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Brasilien bekämpft Zika-Virus: Schädelfehlbildungen drohen

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Angst vor Schädelfehlbildung  

Brasilien kämpft gegen Zika-Virus

24.11.2015, 13:22 Uhr | Georg Ismar, dpa

Brasilien bekämpft Zika-Virus: Schädelfehlbildungen drohen. Ägyptische Tigermücke: Das gefährliche Zika-Virus wird von Stechmücken übertragen.  (Quelle: dpa)

Ägyptische Tigermücke: Das gefährliche Zika-Virus wird von Stechmücken übertragen. (Quelle: dpa)

Gefährliche Mückenstiche: In Brasilien gibt es deutlich mehr Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen. Ursache ist womöglich eine Virusinfektion, die über Insektenstiche auf Schwangere übertragen wird.

Es kommt schleichend daher, oft gar nicht schlimm. Leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschläge. Ähnlich wie bei Malaria treten die Symptome beim sogenannten Zika-Virus meist erst zwölf Tage nach dem Moskitostich auf. Ursprünglich kam das Virus aus Uganda, jetzt treten gehäuft Fälle in Süd- und Mittelamerika auf. Vor allem eine mögliche Spätfolge macht den Menschen Sorge: Drohen Babys Schädelfehlbildungen, wenn Schwangere über einen Moskitostich mit dem Zika-Virus infiziert wurden?

Nach Angaben des Instituts Oswaldo Cruz in Rio de Janeiro wurde das Virus zuletzt bei zwei Frauen im brasilianischen Bundesstaat Paraíba nachgewiesen, deren Föten nach Ultraschalluntersuchungen Mikrozephalie aufwiesen: Sie haben viel zu kleine Schädel, was in der Regel zu geistiger Behinderung führt. Bisher gelten als Ursachen für die Fehlbildung zum Beispiel Alkohol in der Schwangerschaft oder bestimmte Infektionen.

Gesundheits-Notstand ausgerufen

Brasilien hat nun sogar den Gesundheits-Notstand ausgerufen. Das bedeutet, dass die Gesundheitsämter angewiesen sind, besondere Vorbeuge-, Dokumentations- und Aufklärungsmaßnahmen zu treffen. In diesem Jahr wurden vor allem im Nordosten des Landes bereits 399 Fälle von Mikrozephalie festgestellt, davon allein 268 im Bundesstaat Pernambuco mit der Hauptstadt Recife. Der bisherige Rekord in den letzten fünf Jahren lag bei 175 Fällen 2012.

Das Gesundheitsministerium des fünftgrößten Landes der Welt warnt zugleich vor voreiligen Schlüssen: "Die aktuellen Daten lassen noch keinen eindeutigen Schluss zu, dass es eine Beziehung gibt zwischen der Zika-Infektion und Mikrozephalie." Das Zika-Virus wird von der Stechmückenart Aedes aegypti übertragen wie auch die Dengue- und Chikungunya-Viren. Ursprünglich stammt der Erreger aus Zika in Uganda und spielte anderswo bisher kaum eine Rolle, nur vereinzelt in Afrika und Asien.

Lateinamerika kämpft gegen Virusinfektion

Gúbio Soares vom biologischen Institut der Universität Bahia in Salvador sieht die Fußball-WM 2014 als Ursache für das Auftauchen des Virus in Lateinamerika. "Die WM hat Menschen aus der ganzen Welt angelockt. Wir glauben, dass er von außen hier angekommen ist", sagte er der Zeitung "Globo".

Fälle werden derzeit auch aus Chile, Kolumbien und Mexiko gemeldet. Dort werden kubanische Migranten quasi unter Generalverdacht gestellt. Seit immer mehr von ihnen unterwegs sind, haben die Behörden an der Südgrenze Mexikos die Kontrollen in Chiapas deutlich verstärkt. "Die Migrationsströme machen das Einschleppen von Zika in unser Land sehr wahrscheinlich", meint der Gesundheitsminister von Chiapas, Francisco Paniagua Morgan. Bisher ist allerdings kein einziger Fall von Migranten, die das Zika-Virus einschleppten, gemeldet worden.

Auf Mückenschutz achten

Was können Touristen aus Deutschland tun, um einer Infektion vorzubeugen? Reisende, insbesondere Schwangere, sollten auf sehr sorgfältigen Mückenschutz achten, betont das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. "Charakteristisch für eine Infektion mit Zika-Viren ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung", sagt Tomas Jeline vom CRM.

Auch wenn das Zika-Virus nicht lebensbedrohlich ist: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert. Die Staaten der Region müssten den Schutz vor dem Virus verstärken und die Bevölkerung umfassend über die Gefahren informieren, fordert die WHO. Aber die Ungewissheit über den Zusammenhang mit den zu kleinen Schädeln bei Neugeborenen zeigt auch: Das Virus ist bisher kaum erforscht.

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