillfleischprodukten wurden in einer Untersuchung der Bundestagsfraktion Die Grünen die gefürchteten MRSA-Keime gefunden. Diese sind weitgehend resistent gegen Antibiotika. Für Menschen mit einem schwachem Immunsystem kann eine Infektion deshalb sehr gefährlich sein. Der beste Schutz davor: Eine gute Hygiene in der Küche.

Um sich vor einer Infektionen mit Keimen in der Küche zu schützen, müssen Verbraucher sich vor und nach dem Hantieren mit rohen Zutaten die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen. Dieselben Küchenutensilien wie beispielweise Schneidebretter für rohe und gegarte Lebensmittel, sollten tabu sein. Wer dasselbe Besteck für das rohe Grillfleisch und zum Mischen vom Salat nimmt, läuft Gefahr, die Erreger von einer Speise auf die andere zu übertragen, warnt Bernd-Alois Tenhagen von der BfR-Abteilung Biologische Sicherheit. "Und rohes Fleisch sollte nicht unmittelbar neben gebratenem Fleisch liegen", ergänzt er.

Worauf sollten Verbraucher noch achten?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, in der Küche vorzugsweise Schneidebretter aus Kunststoff zu verwenden. Sie können anders als Holzbretter bei Temperaturen von mehr als 60 Grad in der Spülmaschine gereinigt werden, so dass krankmachende Keime abgetötet werden. Die Bretter sollten möglichst keine Furchen, sondern eine glatte Oberfläche haben, weil sich in den Rillen sonst Keime absetzen und vermehren können. Grundsätzlich sollten alle Kochutensilien mit möglichst heißem Wasser und ausreichend Spülmittel oder eben bei mindestens 60 Grad in der Spülmaschine gesäubert werden.

UMFRAGE
Wie genau achten Sie auf Küchenhygiene?

Können Verbraucher verkeimtes Fleisch erkennen?

"Verbraucher können nicht erkennen, ob Fleisch mit MRSA befallen ist", sagt Bernd-Alois Tenhagen. Das lasse sich nur durch aufwendige Laboruntersuchungen ermitteln. Verbraucher könnten es nicht vermeiden, Fleisch mit Keimen zu kaufen. Allerdings muss es sich dabei nicht immer um MRSA handeln. Auch andere Erreger wie Salmonellen oder Campylobacter können vorhanden sein.

Um welches Fleisch geht es?

Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte in 13 Städten abgepacktes Grillfleisch einkaufen und untersuchen lassen. Erworben wurden die Produkte in allen gängigen Supermärkten und Discountern, fündig wurden die Tester etwa bei Schweinenackensteaks in Pfeffermarinade oder marinierten Putenhacksteaks. In dem Test waren 14 Prozent aller Proben mit MRSA-Keimen befallen. Diese können Wundinfektionen und Atemwegsentzündungen auslösen, wie der "Spiegel" berichtet.

Lassen sich die Keime beim Grillen abtöten?

Dem Bfr-Experten zufolge ist zwar davon auszugehen, dass sich die gefundenen MRSA-Keime nur auf der Oberfläche des Fleisches befinden. Wer auf Nummer sicher gehen will und sich auch vor anderen Erregern schützen will, erhitzt das Grillgut gleichmäßig und vollständig auf 70 bis 100 Grad. Im Inneren sollte es zwei Minuten lang eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreichen.

MRSA steht für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Der Erreger ist vor allem als Krankenhauskeim gefürchtet. Er ist nach Angaben des BfR gegen alle sogenannten Beta-Laktam-Antibiotika unempfindlich. Sas sind Penicilline und Cephalosporine. "Unempfindlich" bedeutet, dass sich eine Infektion mit Standard-Antibiotika nicht behandeln lässt. Mediziner müssen auf andere, weniger verträgliche oder weniger wirksame Alternativen ausweichen. Die Folge sind längere Krankenhausaufenthalte und eine höhere Sterblichkeit.

Für wen sind die Keime gefährlich?

Eine Gefahr sind die Keime vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem - also etwa Kranke oder frühgeborene Babys. Gesunden Menschen machen sie in der Regel nichts. "Sie sind nicht gefährlich, wenn man sie einfach so zu sich nimmt, beispielsweise im Grillfleisch", sagt Prof. Alexander Kekulé vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle. Der normale Verbraucher müsse sich vor Grillfleisch deswegen nicht fürchten. "Wenn man diese Keime mit der Nahrung aufnimmt, passiert nichts, sie werden vom Magen normalerweise zerstört", betont er.

Warum kommt der Erreger in Lebensmitteln vor?

Staphylococcus aureus kommt natürlicherweise in der normalen Haut- und Schleimhautflora von Mensch und Tier vor. Rohes Fleisch aller Tierarten kann daher dem BfR zufolge MRSA enthalten. "Das muss nicht jedes Stück Fleisch betreffen, aber grundsätzlich sollte man davon ausgehen, dass Fleisch solche Keime enthalten kann", sagt Bernd-Alois Tenhagen. Auch Fleisch aus ökologischer Produktion kann betroffen sein. Experten vermuten, dass ein zu häufiger Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, aber auch beim Menschen, zur Entwicklung der resistenten MRSA-Keime beigetragen hat.

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