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Hepatitis E: Immer mehr Deutsche erkranken

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Gefährliche Leberkrankheit  

Hepatitis E: Immer mehr Deutsche erkranken

04.08.2015, 10:56 Uhr | dpa

Hepatitis E: Immer mehr Deutsche erkranken. Hepatitis E wird in Deutschland vor allem über kontaminiertes Schweinefleisch übertragen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hepatitis E wird in Deutschland vor allem über kontaminiertes Schweinefleisch übertragen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Hepatitis-E-Erkrankungen werden in Deutschland registriert - obwohl viele Infizierte gar nicht in den Tropen waren, wo diese Lebererkrankung ursprünglich verbreitet war. Forscher sind auf neue Zusammenhänge gestoßen.

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Hepatitis E - Anstieg der Virusinfektion

Ärzte diagnostizieren in Deutschland zunehmend mehr Hepatitis E-Fälle. Es handelt sich dabei um eine akute Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) hervorgerufen wird, wie das Gesundheitsportal "Onmeda" berichtet. 2014 wurden 670 dieser Lebererkrankungen gemeldet. Das sei im Vergleich zu 2013 ein Plus von mehr als 46 Prozent, teilte das Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) mit. "Die Tendenz ist klar steigend", sagte RKI-Epidemiologe Mirko Faber. Hintergrund sei in Europa allerdings nicht eine rasant ansteigende Verbreitung der Erreger, sondern eine verbesserte Diagnostik sowie eine höhere Sensibilität der Mediziner.

Ursprünge von Hepatitis E

Hepatitis E galt lange Zeit als eine aus Asien und Afrika importierte Infektionskrankheit. Dort werde der Erreger hauptsächlich durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen, erklärte eine Sprecherin des Brandenburger Gesundheitsministeriums im Vorfeld des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli. Durch Überschwemmungen während der Regenzeit kann sich das Virus schnell ausbreiten und zu einer Epidemie führen.

Die Viren wurden erst 1983 von einem russischen Forscher entdeckt. Später konnten Wissenschaftler eine Epidemiewelle in den 50er Jahren in Indien auf Hepatitis E zurückführen. Im Rückschluss wurde so belegt, dass das Hepatitis-E-Virus kein neu aufgetretener Erreger ist.

Symptome von Hepatitis E

"Viele Leute machen eine Hepatitis-E-Infektion durch, ohne es zu wissen", erklärte Faber, denn häufig verlaufe die Infektion mit nur leichten Beschwerden.

Oft beginnt die Krankheit nach RKI-Angaben mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Durchfall. Es kann aber auch zu Fieber und Gelbsucht kommen. Zumeist klingen die Beschwerden innerhalb von Wochen ab. Häufig hat die Infektion gar keine Krankheitszeichen. Eine chronische Form der Erkrankung ist im Gegensatz zu Hepatitis A und C nicht bekannt. Das RKI schätzt, dass sich in Afrika und Asien jährlich bis zu 20 Millionen Menschen mit dem Virus anstecken.

Hepatitis E behandeln?

Medikamente oder einen Impfstoff gegen Hepatitis E gibt es bisher nicht. Die Therapie beschränkt sich daher auf die Behandlung der Symptome. Zusätzlich sollten Betroffene Alkohol und fettreiches Essen meiden, um die Leber nicht zusätzlich zu belasten. Dies gilt auch für einige Monate nach Abklingen der akuten Symptome.

Jährlich 65.000 Tote in Afrika und Asien

Die akute Hepatitis E-Erkrankung ist jedoch alles andere als harmlos und kann zu tödlichem Leberversagen führen. Das RKI geht in Afrika und Asien jährlich von bis zu 65.000 Todesfällen aus. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 60 Tage, und die Erkrankung hat in manchen Ländern eine Sterblichkeitsrate von bis zu vier Prozent. Eine Gefahr besteht nach RKI-Angaben bei Vorschäden der Leber, Immungeschwächten wie etwa Krebspatienten in der Chemotherapie oder in der Schwangerschaft.

So verbreitet sich Hepatitis E in Deutschland

In Deutschland galt Hepatitis E lange Zeit als eine bei Reisen erworbene Krankheit. Wissenschaftler fanden erst vor einigen Jahren heraus, dass es den Erreger hier schon seit langer Zeit gibt. "Die Übertragung läuft hier aber nicht fäkal-oral über das verunreinigte Trinkwasser, sondern über den Verzehr von kontaminierten Schweine- und Wildfleisch", erklärte Faber.

In Europa treten andere Genotypen des Erregers auf. Diese werden in der Regel nur vom Tier auf den Menschen übertragen und nicht wie in Afrika und Asien von Mensch zu Mensch. Die Mehrzahl der in Europa auftretenden Hepatitis-E-Erkrankungen sind demnach nicht eingeschleppt, sondern hier erworben.

Einer Hepatitis E Infektion vorbeugen

"Da hilft wirklich nur strikte Hygiene", rät Faber. Es sollte nur gut durchgebratenes oder gegartes Fleisch gegessen werden. Nach Tierkontakten empfiehlt es sich, die Hände immer gründlich zu waschen. Bei Reisen in Verbreitungsgebiete muss das Trinkwasser immer für mindestens eine Minute bei sprudelnd heißem Wasser abgekocht werden. Laut der deutschen Leberstiftung bewährt sich auch hier der Grundsatz: "Cook it, boil it, peel it or forget it" (Gare es, koche es, schäle es oder vergiss es).

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