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Greenpeace: Billigmode enthält weniger Schadstoffe als teure Marken

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Greenpeace: Schadstoff-Check  

Billigklamotten schlagen Edelmarken im Test

05.07.2016, 12:37 Uhr | ag, AFP

Greenpeace: Billigmode enthält weniger Schadstoffe als teure Marken. Giftfreie Textilien gibt's auch zum kleinen Preis. Das zeigt eine Untersuchung von Greenpeace. Dabei schnitten Billigmarken wie H&M wesentlich besser ab als Luxus-Labels. (Quelle: imago/rtr)

Giftfreie Textilien gibt's auch zum kleinen Preis. Das zeigt eine Untersuchung von Greenpeace. Dabei schnitten Billigmarken wie H&M wesentlich besser ab als Luxus-Labels. (Quelle: imago/rtr)

Damit hat niemand gerechnet: Nach einer Greenpeace-Untersuchung haben ausgerechnet H&M und Zara die wenigsten Schadstoffe in ihren Textilien. Luxus-Labels wie Victoria's Secret, Versace und Hermès dagegen gelten als die schlimme Umweltsünder. 

Das Ergebnis der Studie, die Greenpeace auf der Online-Plattform "Detox-Catwalk" veröffentlichte, mag verblüffen. Schließlich waren gerade die Billigketten in den vergangenen Jahren immer wieder durch Negativ-Schlagzeilen aufgefallen. 

Neben der Kritik an den schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten, die meist in Fernost liegen, war es vor allem der Einsatz schädlicher Chemikalien beim Färben und Imprägnieren, der für Empörung sorgte.

Lob für Zara, H&M und Benetton 

Einige der großen Firmen haben jedoch anscheinend aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und ihre Textilproduktion umgestellt. Sie stellen jetzt weitgehend giftfreie Kleidung her, sagt Greenpeace.

Hierzu gehören Modeketten wie H&M und Zara. Sie haben sich freiwillig der von Greenpeace initiierten Detox-Kampagne angeschlossen, die das Ziel verfolgt, bis 2020 Schadstoffe aus Textilien zu verbannen. "Die meisten Firmen stehen zu ihrem Wort und beginnen Mode zu produzieren, die die Umwelt verkraften kann. Der Wandel zur giftfreien Kleidungsproduktion ist bereits in vollem Gange“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace.

H&M verzichtete Greenpeace zufolge bereits vor zwei Jahren auf die krebserregenden und hormonell wirksamen PFC, die Kleidung gegen Schmutz und Wasser imprägnieren. Zara hat die Abwasserdaten von über 100 Fabriken offen gelegt. Das bewertet Greenpeace als vorbildlich und als wichtigen Schritt im Kampf gegen die Wasserverschmutzung. 

Benetton wurde gelobt, weil die italienische Firma ein eigenes Programm entwickelt habe, das über die Eliminierung von elf gefährlichen Chemikaliengruppen hinausgehe.

Zu viel Chemie in Mode von Nike und Victoria's Secret

Kritik gab es dagegen für den US-Sportartikelhersteller Nike. Das Textilunternehmen habe trotz Detox-Verpflichtung weder Chemikalien aussortiert noch Abwasserdaten veröffentlicht. Auch Esprit und die Unterwäschefirma Victoria's Secret  produzierten weiterhin mit "gefährlichen Chemikalien", kritisiert die Umweltschutzorganisation. 

Adidas und Puma landen im Mittelfeld 

Nachholbedarf in puncto umweltfreundlicher Produktion haben laut Greenpeace auch  Adidas, Levi's, Primark und Puma. Sie landeten im Schadstoff-Ranking im Mittelfeld. Greenpeace kritisierte, dass die genannten Modefirmen weiterhin umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe wie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in der Produktion einsetzten. Konzerne wie Nike oder Esprit würden es bis 2020 nicht schaffen, giftfrei hergestellte Mode zu garantieren.

Teure Edel-Marken enttäuschen im Test 

Ausgerechnet High-Fashion-Labels scheinen es nicht zu schaffen, giftfrei zu arbeiten. Laut Greenpeace gehören Luxusfirmen wie Vicoria Secrets, Versace, Louis Vuitton und  Hermès zu den Schlusslichtern im Schadstofftest. Die Firmen sind keine Mitglieder der Deox-Kampagne und haben sich somit nicht zu einer umweltfreundlicheren Produktionsweise verpflichtet.

"Die angeblichen Edel-Marken scheren sich nicht um giftfreie Produktion. Gerade bei hohen Preisen muss Spielraum für saubere Produktion sein“, sagt Brodde.



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