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Keime: Die größten Keimquellen im Haushalt

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Toilette nicht am schmutzigsten  

Die größten Keimquellen im Haushalt

20.11.2014, 11:34 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Keime: Die größten Keimquellen im Haushalt. Keimschleuder: Im Küchenschwamm sammeln sich viele Bakterien.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Keimschleuder: Im Küchenschwamm sammeln sich viele Bakterien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt Orte im Haushalt, an denen sich Keime invasionsartig vermehren. Wer jetzt zuerst an die Toilette denkt, liegt falsch. Denn von den Keimzahlen her, schlägt der Kühlschrank das stille Örtchen bei Weitem. Das sind die größten Keimquellen im Haushalt.

Die größten Keimquellen lauern in der Küche. Nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) werden in Deutschland jedes Jahr rund 100.000 Erkrankungen gemeldet, die über Lebensmittel übertragen wurden – darunter vor allem Infektionen mit Campylobacter-Keimen, Salmonellen und Noroviren. Die Folge sind Durchfall, Erbrechen und Magenkrämpfe. Besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann das gefährlich werden.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) reichen bereits zehn bis 100 Noroviren für eine Erkrankung aus. Auch bei Salmonellen können schon weniger als 100 Erreger eine Infektion hervorrufen. Bei Campylobacter-Erregern sind es um die 500.

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Keimquelle Fleisch: Einfrieren tötet Keime nicht ab

Mit der richtigen Küchenhygiene, kann man das Infektionsrisiko minimieren. So ist es wichtig, dass Fleisch vor der Zubereitung immer kühl gelagert und schnellstmöglich zubereitet wird, damit Erreger sich nicht vermehren. Erst bei Temperaturen über 70 Grad sterben die Keime ab. Süßspeisen mit rohen Eiern sollten in einem geschlossenen Behältnis kalt aufbewahrt und möglichst schnell verzehrt werden. Übrigens: Kälte und selbst das Einfrieren der Speisen tötet Keime nicht ab. Zum Beispiel können sich Schimmelpilze und krankmachende Listerien sogar bei Kühlschranktemperaturen vermehren.

Keimquelle Küchenutensilien: Noroviren überleben mehrere Tage

Ein weiteres Risiko stellen Küchenbrettchen und Messer dar. Denn über diese können die Keime auf andere Lebensmittel übertragen werden. Daher ist es wichtig, die Utensilien nach dem Kontakt mit Fleisch, Fisch oder rohem Ei sofort gründlich mit heißem Wasser abzuspülen. Denn manche Krankheitserreger sind äußerst hartnäckig. Nach Angaben des BfR können beispielsweise Noroviren bis zu mehreren Tagen auf Gegenständen und Oberflächen überleben. Daher sollten auch Arbeitsplatte, Wasserhahn und Spüle beim Säubern nicht vergessen werden.

Keimquelle Küchenschwamm: Millionen Keime im Auswringwasser

Auch Spülschwämme und Lappen stellen ein wahres Keimparadies dar. Wer über einen längeren Zeitraum denselben Schwamm benutzt, tut seiner Gesundheit nichts Gutes: "Spülschwämme bieten Bakterien ein ideales Klima", betont Dr. Ernst Tabori, ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene am Universitätsklinikum Freiburg (BZH). "Innerhalb von Stunden können sich Millionen Keime darin ansiedeln. Einige können uns krank machen." Bei Untersuchungen seien über 300 Millionen Keime allein in einem Gramm eines Spülschwammes gefunden worden.

Sobald Schwamm und Lappen anfangen zu riechen, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass im Schwamm ein Gärungsprozess stattfindet, weiß der Hygieneexperte. Er empfiehlt, den Schwamm immer dann zu waschen oder auszuwechseln, wenn man Reste von Nahrungsmitteln aufgewischt hat: "Eine Faustregel ist: Wenn du etwas aufgewischt hast, das du nicht im Mund haben willst, wirf den Schwamm weg oder packe ihn in die Waschmaschine."

