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Wirksamer Mückenschutz funktioniert auch ohne chemische Keule

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Summende Plagegeister  

Wirksamer Mückenschutz funktioniert auch ohne chemische Keule

14.07.2016, 16:00 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Wirksamer Mückenschutz funktioniert auch ohne chemische Keule. Mücken, Schnaken, Bothammel und wie die Plagegeister sonst noch heißen, wirksame Mittel zur Bekämpfung gibt es auch ohne Chemie. (Quelle: imago/Westend61)

Mücken, Schnaken, Bothammel und wie die Plagegeister sonst noch heißen, wirksame Mittel zur Bekämpfung gibt es auch ohne Chemie. (Quelle: Westend61/imago)

Sie haben die Jagd wieder aufgenommen: Stechmücken. Überall summt und brummt es und mit jeder schlaflosen Nacht nehmen die roten und juckenden Stiche auf der Haut zu. Doch wie hält man die Plagegeister am besten fern, ohne dabei zwangsläufig auf Chemie zurückgreifen zu müssen?

Die Auswahl an Mückenschutzmitteln, sogenannten Repellents, ist groß. Die darin eingesetzten Wirkstoffe sind allerdings nicht unkritisch. „Für den Verbraucher ist es fast unmöglich die vielen Inhaltsstoffe der Produkte richtig zu deuten und Verträglichkeit und Nebenwirkungen einzuschätzen“, sagt Dirk Petersen von der Abteilung für Umwelt und Produktsicherheit der Verbraucherzentrale Hamburg.

Chemischer Mückenschutz: wirksam aber nicht ungefährlich

Häufig enthalten ist beispielsweise Diethyltoluamid, kurz DEET. Es gilt zwar als eines der wirkungsvollsten Abwehrstoffe im Kampf gegen Stechmücken und andere Insekten, doch vor allem höhere Konzentrationen können die Schleimhäute reizen und zu allergischen Reaktionen führen. Zudem wird DEET über die Haut aufgenommen und teilweise im Fettgewebe eingelagert.

 „Wir raten Verbrauchern, chemische Wirkstoffe, darunter DEET oder Icaridin nur dann anzuwenden, wenn es wirklich sinnvoll ist. Am Strand etwa ist die Gefahr gestochen zu werden deutlich geringer als im Wald. Und tagsüber sind deutlich weniger Insekten unterwegs als abends“, sagt Petersen.  

Creme besser als Spray

Ebenfalls wichtig ist es dem Verbraucherschützer, dass man auf die Dosier- und Anwendungsempfehlung der Hersteller achtet und die Bereiche um Augen und Mund ausspart. Außerdem rät er, zu Cremes statt Sprays zu greifen, damit nicht zu viel von den Wirkstoffen eingeatmet wird.

Und: Am besten testet man das Produkt vor der Anwendung an einer kleinen Hautstelle. Kommt es zu Rötungen, Juckreiz und Brennen sollte man es nicht anwenden.

Mückenschutz aus dem Bioladen nicht immer verträglicher

Mückenschutzmittel aus dem Bioladen enthalten zwar natürliche Inhaltsstoffe, doch diese sind nicht zwangsläufig verträglicher, wie Petersen weiß. Denn die darin eingesetzten ätherischen Öle haben ebenfalls ein hohes Allergiepotenzial. Auch hier testet man am besten an einer kleinen Hautstelle die Verträglichkeit. Zu beachten ist auch, dass die Wirkung der Öle weniger intensiv und langanhaltend ist als bei den chemischen Wirkstoffen.

Aber: Laut dem Experten gilt der Wirkstoff Citriodiol, beziehungsweise PMD (p-Menthan-3,8-diol) als eines der wirksamsten natürlichen Mittel. Damit könne in etwa die gleiche Schutzwirkung gegen Insekten erzielt werden wie mit DEET. „Zu beachten ist aber, dass reines PMD sehr augenreizend ist“, so Petersen.

Ventilatoren vertreiben Stechmücken

Doch auch wer sich nicht eincremen möchte, kann Stechmücken erfolgreich abwehren. Im Haus lässt sich der chemische Mückenschutz sogar komplett umgehen – sofern man die richtigen Maßnahmen ergreift. So empfiehlt Petersen, Fenster und Türen mit Fliegenschutzgittern zu sichern. Moskito-Netze über dem Bett sorgen für einen ruhigen Schlaf. Und: Auch Ventilatoren können die Plagegeister fernhalten, da sie die Zugluft nicht mögen.

Finger weg von Biozidverdampfern

„Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von sogenannten Biozidverdampfern. Diese werden in die Steckdose gesteckt und geben ein Biozid in den Raum ab, das Insekten tötet. Allerdings atmet man auch selbst die gesundheitsschädlichen Nervengifte ein“, warnt Petersen.

Eine bessere Alternative seien da Duftkerzen oder -lampen mit ätherischen Ölen, die ebenfalls dabei helfen können, die Mücken zu vertreiben – auch im Freien. Dort schützt zudem helle Kleidung vor den Attacken. Besonders am Abend sind lange Hosenbeine und Ärmel empfehlenswert.

Mückenschutzmittel auf keinen Fall ins Klo

Ist der Sommer schließlich vorbei und das große Summen überstanden, fragen sich viele: Wohin mit den Resten der Mückenschutzmittel? „Entsorgen Sie die Mittel auf keinen Fall in der Toilette“, warnt Petersen. „Das belastet die Klärwerke und die dort eingesetzten Mikroorganismen. Cremes und Flüssigkeiten gehören in die Restmülltonne.“ Zudem halten die meisten Mittel ohne Probleme zwei Sommer durch. Halbvolle Flaschen müssen also nicht weggeworfen werden. Wer die Mittel aufbraucht, spart Geld und produziert weniger Müll.

Mückenschutz in Gartenteich und Regentonne

Damit im eigenen Gartenteich und der heimischen Regentonne keine Stechmücken-Larven heranwachsen können diese sehr wirkungsvoll mit speziellen Tabletten bekämpft werden. Klingt nach chemischer Keule, aber die Methode ist rein biologisch. Als Wirkstoff kommt der Bacillus thuringensis israelensis (Bti) zum Einsatz.

Das mikrobiologische Mittel wird sowohl in Tablettenform als auch flüssig in Baumärkten oder dem Gartenfachhandel angeboten und kommt sogar zur großflächigen Mückenbekämpfung in Naturschutzgebieten zum Einsatz. Da ausschließlich bestimmte Mückenarten auf das Mittel reagieren, werden keine anderen Insekten wie Bienen oder Tiere oder gar Menschen geschädigt. Das Wasser kann anschließend auch bedenkenlos zum Gießen verwendet werden.

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