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Umweltschutz  

Sieben häufige Öko-Denkfehler

23.12.2014, 10:49 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Sieben häufige Öko-Denkfehler. Wasser im Haushalt sparen schont den Geldbeutel, aber nicht immer die Umwelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wasser im Haushalt sparen schont den Geldbeutel, aber nicht immer die Umwelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Begriffe "Bio" und "Öko" haben heutzutage eine hohe Anziehungskraft: Wer seiner Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes tun will, greift zu Bio-Lebensmitteln, nutzt Öko-Strom oder spart Wasser im Haushalt. Doch in einigen Fällen ist das zu kurz gedacht.

Für viele bedeutet Bio bei Lebensmitteln gleich nachhaltig. Doch das stimmt so nicht. Der große Bedarf an Biolebensmitteln kann von deutschen Produkten nicht gedeckt werden. Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kommen 30 bis 50 Prozent der Biolebensmittel aus dem Ausland.

Denkfehler eins: Bio schont immer die Umwelt

Müssen Kartoffeln im heißen Ägypten besonders stark bewässert werden und lange Transportwege überstehen, ist das nicht mehr nachhaltig, selbst wenn "Bio" auf der Verpackung steht. Auch Äpfel haben eine zweifelhafte Öko-Bilanz, wenn sie beispielsweise aus Südtirol stammen und deren monatelange Lagerung in großen Kühlhäusern Unmengen an Strom frisst.

Die Lösung: Am besten greift man zu Bioware direkt aus der Region. Da ist die Ökobilanz meist besser. Zudem lohnt sich der Griff zu Saisonware. Denn wer im Winter einen deutschen Kopfsalat kauft, sollte wissen, dass dieser in einem Gewächshaus großgezogen wurde – mit hohem Strom- und Wasserverbrauch. Wer es noch besser machen möchte, fährt mit dem Fahrrad zum Wochenmarkt, denn bei jeder Autofahrt wird umweltschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Denkfehler zwei: Bioplastik ist besser als normaler Kunststoff

Wer glaubt, mit dem Griff zu Bioplastiktüten etwas Gutes für die Umwelt zu tun, liegt falsch. "Betrachtet man den gesamten Lebensweg biologisch abbaubarer Kunststoffverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen - von der Herstellung bis zur Entsorgung - schneiden diese nicht günstiger als Verpackungen herkömmlicher Kunststoffe ab", erklärt das Umweltbundesamt. Zwar seien der CO2-Ausstoß sowie der Erdölverbrauch geringer, durch den Anbau und die Verarbeitung der Pflanzen für diese Verpackungen würden Böden und Gewässer allerdings stark in Mitleidenschaft gezogen – auch aufgrund des Einsatzes von Düngemitteln. „Wirklich umweltfreundlich sind nur Mehrwegtaschen, etwa Stoffbeutel und Taschen aus anderen langlebigen Materialien“, so die Empfehlung.

Auch Müllabfuhr-Unternehmen stehen den kompostierbaren Tüten kritisch gegenüber. Besonders wenn sie im Biomüll landen. Denn die Tüten verrotten sehr viel langsamer als der Rest des Bioabfalls. Und das ist ein Problem bei der Kompostierung. Für den Biomüll greift man daher besser zu den altbewährten Papierbeuteln.

Denkfehler drei: Bio-Obst und -gemüse sind gesünder

So ganz stimmt die Aussage nicht, dass Bioobst- und -gemüse gesünder sind. Die Stiftung Warentest konnte in einer früheren Langzeitstudie zeigen, dass in der Gesamtqualität Bio im Durchschnitt nicht besser ist als herkömmliche Ware. Im Vitamingehalt und auch bei den Spurenelementen waren keine großen Unterschiede festzustellen. Die Keimzahl war bei beiden Lebensmitteln ebenfalls ähnlich und auch ein besserer Geschmack konnte nicht belegt werden.

Wo Bio-Obst und -gemüse auf jeden Fall punkten können, ist bei der Pestizid-Belastung. Auch für das Gewissen sind Bioprodukte besser: Bioanbieter engagieren sich wesentlich stärker für Umwelt und Soziales als Hersteller herkömmlicher Produkte.

