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Igel: Welche Hilfe sie jetzt brauchen

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Erste-Hilfe-Checkliste  

Welche Igel Hilfe jetzt brauchen und was zu tun ist

12.11.2015, 13:18 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Igel: Welche  Hilfe sie jetzt brauchen. Um sich vor Nässe und Kälte zu schützen, brauchen Igel im Winter ein wetterfestes Nest. (Quelle: dpa)

Um sich vor Nässe und Kälte zu schützen, brauchen Igel im Winter ein wetterfestes Nest. (Quelle: dpa)

Die Suche nach einem geeigneten Winterquartier hat begonnen: Jetzt hoffen Igel auf einen geschützten Unterschlupf und möchten sich vor dem Winterschlaf nochmal richtig sattfressen. Brauchen die stacheligen Gartenbewohner dafür wirklich Unterstützung? Wir haben eine Erste Hilfe-Checkliste für Igel im Winter zusammengestellt.

Bis zu sechs Monate dauert der Winterschlaf eines Igels. Damit Schnee, Frost und Wind ihm nichts anhaben können, sucht er sich ein wetterfestes und wärmeisoliertes Nest wie etwa einen Laub- oder Reisighaufen oder eine versteckte Nische hinter einem Holzstapel. Zu einer stacheligen Kugel zusammengerollt, ist er vor Angriffen sicher.

Jungtiere sind im November unterwegs

Im Oktober suchen sich zuerst die Igelmännchen ihren Unterschlupf. Haben sich die Igelweibchen von der Aufzucht der Jungen erholt, folgen sie ihnen nach. Im November schauen sich dann auch die Jungtiere nach einem passenden Winterquartier um. Bei ihnen dauert es etwas länger, weil sie sich zuerst eine Fettschicht anfuttern müssen. Laut Igel-Experten sollten Jungtiere Anfang November mindestens 500 Gramm auf die Waage bringen. Nur so können sie den ersten Winterschlaf überstehen.

Welche Igel Hilfe brauchen

Doch bis dahin haben die nachtaktiven Tiere einen gefährlichen Weg vor sich. Immer wieder werden verletzte, kranke oder verwaiste Igel gefunden. Sie brauchen Hilfe. Wer tagsüber einen Igel findet, sollte daher genau hinschauen. Wurde er vielleicht angefahren? Oder liegt er in einer Grube oder einem Schacht und kommt von selbst nicht mehr heraus?

Rollen sich Igel nicht zusammen, stimmt etwas nicht

Torkelt das Tier, rollt es sich beim Näherkommen nicht ein oder wirkt es sehr dünn, kann es sich um einen kranken Igel handeln. Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten und mutterlos sind, müssen ebenfalls versorgt werden.

Auch Tiere, die bei Schnee und Frost umherirren, brauchen meist Unterstützung. Viele sind krank oder es handelt sich um schwache Alttiere oder sehr spät geborene Jungtiere, die sich keine ausreichende Speckschicht mehr anfressen konnten.

Aufgeschreckte Igel in Ruhe lassen

Werden Igel aufweckt, weil eine Hundenase sie anstupst, Laubhaufen weggekehrt oder Holzscheite für den Kamin geholt werden, sollte man die Tiere in Ruhe lassen. Sie suchen sich dann auch tagsüber einen neuen Unterschlupf.

Achtung aber bei Minusgraden und Schnee: Dann kann die Störung des Winterschlafs für das Tier lebensgefährlich werden. Die Aufwachphase kostet viel Energie, doch bei Schneefall ist nicht genügend Nahrung vorhanden. Dann sollte man dem Tier helfen. 

Mit einem kranken Igel immer zum Tierarzt

Wer einen kranken, schwachen oder verletzten Igel gefunden hat, sollte einen Tierarzt, ein Tierheim oder eine Igelstation aufsuchen. Dort bekommt das Tier die Behandlung, die es braucht. Auch wird dort geklärt, wie viel Gewicht er noch zulegen muss.

Milch ist für Igel tabu

Bekommt man das Tier mit nach Hause und rät der Tierarzt, beim Überwintern zu helfen, gilt es, einiges zu beachten. Hier die wichtigsten Tipps im Überblick: Wasser löscht den Durst des Igels am besten. Kranken Tieren kann lauwarmer, ungesüßter Fenchel- oder Kamillentee helfen. Auf keinen Fall sollte Milch gefüttert werden. Aufgrund des Milchzuckers kann es zu starken Durchfällen kommen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Igel mögen Hackfleisch zum Abendessen

Zum Aufpäppeln sollte der Igel jeden Abend gefüttert werden. Die Hauptnahrung ist Fleisch. Frisch gekochtes und kleingeschnittenes Rindfleisch, aber auch gegartes Hackfleisch ist gut geeignet. Ebenso gekochtes Geflügelfleisch. Auch in Pflanzenöl gebackenes Rührei, hartgekochte Eier und Haferflocken bekommen den Tieren gut.

Finger weg von Salz und Gewürzen

Absolut tabu sind Zucker, Salz und Gewürze. Auch Brot, Speisereste und Babybreie sollten nicht verfüttert werden. Kuchen und Schokolade können sogar tödlich sein. Ebenfalls ungeeignet sind Obst, Gemüse, Milchprodukte wie Käse und Quark sowie Rosinen und Nüsse.

Würmer und Schnecken? Besser nicht

Da Regenwürmer und Schnecken Zwischenwirte für die Innenparasiten der Igel sind, raten Experten, in der Fütterungsphase kein natürliches Futter zu geben. Die Nahrungsmenge sollte pro Tag etwa 125 Gramm betragen, damit der Igel an Gewicht zulegen kann. Genaue Fütterungsempfehlungen erfragt man am besten beim Tierarzt.

Winterschlaf im Karton: Nicht mit Heu füllen

In der Fütterungsphase ist es wichtig, dass der Igel Platz und Tageslicht zur Verfügung hat. Gut geeignet ist daher ein leerer Hasen- oder Meerschweinchen-Stall, in dem es auch ein Schlafhäuschen gibt. Reichlich Zeitungspapier und Küchenrollen sorgen dafür, dass sich der Igel wohlfühlt. Für den Winterschlaf selbst reicht ein großer, stabiler Pappkarton, der ebenfalls mit Zeitung und Küchenpapier gefüllt ist. Heu ist aufgrund des Schimmel-Risikos nicht  geeignet. Auch Sägemehl und Katzenstreu sollten nicht verwendet werden.

Egal ob Karton oder Stall: Solange der Igel noch wach ist, muss das Gehege täglich gesäubert werden. Und: Igel sind Einzelgänger. Das heißt, jeder Pflege-Igel braucht seinen eigenen Unterschlupf.

Auf die richtige Temperatur kommt es an

18 bis 20 Grad sind für die Fütterung ideal, denn nur dann frisst der Igel. Ist das Tier kräftig genug für den Winterschlaf, muss das Quartier kalt sein. Gute Standorte sind Gartenhäuschen, Terrasse oder Balkon. Achtung: Viele Keller sind zu warm. Die Temperatur sollte unter acht Grad liegen.

Im April: Erst füttern, dann aussetzen

Trotz Winterschlaf sollte dem Tier immer eine Notration frisches Wasser und Trockenfutter zur Verfügung stehen – falls es zwischendurch aufwacht. Meist endet der Winterschlaf mit Anfang April. Bevor der Igel wieder ausgewildert wird, sollte er so lange gefüttert werden, bis er sein Ausgangsgewicht wieder erreicht hat. Dann kann er zur Abenddämmerung an einem sicheren Ort in der Nähe des Fundortes ausgesetzt werden.

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