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Ist Essen aus der Mikrowelle ungesund? Mythen & Fakten zur Mikrowelle

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Ist Essen aus der Mikrowelle ungesund?

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Ist Essen aus der Mikrowelle ungesund? Mythen & Fakten zur Mikrowelle.  (Quelle: dpa/tmn)

Die Strahlung der Mikrowelle gilt als unbedenklich. Viel größer ist die Gefahr, sich an ungleichmäßig erhitzten Speisen zu verbrennen. (Quelle: dpa/tmn)

Wer wenig Zeit zum Kochen hat, schätzt die Mikrowelle. Mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen steht auch Tiefkühlkost innerhalb weniger Minuten heiß auf dem Tisch. Aber sind in der Mikrowelle erhitzte Lebensmittel überhaupt gesund? Und welches Risiko geht von der Strahlung aus? 

Für blitzschnelles Erhitzen sorgt die Mikrowellenstrahlung mit einer Frequenz von 2,45 Gigahertz im Inneren des Gerätes. Das klingt für Laien gefährlich, ist es aber nicht. "Lebensmittel aus der Mikrowelle sind gesundheitlich unbedenklich", sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) in Bocholt.

Ähnlich äußert sich auch Ina Stelljes vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter: "Schutzvorrichtungen sorgen dafür, dass im Betrieb nur sehr wenig Strahlung nach außen gelangt", so die Expertin. Trotzdem kann nach ihren Angaben in der Umgebung der Sichtblende und der Türen eine geringe Strahlung auftreten. Hierfür ist in Sicherheitsnormen ein Grenzwert festgelegt - er liegt bei fünf Milliwatt pro Quadratzentimeter in einem Abstand von fünf Zentimeter von der Geräteoberfläche.

Abstand zur Mikrowelle halten

Messungen des BfS haben in der Vergangenheit ergeben, dass der weit überwiegende Teil der Mikrowellengeräte sich innerhalb des Grenzwertes befindet. "Bei technisch einwandfreien Geräten besteht keine gesundheitliche Gefahr, auch nicht für besonders schutzbedürftige Personen wie Schwangere oder Kleinkinder", so Stelljes. Grundsätzlich sollte aber eine unnötige Belastung mit hochfrequenten Feldern vermieden werden. Das BfS empfiehlt daher, dass sich vor allem Kinder während der Zubereitung des Essens nicht unmittelbar vor oder neben dem Gerät aufhalten sollten.

Vitamine gehen in der Mikrowelle verloren

Was die Strahlung betrifft, ist es unbedenklich, täglich Speisen oder Getränke aus der Mikrowelle zu sich nehmen. Allerdings ist es ein Irrtum, dass in der Mikrowelle aufgewärmtes Gemüse so gesund ist wie frisch zubereitetes: "Die meisten Vitamine sind hitzeempfindlich", sagt Morlo. Durch Temperatur, Licht und Sauerstoff verringert sich der Vitamingehalt in Lebensmitteln und fertigen Speisen. Die Vitaminverluste schwanken zwischen 40 und 80 Prozent. Folat und Vitamin C können sogar vollständig verloren gehen. "Wer seine Mahlzeiten oft in der Mikrowelle erwärmt oder gart, sollte täglich zusätzlich rohes Obst und Gemüse essen, um den Vitamingehalt zu optimieren", rät Morlo.

So entsteht Hitze in der Mikrowelle 

In jeder Mikrowelle befindet sich ein sogenanntes Magnetron. Dieser Sender erzeugt elektromagnetische Wellen. Sie werden in den Innenraum des Gerätes geleitet, von den Wänden des Garraumes reflektiert und möglichst gleichmäßig im Gehäuse verteilt. "Die elektromagnetischen Wellen regen vor allem die Wassermoleküle in den Speisen zu starken Schwingungen an", erklärt Morlo. Aufgrund dieser Schwingungen entsteht Wärme. Lebensmittel mit einem hohen Flüssigkeitsgehalt erwärmen sich daher schneller als eher trockene.

Dieses Material ist tabu für die Mikrowelle

Beim Aufwärmen von Nahrung in der Mikrowelle ist die Wahl des Geschirrs wichtig. "Eigens gefertigtes Mikrowellen-Geschirr eignet sich natürlich am besten, aber Porzellan und Glas gehen auch", sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Keinesfalls sollten Gefäße aus Melaminharz verwendet werden, warnt Professor Andreas Hensel. Er ist Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Werden sie den hohen Temperaturen in der Mikrowelle ausgesetzt, können höhere Mengen Melamin und Formaldehyd freigesetzt werden und in Essen und Getränke übergehen. Dies kann schädlich für die Gesundheit sein.

Achtung, Verbrennungsgefahr

Oelmann weist darauf hin, dass Lebensmittel in der Mikrowelle oft ungleichmäßig erhitzt werden. "So kann sich beispielsweise Kakao beim Trinken am Anfang nur lauwarm anfühlen und im nächsten Augenblick den Mund verbrennen", erklärt sie. Wichtig ist daher: Erst umrühren, dann trinken.

Damit Speisen und Getränke nicht spritzen oder an der Oberfläche trocken werden, sollten sie mit einer Abdeckhaube geschützt werden. Grundsätzlich sollte man Speisen nach Ablauf der Erhitzungs- oder Garzeit einige Minuten im Gerät stehen lassen. "So verteilt sich die Hitze in der Speise am besten", empfiehlt Morlo.

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