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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist meist subtil

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Jede fünfte Frau betroffen  

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist meist subtil

03.03.2015, 15:10 Uhr | AFP, dpa

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist meist subtil. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist meist subtil und wird nicht immer gleich erkannt. (Quelle: dpa)

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist meist subtil und wird nicht immer gleich erkannt. (Quelle: dpa)

Ein zotiger Witz, eine nicht ganz so zufällige Berührung - sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz hat jeder zweite Beschäftigte in Deutschland schon selbst erlebt. Nach einer repräsentativen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist fast jede fünfte Frau schon einmal gegen ihren Willen von Kollegen berührt worden.

Als sexuelle Belästigung gelten nicht nur Körperkontakt, sondern auch anzügliche Bemerkungen oder das Zeigen von Nacktbildern.

Gemäß dem Ergebnis findet die Belästigung von Frauen meist durch dienstlich höher gestellte Kollegen statt. "Bei weiblichen Opfern sexueller Belästigung gibt es häufiger ein Hierarchiegefälle zwischen Täter und Opfer", sagt Frank Faulbaum vom Sozialwissenschaftlichen Umfrageinstitut der Universität Duisburg.

Sexuelle Belästigung bleibt oft unerkannt

Seine Studie zeigt auch, wie unterschiedlich Menschen sexuelle Belästigung wahrnehmen: Nur 17 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer war klar, dass es sich bei den von ihnen erlebten Handlungen überhaupt um eine sexuelle Belästigung handelte. Stattliche 13 Prozent der Männer gaben an, aus ihrer Sicht seien Sprüche wie "Setz dich auf meinen Schoß" gar keine Belästigung. Dem stimmten nur acht Prozent der Frauen zu.

Schon ein Pfiff kann zu viel sein

Dabei kann auch schon ein Pfiff unter sexuelle Belästigung fallen, wie Kriminalhauptkommissarin Christina Meyer weiß. Denn bereits damit kann für die Frau schon eine Grenze überschritten sein. "Was eine Frau als Belästigung empfindet, kann nur jede für sich sagen. Sexuelle Belästigung kann auch ein dummer Spruch sein. 'Hast du deine Tage, oder was?' zum Beispiel", so die Expertin. Wo die Grenze der Frau liegt, könne unterschiedlich sein.

Frauen neigen zum Relativieren

Geschieht so etwas und fühlen sie sich bedrängt, sollten Frauen ihrer eigenen Wahrnehmung trauen und das Geschehene nicht relativieren, rät Meyer. "Nicht verdrängen oder verleugnen! Frauen relativieren oft: 'Ich übertreibe bestimmt' oder 'Vielleicht war der Rock doch zu kurz'". Oft sei ein Übergriff gar nicht fassbar, sondern subtil. Ein vermeintlich zufälliges Berühren, ein Blick.

Sich aus falscher Scham nicht gegen den übergriffigen Arbeitskollegen zu wehren, ist keine gute Reaktion. Im Job sollten sich Betroffene über ihre Möglichkeiten informieren und sich Unterstützung suchen.

Schutzrechte sind vielen unbekannt

Allerdings sind der Studie zufolge vielen die gesetzlich garantierte Schutzrechte unbekannt. Mehr als 70 Prozent der Befragten kannten keine zuständigen Ansprechpartner im Betrieb. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, sprach von einem "unhaltbaren Zustand".

Öffentlichkeit kann helfen

Auch in anderen Situationen ist es wichtig, dem Täter etwas entgegen zu setzen. "Öffentlichkeit ist wichtig. Man muss andere ins Boot holen. Umstehende in der U-Bahn sind mögliche Verbündete, nicht Leute, vor denen ich mich bloßstelle. Wenn ich zu einem Glotzer sage: 'Lassen Sie das!, dann schauen zwei, drei andere auch ihn an, nicht nur mich. Der Mut kommt mit der Sicherheit über mein Gefühl", sagt Meyer.

Die Ergebnisse der Befragung fließen ein in die Arbeit einer von der Antidiskriminierungsstelle berufenen Expertenkommission. Vorsitzende sind die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, und der ehemalige Berliner Bürgermeister, Klaus Wowereit.

Die Kommission soll bis Dezember Gesetzesänderungen und andere Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung im Job vorschlagen. Dazu könnte laut Allmendinger eine Verlängerung der Zweimonatsfrist gehören, die bei der Anzeige derartiger Vorfälle gilt. Gerade Frauen, die sich in einem beruflichen Abhängigkeitsverhältnis befinden, schrecken meist davor zurück, Belästigungen zu melden.

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