Denkfehler vier: Wassersparen im Haushalt schont die Umwelt

Was viele nicht wissen: Die Spartaste auf der Toilette, kurze Spülgänge bei Waschmaschinen sowie Duschköpfe mit Sparfunktion entlasten zwar den eigenen Geldbeutel, für den Gesamtwasserverbrauch hingegen bringen sie nichts. Der Grund: Fließt zu wenig Abwasser durch die Ableitungskanäle, bildet sich Schlick und die Rohre verstopfen. Um dem entgegenzuwirken, spülen die Wasserwerke Leitungswasser die Rohre. So wird in Großstädten täglich die Wassermenge von mehreren Millionen Badewannen durch die Rohre gespült.

Wer den sparsamen Umgang mit Wasser fördern will, sollte dies durch sein Einkaufsverhalten tun, rät der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Produktion sind wassersparend durch kurze Lieferwege.

Denkfehler fünf: Ökostrom ist immer besser

Immer mehr Haushalte entscheiden sich für Ökostrom. Und die großen Stromerzeuger ziehen mit. Neben Kohle- oder Atomstrom haben sie auch Ökostrom-Produkte im Angebot. Doch "Ökostrom" ist kein geschützter Begriff. "Die meisten großen Energiekonzerne verteilen Stromanteile dafür nur um. Am Energiemix aus Atom-, Kohle- und einem kleinen Anteil erneuerbarer Energien ändert sich meist nichts", gibt der BUND zu bedenken. Nur reine Ökostromanbieter würden tatsächlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern.

Denkfehler sechs: Wenn ich zu Glas greife, tue ich der Umwelt etwas Gutes

Mit dem Griff zu Glasflaschen leistet man nicht automatisch einen Beitrag für die Umwelt. Der BUND lehnt vor allem Einwegflaschen ab. Besser seien Mehrwegflaschen aus Glas oder sogar Kartonverpackungen. Auch laut Umweltbundesamt gelten beide Verpackungsarten als "ökologisch vorteilhaft".

Wie kann es sein, dass Tetra Pak gut für die Umwelt ist? Mehrwegflaschen werden bis zu 50 Mal wiederbefüllt und ihr Glas wird zum größten Teil für die Herstellung neuer Flaschen recycelt. Doch durch die hohen Schmelztemperaturen für Glas, die Reinigung gebrauchter Flaschen sowie den Transport steige der Energieverbrauch und falle gegenüber Kartonverpackungen stärker ins Gewicht, erklärt der BUND. „Eine leere Literflasche aus Glas wiegt rund 600 Gramm, ein leerer Ein-Liter-Karton weniger als 30 Gramm. In Kartons kann also mit gleichem Energieeinsatz eine wesentlich größere Getränkemenge transportiert werden als in Glasflaschen. Und je länger die Transportwege sind, desto besser erscheint die ökologische Bilanz von Kartonverpackungen.“

Da bei den Getränkekartons aber rund ein Drittel den Recycling-Kreislauf nicht erneut durchläuft, sondern verbrannt wird, lautet die Empfehlung: Vor allem Getränke in Mehrwegglasflaschen kaufen und zu Produkten aus der Region greifen. Das garantiert kurze Transportwege zum Verbraucher.

Denkfehler sieben: Auf Umweltlabels kann ich mich verlassen

Nicht jedes Produktsiegel garantiert umweltfreundliche und nachhaltige Produkte. Viele Hersteller kreieren eigene Fantasie-Logos, um ihren Produkten ein umweltfreundliches Image zu verleihen und so das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Hier sollte man genau hinschauen. Vertrauen kann man unter anderem dem sechseckigen Siegel mit dem Schriftzug "Bio", dem Bioland-Siegel, dem orangefarbenn Demeter-Siegel sowie dem Naturland-Siegel mit den zwei Pflanzenblättern. Weitere Siegel und ihre Bewertungen finden Verbraucher auf der Webseite vom BUND.

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