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Pilot werden: Der Weg zum Flugschein

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Männertraum: Wie werde ich Pilot?

24.02.2016, 07:30 Uhr | Christian Sauer

Pilot werden: Der Weg zum Flugschein. Er hat die Lizenz zum Fliegen: der Pilot. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Er hat die Lizenz zum Fliegen: der Pilot. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Den Arbeitsplatz hoch über den Wolken, umringt von Stewardessen und ordentlich viel "Wums unterm Hintern": Wer davon träumt, selbst ein Flugzeug zu steuern, muss jedoch einiges mitbringen. Den Weg zum Pilotenschein hat wanted.de für Sie zusammengefasst.

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Man muss nicht zwangsläufig bei einer Fluggesellschaft arbeiten, um in der Luft durchzustarten. Es gibt mehrere Möglichkeiten für eine private Pilotenlizenz. Die meisten Flugschüler sind zwar Mitte 30, eine Maximalgrenze für den Ausbildungsbeginn gibt es jedoch nicht, es kommt allein auf die gesundheitliche Verfassung an.

Die ersten Hürden

Wer Pilot werden möchte, muss auch kein sportlicher "Überflieger" sein - ein ganz normaler Gesundheitszustand reicht aus. Dieser wird jedoch in regelmäßigen Abständen von einem Fliegerarzt überprüft. Eine Brille stellt in der Regel kein Hindernis dar, wenn sich die Korrektur in bestimmten Grenzen hält. Selbst wenn die Flugtauglichkeit erst vor dem ersten Alleinflug geprüft wird, ist es ratsam, sich bereits vor Ausbildungsbeginn untersuchen zu lassen, damit diese nicht wegen gesundheitlicher Hürden abgebrochen werden muss. Fliegen ist also für fast jeden zu erlernen, der genügend Geld und Zeit investiert.

Keine Top-Gun-Piloten

Piloten der Allgemeinen Luftfahrt sollten ein hohes Verantwortungsgefühl für sich, ihre Maschine und ihre Passagiere mitbringen. Draufgänger sind fehl am Platz. Unerlässlich ist das richtige Einschätzen der eigenen Fähigkeiten und unterschiedlicher Situationen. Denn Fehlentscheidungen können in der Fliegerei fatale Folgen haben.

Segelfliegen

Die Ausbildung zur Segelfluglizenz (engl. Sailplane Pilot Licence) wird zumeist von Vereinen, aber auch von kommerziellen Flugschulen angeboten. Die theoretische Ausbildung und Prüfung umfasst folgende Fächer: Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Flugzeugkunde, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen. Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 20 Flugstunden, davon müssen mindestens 10 Stunden im Alleinflug absolviert werden. Nach Ablegen der theoretischen Prüfung muss außerdem ein Alleinflug von mindestens 50 Kilometern absolviert werden.

Die Lizenz wird für diejenigen Startarten erteilt, in denen der Flugschüler ausgebildet worden ist. Dies können Starts per Winde, hinter Motorflugzeugen oder mit Hilfsantrieb sein. 

Die Ultraleichtfluglizenz Der nächste Schritt für Flugbegeisterte ist oft die Ultraleichtfluglizenz, die auch für die angesagten Tragschrauber (Gyrokopter) gilt. Die theoretischen und praktischen Inhalte der Ausbildung sind vergleichbar mit denen des Segelflugscheins, allerdings mit mehr und längeren Flügen. Mindestens 45 Flugstunden sind für die Privatpilotenlizenz (engl. Private Pilot Licence) nötig. In der Theorie kommen Sprechfunkverkehr, allgemeine Luftfahrzeugkunde, Flugleistung und -planung dazu. Wer das alles geschafft hat, darf damit zumindest bei Tageslicht zu privaten Zwecken, also zu Reisen mit Familie oder Freunden oder zu geschäftlichen Terminen fliegen. Die Privatpilotenlizenz

Die Ausbildung zum Privatflugzeugführer ermöglicht den direkten Erwerb der internationalen Privatpilotenlizenz (kurz PPL(A)) ohne Einschränkungen für internationale Flüge mit viersitzigen Maschinen. Neben der PPL(A) gibt es auch den Pilotenschein für Helikopter (PPL(H)) und den Schein zum Fahren von Ballonen (PPL(D)). Aufbauend auf der PPL(A)-Lizenz können weitere Berechtigungen erworben werden. Dies sind zum Beispiel: Schleppen von Segelflugzeugen, Kunstflug, Nachtflug und Instrumentenflug (IFR). Außerdem gibt es Musterberechtigungen (Type Ratings) für Flugzeugmodelle mit einem maximalen Abfluggewicht von mehr als zwei Tonnen, für mehrmotorige Flugzeuge oder für Jets mit Turbinenantrieb.

Was kostet das alles? Die Frage nach den Kosten für einen Flugschein ist nicht pauschal zu beantworten. Es kommt immer darauf an, wo und mit welchem  Fluggerät die Ausbildung stattfindet. Da lohnt ein Vergleich der Anbieter. Häufig kommen zu einem auf den ersten Blick günstig erscheinenden Angebot noch weitere Nebenkosten dazu. Mindestens sollten Interessierte aber mit folgenden Kosten rechnen: Segelfluglizenz 2000 Euro, Ultraleichtflugzeuge 4000 Euro und PPL(A) 10.000 Euro. Zusatzqualifikationen wie Nachtflug (1000 Euro) und Instrumentenflug (10.000 Euro) kommen dann noch on top. Im Vergleich dazu kostet die 29 bis 33 Monate dauernde Ausbildung zum kommerziellen Piloten beispielsweise bei der Lufthansa rund 70.000 Euro Eigenanteil. Wer mit seiner Privatpilotenlizenz dann rund 73.000 Euro Anfangsgehalt pro Jahr verdienen möchte, muss dennoch die offizielle Ausbildung zum kommerziellen Piloten durchlaufen, hat je nach vorhandener Erfahrung aber durchaus Vorteile. Älter als 28 Jahre sollten die Bewerber zumindest bei der Lufthansa allerdings nicht sein. Aber selbst wenn der Pilotenschein in der Tasche ist, fallen jährlich weitere Kosten an: Mindestens zwölf Flugstunden pro Jahr, monatliche Vereinsbeiträge, Landegebühren sowie Kosten für aktuelle Luftfahrtkarten. Für das Hobby müssen pro Jahr also rund 2000 Euro zusätzlich kalkuliert werden. Flugzeug kaufen, mieten oder teilen?

Nach dem Erwerb einer privaten Fluglizenz gibt es mehrere Möglichkeiten abzuheben. Viele Piloten sind Mitglied in einem Verein und chartern dort die vereinseigenen Flugzeuge. Außerdem bieten an vielen Flugplätzen auch kommerzielle Charter-Unternehmen ihre Maschinen an. Doch diese beiden günstigsten Möglichkeiten haben den Nachteil, dass die Flugzeuge mit anderen geteilt werden müssen und nicht immer zu den gewünschten Zeiten verfügbar sind. Der Kauf eines eigenen Flugzeugs ist natürlich auch möglich und nicht unüblich. Wer erst einmal den Anschaffungspreis gezahlt und die laufenden Kosten im Griff hat, genießt mit der eigenen Maschine eine fast grenzenlose Freiheit, die nur vom Wetter, dem eigenen Terminkalender und dem Kontostand beeinflusst wird. Häufig schließen sich auch mehrere Personen zu sogenannten Haltergemeinschaften zusammen, um die anfallenden Kosten zu senken. Wie Sie im Notfall ein Flugzeug landen, lesen Sie hier.

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