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Wassersparen: Darauf kommt es wirklich an

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Wassersparen  

Nicht nur die Menge zählt: Darauf kommt es beim Wassersparen wirklich an

22.05.2015, 15:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Wassersparen: Darauf kommt es wirklich an. Umweltschützer raten vom Vollbad ab: Beim Duschen beträgt der Wasserverbrauch etwa die Hälfte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Umweltschützer raten vom Vollbad ab: Beim Duschen beträgt der Wasserverbrauch etwa die Hälfte. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für viele Deutsche ist Wassersparen selbstverständlich. Die Spartaste bei der Toilettenspülung und die wassersparende Duschbrause sind aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Kurzprogramme bei Wasch- und Spülmaschine sorgen ebenfalls für weniger Verbrauch. Doch der sparsame Umgang mit der Ressource Wasser hat eine Kehrseite.

Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt, dass jeder Deutsche pro Tag etwa 120 Liter Trinkwasser verbraucht. Im Vergleich: Vor 1991 waren es noch 144 Liter am Tag. Der größte Teil wird für Körperpflege und Toilettenspülung genutzt. Experten gehen davon aus, dass die tägliche Wassernutzung noch weiter zurückgehen wird.  

Zu wenig Abwasser lässt Rohre verstopfen

Über die ressourcensparende Lebensweise freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel. Viele wissen aber nicht, dass das von ihnen eingesparte Wasser von den Wasserversorgern trotzdem durch die Rohre geleitet wird. Der Grund: Fließt zu wenig Abwasser durch die Kanäle, bildet sich Schlick und die Rohre verstopfen.

Stehendes Wasser kann zudem in den Trinkwassernetzen die Wasserqualität beeinträchtigen, berichtet das UBA. Auch die Bildung unangenehm riechender Faulgase ist möglich. Die Wasserwerke müssen deshalb die Rohre spülen. Dafür sind große Wassermengen nötig - in manchen Großstädten mehrere Millionen Badewannen täglich.

Wassersparen lohnt sich trotzdem

Doch was soll man als Verbraucher tun? Mehr Wasser laufen lassen? Nein, betont das UBA. Dieses Problem zu lösen sei nicht Aufgabe der einzelnen Haushalte, sondern das der Wasserversorger oder Abwasserentsorger. Die sollten entscheiden, wann eine gezielte Spülung der Leitungen nötig ist.

Obwohl das eingesparte Wasser letzten Endes trotzdem zum Einsatz kommt, lohnt es sich, am Spargedanken festzuhalten. Denn beim Wassersparen geht es nicht nur um die eingesparte Trinkwassermenge, sondern auch um einen reduzierten Energieverbrauch.

"Wassersparen lohnt sich vor allem beim Warmwasser. Denn je weniger Wasser für Duschen und Baden erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird verbraucht. Das entlastet das Klima und die Haushaltskasse", sagt Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA. "In Zeiten der Klimaänderung tut Deutschland gut daran, beim Wassersparen nicht nachzulassen."

Duschen besser als Baden

Schätzungen zufolge macht der Energiebedarf für Warmwasser im Schnitt zwölf Prozent des Gesamtendenergiebedarfs eines Haushalts aus. Ein warmes Vollbad mit etwa 200 Litern in der Wanne kostet im Schnitt etwa 3,50 Euro. Zehn Minuten Duschen kostet nur die Hälfte, da durchschnittlich fast 100 Liter weniger durch die Leitung fließen.

Mit einem Sparduschkopf lassen sich laut UBA zusätzlich bis zu 50 Cent pro Duschgang einsparen. Das lohnt sich: Für jemanden, der täglich einmal unter die Dusche steigt, sind das circa 180 Euro im Jahr.

Wasser sauber halten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Wasser sauber zu halten. Stoffe, die die Kläranlage nur schwer herausfiltern und abbauen kann, gehören nicht in den Abfluss. Das sind beispielsweise Öle, Farben oder Medikamente. In die Toilette sollten lediglich Ausscheidungen und Toilettenpapier kommen. Alles andere muss in die dafür vorgesehenen Mülltonnen oder zu den Annahmestellen der städtischen Müllentsorgungsunternehmen.

Bei Spül-, Wasch- und Reinigungsmitteln sollte man darauf achten, dass diese biologisch abbaubar sind. Und: Wer sein Auto in den dafür vorgesehenen Waschanlagen reinigt, verhindert, dass Reinigungsmittel und Ölreste ins Grundwasser gelangen.

Umweltschutz: Wasser aus der Leitung trinken

Das UBA empfiehlt außerdem, auf Mineralwasser aus dem Supermarkt zu verzichten und Leitungswasser zu trinken - das laut der Umweltexperten am besten überwachte Lebensmittel. So entfällt der Aufwand für Verpackung und Transport.

Der Verbraucher sollte es aus hygienischen Gründen aber etwas laufen lassen, bevor er es trinkt. Besonders wenn das Wasser lange in der Leitung gestanden hat, etwa am frühen Morgen oder nach längerer Abwesenheit. So werden Keime ausgespült. Das Wasser sollte frisch und kalt aus der Leitung kommen.

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