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Bei der Suche nach dem Traummann abgezockt

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Bei der Suche nach dem Traummann abgezockt

15.02.2011, 17:35 Uhr | lac

Bei der Suche nach dem Traummann abgezockt. Hinter Liebesschwüren per E-Mail und am Telefon kann ein Betrüger stecken. (Foto: Archiv)

Hinter Liebesschwüren per E-Mail und am Telefon kann ein Betrüger stecken. (Foto: Archiv)

Die große Liebe suchen viele Menschen heute im Internet. Doch manche tappen dabei in die Falle von Betrügern. So genannte Romance Scammer (Romantik-Betrüger) nutzen Online-Partnerbörsen, um ihren nichtsahnenden Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dazu gaukeln sie ernsthafte Gefühle vor, sprechen sogar von Heirat. Wie man Romance Scammer erkennt.

Immer das gleiche Muster

Die Betrugsfälle laufen nach einem ähnlichen Muster ab: Eine Frau lernt über eine Online-Partnerbörse einen Mann kennen. Er schreibt ihr E-Mails mit Liebesschwüren, Gedichten, leidenschaftlichen Anspielungen. Die beiden telefonieren und chatten täglich. Zu einem Treffen kommt es jedoch zunächst nicht. Dann bittet der Mann die Frau um Geld - zum Beispiel mit der Begründung, sein Konto sei durch einen Fehler gesperrt worden, er müsste aber gerade dringend eine Hotelrechnung begleichen. Die Frau willigt ein, sie vertraut dem Fremden. Doch ihr Geld wird sie nie wieder sehen. Umgekehrt funktioniert das genauso: Auch Männer werden Opfer dieser Masche. Wie viele Menschen auf Romance Scammer hereinfallen, ist schwer zu sagen. Das Bundeskriminalamt zählt die Abzocke in Partnerbörsen zu den Betrugsdelikten, Romance Scamming taucht einzeln nicht in der Statistik auf.

Per Western Union soll man Geld überweisen

Ute Mickerts aus Stuttgart wäre beinahe Opfer eines solchen Romance Scammers geworden. "Ich habe Glück gehabt", sagt sie heute. Denn nur durch Zufall flog der Schwindel auf: Ihr vermeintlicher Traummann bat sie um Geld, das sie per Western Union überweisen sollte. Western Union - diese gängige Form des internationalen Zahlungsverkehrs kannte Mickerts nicht. Die damals 58-Jährige erkundigte sich bei ihren Kindern. Die wurden misstrauisch, gingen mit ihrer Mutter zur Polizei. Dort erfuhr Mickerts, dass sie einem Betrüger aufgesessen war. Einen finanziellen Schaden hat sie nicht erlitten. Aber: "Ich habe alle Illusionen verloren", sagt sie. Sie wollte andere potentielle Opfer schützen und gründete die Homepage contra-romance-scamming.de. Damit will sie helfen, Betrüger aufzuspüren. 600 Opfer waren 2010 Mitglied der Selbsthilfegruppe - zusammengerechnet war ihnen durch Romance Scamming ein Schaden von sieben Millionen Euro entstanden.

Opfer werden in den Ruin getrieben

Romance Scamming ist eine besonders perfide Form der Abzocke. Denn die Opfer bauen durch die vermeintliche Liebesbeziehung ein solches Vertrauensverhältnis zum Täter auf, dass sie oft viel zu spät misstrauisch werden. Typisch für Romance Scammer ist, dass sie ihrem Opfer das Gefühl geben, es wirklich ernst zu meinen. Oft sprechen sie sogar von Heirat. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bitte um Geld harmlos: Wer würde seinem zukünftigen Ehepartner etwas abschlagen? Die Betrüger fordern nicht nur einmal, sondern immer wieder Geld - manchmal so lange, bis das Opfer in den Ruin getrieben wird. Die Täter sitzen häufig in afrikanischen Ländern - man spricht deshalb auch von der Nigeria-Connection.

Alles wirkt seriös

Wie aber kann man Betrüger erkennen? "Wenn Sie das Gefühl haben, das alles ist zu schön, um wahr zu sein, ist meistens etwas faul", sagt Ute Mickerts. Männer geben sich zum Beispiel als wohlhabender Manager, Frauen als Akademikerin aus. Auf dem Profilfoto sehen sie attraktiv aus. Ihre Anmache ist nicht plump, sondern wirkt seriös. Sie erfinden einen verstorbenen Ehepartner, oft sogar ein Kind. Ein weiterer Hinweis ist die Sprache. "Mails in Englisch oder schlechtem Deutsch sind verdächtig", sagt Mickerts. Allerdings sprechen manche Romance Scammer auch hervorragend Deutsch. Misstrauisch werden sollte man auch, wenn der Flirtpartner Fragen in E-Mails gar nicht oder nur sehr vage beantwortet. Das liege daran, dass hinter einem Scammer-Account meist drei oder vier Personen säßen, die sich beim Schreiben der Mails abwechseln, erklärt Mickerts.

Unbedingt zur Polizei gehen

Aber trotz aller Vorsicht: "Ein vollständiger Schutz vor Scammern ist nicht möglich", sagt Ute Mickerts. Denn die Romance Scammer seien geschickt und entwickelten immer wieder neue Spielarten des Betrugs. Betroffene sollten sich unbedingt an die Polizei wenden und den Täter anzeigen, rät sie. "Das Thema ist viel zu lange totgeschwiegen worden." Die Chance, sein Geld zurückzubekommen, sei aber gering: "Da mangelt es noch an der internationalen Zusammenarbeit."

Mehr Informationen zum Thema Romance Scamming auf www.polizei-beratung.de.

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