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Ritter Sport gewinnt Schoko-Streit gegen Stiftung Warentest

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Klage gegen Testurteil  

Stiftung Warentest verliert im Aromastreit gegen Ritter Sport

10.09.2014, 14:17 Uhr | AFP

Ritter Sport gewinnt Schoko-Streit gegen Stiftung Warentest. Die Tester müssen eine umstrittene Aussage nun zurückziehen. (Quelle: dpa)

Die Tester müssen eine umstrittene Aussage nun zurückziehen. (Quelle: dpa)

Die Stiftung Warentest hat den Schoko-Streit mit Ritter Sport verloren. Das Oberlandesgericht München wies einen Widerspruch der Warentester gegen eine einstweilige Verfügung des Landgerichts München I zurück.

Damit darf die Verbraucherschutzorganisation nicht mehr behaupten, Ritter verwende für seine Voll-Nuss-Schokolade statt des angegebenen natürlichen Vanille-Aromas ein künstliches Vanille-Aroma.

Einstweilige Verfügung hat Bestand

Die Stiftung Warentest hatte der Voll-Nuss-Schokolade des Herstellers im November vergangenen Jahres die Note "mangelhaft" gegeben. Grund dafür war, dass nach Überzeugung der Tester bei der Produktion ein chemisch hergestelltes Vanille-Aroma anstelle des versprochenen natürlichen Vanille-Aromas eingesetzt werde.

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Die Behauptung, dass Ritter kein natürliches Aroma benutze, darf die Stiftung Warentest nach ihrer Niederlage vor dem Oberlandesgericht München nun nicht mehr aufstellen.

Imageverlust für Ritter Sport

Ritter-Sprecher Thomas Seeger erinnerte im Gerichtssaal daran, was der Test für das mittelständische Unternehmen bedeutet habe: Um neun Uhr morgens habe er nach der Testveröffentlichung den ersten Anruf einer Handelskette mit der Drohung bekommen, bis mittags die Ritter-Schokolade aus den Regalen zu räumen, sollte das Unternehmen den Vorwurf nicht entkräften können.

Den finanziellen Verlust wollte Seeger zwar nicht beziffern. Er verwies aber auf den Imageverlust: "Die Reputation hat empfindlich gelitten."

Warentester haben große Macht

Diese große Macht der Stiftung Warentest stellte auch Richterin Eva Spangler in dem Verfahren voran. Die Warentester müssten sich daran messen lassen, ihre Worte genau zu wägen, sagte Spangler - dies sei bei dem "unglaublichen Gewicht" der Prüfergebnisse zwingend. Im Fall von Ritter hatten die Tester die Worte nach Auffassung des Gerichts überspitzt.

"Wir haben den chemischen Aromastoff Piperonal nachgewiesen", stand in dem Bericht. Doch die Stiftung Warentest hat nur Piperonal nachgewiesen, nicht aber, dass es chemisch produziert wurde. Der Aromastoff kann auch natürlich hergestellt werden. Dass er im Fall Ritter chemisch produziert worden sein soll, schlussfolgerte Warentest lediglich.

Kein Beweis für chemische Herstellung

Holger Brackemann, Chef-Tester der Verbraucherschützer, hob am Rande des Verfahrens hervor, dass sich das Gericht ja gar nicht mit der Bewertung des Aromastoffs auseinandergesetzt habe. Allerdings hatte die Richterin auch gesagt, dass dies auch gar keine Rolle spiele: Denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Tests habe die Stiftung keinen Beweis für die chemische Herstellung gehabt, und das sei entscheidend.

Die Richterin wird ihr Urteil nun schriftlich verfassen - und könnte damit auch festschreiben, wie die Stiftung Warentest in Zukunft ihre Testberichte aufbaut.

Rechercheergebnisse für Verbraucher nicht transparent

Brackemann sagte, die Stiftung werde sich genau ansehen, welche Formulierungen in dem Text das Gericht kritisiere und daraus Konsequenzen für künftige Tests ableiten. Womöglich bekommen die Leser des "Test"-Hefts künftig einen tieferen Einblick in die Rechercheergebnisse und chemischen Tests, denn das Gericht hatte auch bemängelt, dass die Recherche zwar umfassend gewesen, in dem Bericht davon aber nicht viel aufgetaucht sei.

Obwohl die Stiftung Warentest regelmäßig schlechte Noten vergibt, sind für die Verbraucherschützer juristische Niederlagen bislang äußerst selten. Ritter-Sprecher Seeger sagte, von in Tests kritisierten Unternehmen wünsche sich die Stiftung Warentest das Eingeständnis von Fehlern. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Stiftung in diesem Fall selber mal Fehler einräumt."

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