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Shrimps aus Thailand werden oft in Sklavenarbeit gepuhlt

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Sklavenarbeit in Thailand aufgedeckt  

Von Kindern gepuhlte Garnelen landen auch in Deutschland

16.12.2015, 10:39 Uhr | Andreas Schwitzer, AP

Shrimps aus Thailand werden oft in Sklavenarbeit gepuhlt. Thailand exportiert einen Großteil der dort produzierten Shrimps in die USA, aber auch nach Deutschland. In vielen Fabriken werden Arbeiter wie Sklaven ausgebeutet. (Quelle: AP/dpa/Ross D. Franklin/Gemunu Amarasinghe)

Thailand exportiert einen Großteil der dort produzierten Shrimps in die USA, aber auch nach Deutschland. In vielen Fabriken werden Arbeiter wie Sklaven ausgebeutet. (Quelle: Ross D. Franklin/Gemunu Amarasinghe/AP/dpa)

Die Nachrichtenagentur AP hat menschenverachtende Zustände in der Shrimps-Produktion aufgedeckt. In Supermärkten und Restaurants in den USA und Europa werden Garnelen verkauft, die in Thailand zum Teil von Zwangsarbeitern geschält wurden. Auch Kinder arbeiten bis zu 16 Stunden mit den Händen im Eiswasser.

Unter anderem geht die Ware an die Einzelhandelskette Wal-Mart und die weltweit größte Kette von Fischrestaurants, Red Lobster.

Kleines Mädchen zum Arbeiten auf Stuhl gestellt 

Allein in dem Ort Samut Sakhon bei Bangkok gibt es Hunderte von Baracken, in denen Garnelen geschält werden. In einigen müssen Sklaven arbeiten, die von Schleusern an die Unternehmen verkauft wurden. Reporter der Nachrichtenagentur AP überwachten Lieferungen von zwei verdächtigen Firmen und sprachen mit vielen Arbeitern.

Eines der Mädchen, das dort arbeitete, war so klein, dass es nur auf einem Stuhl stehend bis an den Tisch heranreichte. Eine 16-Jährige hatte völlig vernarbte Arme, weil sie sich bei der Arbeit Infektionen zugezogen hatte.

Shrimps aus Thailand auch in deutschen Supermärkten 

Unter anderem gingen die von Zwangsarbeitern geschälten Garnelen an den großen Fischexporteur Thai Union. Weil die Meeresfrüchte vor dem Abpacken oft mit anderen Lieferungen vermischt werden, ist es unmöglich zu sagen, welche Packung die Garnelen aus Zwangsarbeit enthält. Nach UN-Richtlinien würde der thailändische Export aber komplett unter Sklavereiverdacht fallen, weil zum Teil Zwangsarbeiter zum Einsatz kamen. Auch in Supermärkten in Deutschland fand AP Produkte der thailändischen Exporteure.

Moderne Sklavenarbeit auf Fischerbooten

Die thailändische Fischereiindustrie wird immer wieder von Vorwürfen erschüttert. Nach einer anderen Recherche der AP konnten kürzlich mehr als 2000 Fischer befreit werden, die auf thailändischen Fischerbooten wie Sklaven gehalten wurden.

Der Chef von Thai Union, Thiraphong Chansiri, gestand auf Nachfrage ein, dass Produkte illegalen Ursprungs durch betrügerische Praktiken in die Zulieferkette gelangt sein könnten. Die thailändische Regierung hat versprochen, hart gegen solchen Missbrauch vorzugehen und vor allem illegale Arbeiter besser zu dokumentieren. Kritiker werfen ihr aber Untätigkeit vor.

Erst ausgebeutet, dann als Illegale interniert

Oft arbeiten in der Fischereiindustrie Menschen aus armen Ländern wie Myanmar, die unter dem Versprechen von guten Gehältern nach Thailand gelockt werden. Dort werden sie aber oft an Garnelenfabriken verkauft und müssen ihren Preis dort abarbeiten.

Im Falle von Tin Nyo Win und seiner Frau waren das umgerechnet 750 Euro. Beide bekamen zusammen aber nicht einmal vier Euro am Tag. Tin Nyo Win flüchtete und wandte sich anders als viele seiner Leidensgenossen an Arbeitsrechtler, die schließlich eine Polizeirazzia in seiner Firma anstrengten.

Nach dem Zugriff im November gab es keine Festnahmen wegen Menschenschmuggel. Stattdessen wurden die illegalen Arbeiter wie Tin Nyo Win und seine Frau in Auffanglager gebracht.


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