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Christie's Auktionshaus: die teuersten Versteigerungen

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Die wertvollsten Auktionen von Christie's

22.07.2016, 12:35 Uhr | dpa, wanted.de

Christie's Auktionshaus: die teuersten Versteigerungen. Christie's wird 250. Bei den Briten kamen die wertvollsten Gemälde der Welt, aber auch kuriose Objekte wie Kampfflugzeuge unter den Hammer. WANTED.DE zeigt die Highlights. (Quelle: dpa)

Christie's wird 250. Bei den Briten kamen die wertvollsten Gemälde der Welt, aber auch kuriose Objekte wie Kampfflugzeuge unter den Hammer. WANTED.DE zeigt die Highlights. (Quelle: dpa)

In der feinen Welt der Auktionen führt kein Weg an Christie's vorbei. In diesem Jahr feiern die Briten ihren 250 Geburtstag. Kleider von Lady Di, Picassos oder gar Kampfflugzeuge – es gab kaum etwas, was nicht in der langen Historie der Briten unter den Hammer kam. 

Schon Monate vor dem Jahrestag der allerersten Auktion, dem 5. Dezember 1766, haben die Feierlichkeiten begonnen. Den Auftakt bildete eine Jubiläums-Ausstellung von geliehenen Meisterwerken, die in den vergangenen 250 Jahren bei Christie's versteigert wurden – von Holbein über John Constable bis zu Damien Hirst.

Weltrekorde bei Christie's

Eine begleitende Auktion von rund 25 Werken spezifisch britischer Kunst erbrachte allein acht Weltrekorde, so Christie's. "Wir haben uns bei der Auswahl daran orientiert, was Gründer James Christie wohl gewählt hätte, und das war offenbar ein Erfolg", sagte Jussi Pylkkänen, Christie's Global President. Die Firma macht mit einem weltweiten Netz von 2500 Angestellten einen Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Pfund (5,7 Milliarden Euro).

Teuerstes Gemälde bei Christie's versteigert

Zu den Auktions-Glanzstücken der vergangenen 250 Jahre zählt ein Pferdegemälde von George Stubbs, das zwischen 1780 und 2011 viermal durch die Hände von Christie's ging. Überhaupt wechselten in den vergangenen Jahren die teuersten Gemälde der Welt bei Christie's den Besitzer. Im Mai 2015 erzielte das Gemälde "Les femmes d'Alger" von Pablo Picasso einen Preis von 179 Millionen Dollar (heute 162 Millionen Euro). Es ist bis heute das teuerste Bild, das jemals bei einer Versteigerung unter den Hammer kam.

Briten versteigerten Peles Fußballtrikot

In der Kategorie Kurioses und Memorabilien stechen ein britisches Spitfire-Kampfflugzeug, Peles Fußballtrikot und Audrey Hepburns Kleines Schwarzes aus dem Film "Frühstück bei Tiffany's" hervor. Erst vor kurzem wurden Albert Einsteins Lederjacke und Taschenuhr zu Höchstpreisen versteigert. Ein Notenmanuskript von Johann Sebastian Bach erzielte umgerechnet rund drei Millionen Euro.

Online-Verkäufe immer wichtiger

James Christie wird nachgesagt, er habe die Auktion zur Kunstform erhoben. Das gilt laut Pylkkänen noch heute. "Es ist wie Theater, der Auktionator führt einen Monolog. Er ist, wie ein Schauspieler, auf seine Zuschauer angewiesen." Der technologische Wandel hat dem Geschäft eine neue Dimension hinzugefügt. Rund 28 Prozent der Verkäufe werden derzeit online ausgehandelt - mit rasant steigender Tendenz. Das Smartphone hat "Christie's Live" zur Realität gemacht. "Die Kunstwelt bietet viele Gelegenheiten für eine kulturelle Revolution", sagt Pylkkänen dazu.

Die Geschichte des Auktionshauses

Damals wie heute gehe es hauptsächlich um den "Kulturaustausch" und den Kontakt mit zeitgenössischen Künstlern. "James Christie war zu seiner Zeit absolut ausschlaggebend für die Etablierung eines kulturellen Zentrums in Großbritannien", sagt Pylkkänen. Führende Vertreter der Aufklärung, Sammler und Künstler wie Joshua Reynolds oder Thomas Gainsborough zählten zu seinen Freunden. Ihre ersten öffentlichen Kunstausstellungen fanden bei Christie's statt. "Der Einfluss der Kunstgemeinde auf den sozialen Wandel im 18. Jahrhundert war enorm", sagt Pylkkänen. Er ging mit der Unabhängigkeitserklärung der USA (1776) weit über nationale Grenzen hinaus.

Schweine und Hühner unter dem Hammer

Firmengründer James Christie, dem bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch weitere drei Familienmitglieder gleichen Namens folgten, schwang 1766 in einem Auktionsraum unweit der heutigen Zentrale erstmals den Hammer. Schweine, Hühner, Dung, seltene Vögel, Tulpenzwiebeln, Heuballen, Bettlaken, Federbett und ein speziell angefertigter Sarg zählten zu den Losen der ersten Versteigerungen. Aber schon ein Jahr später hatte der Schotte mit guten Beziehungen zur künstlerischen und intellektuellen Elite seiner Zeit das Angebot um Gemälde und Luxusobjekte erweitert.

Blütezeit durch Ausverkauf nach Französischer Revolution

Der Zugang zu hohen gesellschaftlichen und königlichen Kreisen von Frankreich bis Russland war garantiert. Gesellschaftliche und politische Verwerfungen spiegelten sich im Geschäft wider. Die Auflösung von Kunstbesitz nach den Wirren der Französischen Revolution von 1789 markierte für Christie's eine neue Blütezeit, ebenso wie die Juwelenverkäufe der europäischen Aristokratie nach dem Ersten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hauptquartier von Christie's in der King Street im April 1941 von deutschen Bombern getroffen. Das Archiv wurde teilweise zerstört, Kunstgüter waren ausgelagert. Erst zwölf Jahre später konnte Christie's in das Gebäude zurückkehren.

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