Bei 60 Grad werden Schwämme, Lappen und Geschirrtücher in der Waschmaschine wieder sauber. Das Waschpulver hilft zusätzlich beim Herauswaschen der fettigen Inhaltsstoffe und bei der Keimbeseitigung. Die Spülbürste hingegen kann problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden. Und: Besonders für die Zubereitung von Fleisch und Fisch ist Küchenkrepp besser als jeder Lappen, den es kann nach dem Aufwischen von Lebensmittelrückständen sofort entsorgt werden.

Keimquelle Kühlschrank: Temperatur nicht zu warm einstellen

Eine weitere Keimquelle in der Küche ist der Kühlschrank. "Es gibt verschiedene Ursachen, welche die Keimbildung fördern", erklärt der Hygieneexperte. "Oft werden verschimmelte Lebensmittel nicht schnell genug entsorgt oder die Kühlschranktemperatur ist mit acht Grad viel zu warm eingestellt."

Besonders im Kondenswasser, also an der Rückwand des Kühlschranks und in den Ecken, finden Keime einen idealen Brutplatz. Wer dann noch die regelmäßige Reinigung des Gerätes vergisst, hat einen Kühlschrank ähnlich einer Petrischale: "Bis zu elf Millionen Keime sind dort pro Quadratzentimeter zu finden", erklärt Tabori. Der Experte empfiehlt, den Kühlschrank auf vier bis maximal sieben Grad einzustellen und ihn regelmäßig zu reinigen.

Keimquellen Dusche: Vorm Duschen Wasser laufen lassen

Doch neben der Küche gilt es auch im Bad, einige Hygieneregeln zu beachten. Neben Toilette und Waschbecken, sollte man auch die Duschwanne und besonders den Duschkopf regelmäßig reinigen. Denn auch darin steht das Wasser über einen längeren Zeitraum. Experten empfehlen sogar, vor jedem Duschen einige Zeit das Wasser vor allem aus der Warmwasserleitung laufen zu lassen, damit eventuell angereicherte Wasserkeime, wie zum Beispiel Legionellen, heraus gespült werden.

Auch die Fugen und den Duschvorhang sollte man bei der Reinigung nicht vernachlässigen. Hier bilden sich häufig Schimmelpilze. Werden die Sporen immer wieder eingeatmet, kann das zu Allergien und Atembeschwerden führen.

Keimquelle Hände: Saubere Hände zählen zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen

Doch alle Hygienemaßnamen bringen nichts, wenn die Handhygiene vernachlässigt wird. Eine der bedeutsamsten Vorbeugemaßnahmen zum Schutz vor den Erregern und vor Infektionen ist das Händewaschen. Besonders vor und nach der Zubereitung von Speisen, nach dem Gang zur Toilette sowie vor jedem Essen hilft das Waschen der Hände, Infektionen vorzubeugen. "Die Hände zu waschen, ist das Beste, was man im Kampf gegen Infektionen tun kann", betont Tabori.

30 Sekunden sollte man seine Hände gründlich einseifen und dann gut abwaschen. Dabei sei es egal, ob das Wasser warm oder kalt ist, so der Experte. Zudem verhindern saubere Hände, dass Keime an Türklinken, Tastaturen, Telefone, Schubladengriffe und andere Orte im Haus weitergetragen werden.

Entwarnung für angebliche Keimquelle Klo

Auch wenn für die meisten die Toilette die Keimquelle schlechthin ist: "Die Gefahr, dass man sich mit Geschlechtskrankheiten, Pilzen, Filzläusen oder anderen Infektionen ansteckt, wenn man sich auf eine nicht geputzte oder öffentliche Klobrille setzt, ist gleich Null – sofern man eine gesunde Hautbarriere hat", sagt Tabori. Der Grund: Es kommen nur Oberschenkel und Gesäß mit der Klobrille in Kontakt und nicht die Intimregion selbst.

Wichtig sei, dass man das Händewaschen nicht vergesse, da die Hände mit der Klospülung und der Türklinke in Kontakt kommen, betont der Experte. Und er ergänzt: "Unfassbar, aber Schätzungen zufolge wäscht sich nur jeder Dritte nach dem Gang zur Toilette die Hände."

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