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Kippen, Kaugummis: kleine Umweltsünden mit großen Folgen

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Umweltverschmutzung  

Ausgespuckt und weggeworfen: kleine Umweltsünden mit großen Folgen

19.01.2016, 15:58 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Kippen, Kaugummis: kleine Umweltsünden mit großen Folgen. Eine weggeworfene Zigarette kann mehrere Liter Grundwasser verpesten. (Quelle: imago/Fernando Baptista)

Eine weggeworfene Zigarette kann mehrere Liter Grundwasser verpesten. (Quelle: Fernando Baptista/imago)

Sie gehören zum alltäglichen Straßenbild: Kaugummis, Zigarettenkippen und Glasscherben. "Die Stadtreinigung wird´s schon richten", denken viele und werfen ihren Müll achtlos auf die Straßen und in die Natur. Doch die Folgen für die Umwelt sind nicht zu unterschätzen.

Zigarettenstummel stellen ein enormes Umweltrisiko dar: Mehrere Millionen weggeworfener Zigarettenkippen verschmutzen nicht nur die Städte, sondern sind auch eine Gefahr für die Natur. Die Glimmstängel enthalten unter anderem Nikotin, Dioxin, Formaldehyd und Cadmium. Gelangen diese Substanzen über das Regenwasser in die Erde, verunreinigen sie laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rund 40 Liter Grundwasser. Und nicht nur das: Die Giftmenge, die in einem verbliebenen Zigarettenfilter enthalten ist, kann laut BUND sogar einem Kleinkind das Leben kosten.

Über die Toilette entsorgte Zigarettenstummel sind ebenfalls kritisch. Die Wasserwerke schaffen es nicht, die Giftstoffe vollständig herauszufiltern. Naturschützer raten daher, für unterwegs zu Mini-Aschenbechern für die Tasche zu greifen und diese bei Gelegenheit in der Restmülltonne zu entleeren. Raucher sollten die Zigarettenstummel auf keinen Fall achtlos auf die Straße oder in die Natur werfen.

Jede Zigarette kostet Bäume das Leben

Zudem hat der Tabakanbau weitreichende Folgen für die Natur: Weltweit werden pro Jahr mindestens 1,2 Millionen Hektar Wald für die Tabakherstellung gerodet. Außerdem werden zum Trocknen von einem Kilogramm Tabak laut BUND bis zu 150 Kilogramm Holz benötigt. Wer täglich 20 Zigaretten raucht, verfeuert damit alle 14 Tage einen Baum, so das Fazit der Umweltexperten.

Hinzu kommt, dass der Tabakanbau in großen Monokulturen die Ausbreitung spezialisierter Schädlinge und Krankheitserreger fördert - was wiederum den Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel nach sich zieht.

Kaugummis verrotten erst nach etwa fünf Jahren

Kaugummis sind beliebt, doch kaum ein Verbraucher weiß, was genau sich in seinem Mund befindet. Laut BUND besteht die sogenannte "Gum Base", also die Grundsubstanz des Kaugummis, zu einem Großteil aus Kunststoff. Und der wird aus Erdöl hergestellt, genauer gesagt aus Substanzen, aus denen unter anderem auch Gummihandschuhe hergestellt werden. Für Geschmack, Farbe und Konsistenz sorgen künstliche Aromen, Farbstoffe und Weichmacher.

Durch den enthaltenen Kunststoff beginnen die Kaugummis, erst nach etwa fünf Jahren langsam zu verrotten. Aus diesem Grund stellen angetrocknete Kaugummi-Placken für die Straßenreinigung ein echtes Problem dar. Dieser sogenannte "Extremschmutz" kann nur mit hohem Aufwand und enormen Kosten wieder entfernt werden.

Halten Tiere wie Vögel den Kaugummi zudem fälschlicherweise für Futter, sind Verklebungen sowie Verstopfungen im Magen-Darm-Trakt möglich. Die Tiere könnten daran sterben.

Glasscherben: gefährliches Glitzern

Neben Kaugummis und Zigarettenstummeln lassen sich immer wieder auch achtlos weggeworfene Glasflaschen finden. Glas an sich ist eine gesunde Alternative zu Plastik, allerdings nur, wenn es ordnungsgemäß in Glascontainern entsorgt oder wieder dem Mehrwegsystem zugeführt wird. Nach Angaben des Bundesverbandes Glasindustrie besteht heute jede Flasche im Schnitt zu rund 60 Prozent aus "Alt"-Scherben, grüne Flaschen sogar aus bis zu 90 Prozent.

Weggeworfene Glasflaschen und ihre Scherben hingegen bedeuten eine große Verletzungsgefahr: Auf Spielplätzen und Straßen gefährden sie spielende Kinder und Haustiere wie Hunde und Katzen. In Wald und Feld können die spitzen Glasrückstände Wildtiere verletzen.

Eine weitere Gefahr kommt im Sommer hinzu: Bei starker Sonneneinstrahlung wirken Scherben wie ein Brennglas und können Waldbrände auslösen. Etwa 95 Prozent aller Waldbrände entstehen laut der Umweltstiftung WWF durch den Menschen - direkt durch Brandstiftung oder indirekt zum Beispiel infolge von weggeworfenen Zigaretten oder Glas.

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