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Hart aber fair: Tim Mälzer feierte wahres Wortwitz-Festival

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Unterhaltsamer Wursttalk bei Plasberg  

"Will ich nach dem Konsum von Fleisch Brüste haben?"

08.12.2015, 14:05 Uhr | Nico Damm

Hart aber fair: Tim Mälzer feierte wahres Wortwitz-Festival. Tim Mälzer fand bei "Hart aber fair" markige Sprüche zum Thema Fleisch.  (Quelle: WDR / Dirk Borm)

Tim Mälzer fand bei "Hart aber fair" markige Sprüche zum Thema Fleisch. (Quelle: WDR / Dirk Borm)

Beim Plasberg-Talk beantwortete Fernsehkoch Tim Mälzer Fragen als Stier und verglich Wurstfabrikantin Sara Dhem mit einer Kuh. Den Gästen wurde Lammlunge aus der Dose serviert, den Zuschauern eine angesichts des Themas überraschend unterhaltsame Sendung.

Frank Plasberg ist als Talkmaster flotte Sprüche gewohnt. Aber als Fernsehkoch Tim Mälzer sich zu folgendem Vergleich hinreißen ließ, musste auch der "Hart aber fair"-Moderator sichtlich schlucken:  "Wenn ich Sie behandeln würde wie eine Milchkuh, fänden Sie das ein bisschen komisch: Immer nur schwanger und die Brüste dick." Glücklicherweise nahm es ihm die angesprochene Sarah Dhem nicht persönlich und Publikum und Gäste konnten herzlich lachen.

Plasberg unterbricht frech den Polit-Sprech

Dabei war das Thema eigentlich ein ernstes: "Das elende Leben der Steaks – was ist uns gutes Fleisch noch wert?" Ein sichtlich gut gelaunter Plasberg sorgte für ein gutes Stück Leichtigkeit – zum Beispiel mit der Aufforderung an Mälzer, erwähnte Frage aus Sicht eines Stiers zu beantworten. Antwort: "Im Moment kann man nur zum Vegetarier mutieren. Esst mal Gras!"

UMFRAGE
Sollte Fleisch ähnlich wie bei Eiern nach Kriterien der Tierhaltung gekennzeichnet werden?

Plasberg und Mälzer sorgten für ein angenehmes Gegengewicht zum Politik-Sprech von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Dessen Herumeiern ärgerte Plasberg derart, dass er frech unterbrach ("Ich bin gespannt, wie das eine Antwort wird!") und die eine oder andere Frage gleich drei Mal stellte. Zum Beispiel die nach einer Kennzeichnungspflicht für Fleisch, wie sie bei Eiern üblich ist: Null für Bio, eins für artgerecht und so weiter. "Fleisch aus konventioneller Haltung ist nicht schlechter", legte sich Schmidt schließlich im dritten Anlauf auf die Verteidigung der Fleischproduzenten fest. Selbst die Stiftung Warentest habe keinen durchgängigen Vorteil von Bio-Fleisch festgestellt.

Mälzer hangelt sich von Busen-Witz zu Busen-Witz

"Es geht doch nicht um qualitative Bewertung, sondern um Information des Verbrauchers", warf Mälzer ein. "Kann Spuren von Hormonen enthalten", stehe in der Schweiz jetzt auf Rindfleisch-Verpackungen. Anlass für den nächsten Busen-Witz: "Da kann ich selber entscheiden: Will ich nach dem Konsum Brüste haben?" Wurstfabrikantin Sarah Dhem, Vertreterin der Fleischwarenindustrie, sah das anders: "Eine Kennzeichnung ist nicht gewollt. Wenn es mich interessiert, wo das Fleisch herkommt, kann ich das jetzt schon sehen."

Worauf die Macher der Sendung eine pfiffige Entgegnung hatten: Eine Packung von Dhems Wurst, die zwar hochpreisig, aber ohne Herkunftsbezeichnung ist. "Warum erfahre ich das nicht?", fragte Plasberg. Antwort: Technisch sei das möglich, aber zu teuer. Fleischerin Dhem sicherte sich mit ihrer trockenen, ehrlichen Art reichlich Applaus.

Ehrlich konnte sie auch sein, schließlich verarbeitet ihr Betrieb lediglich das Fleisch. Wie auch beim letzten Fleisch-Talk bei Plasberg, bei dem Dhem ebenfalls zu Gast war, wäre deshalb ein Vertreter aus Viehzucht oder Schlachtung der bessere Gesprächspartner gewesen.

Lammlunge für die Gäste 

Die Journalistin und Landwirtschafts-Kennerin Tanja Busse nahm die Industrie in die Pflicht: Die Branche liefere sich einen Preiskampf bei Fleisch und Milch. "Da werden Tiere verheizt und Bauern ruiniert." Wie das konkret aussieht, zeigte ein unappetlicher Einspieler der Sendung "Report Mainz", der die Schlachtung von trächtigen Kühen zeigt – einer von angeblich 180.000 Fällen im Jahr. Der Landwirtschaftsminister beschwichtige: Ein geplantes Gesetz solle genau das verbieten. Auch Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, zeichnete ein positiveres Bild: "In Deutschland haben fair gehandelte, regionale und Bio-Produkte zusammen einen Anteil von 15 Prozent – mehr als in anderen Ländern."

Zum Schluss wurde den Gästen noch vergessen geglaubte Spezialitäten wie Lammlunge gereicht. Credo: Wenn wir wieder das ganze Tier verwerten, müssen wir weniger nach China exportieren und zollen dem Tier, das für uns stirbt, wieder mehr Respekt. Ein unterhaltsamer Abend mit einem angenehm unnachgiebigen Plasberg.


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